{"id":22823,"date":"2025-09-23T11:41:27","date_gmt":"2025-09-23T09:41:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.business-geomatics.com\/?p=22823"},"modified":"2025-09-25T09:49:42","modified_gmt":"2025-09-25T07:49:42","slug":"mehr-themen-fuer-stadt-und-raum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.business-geomatics.com\/mehr-themen-fuer-stadt-und-raum\/","title":{"rendered":"XPlanung: Mehr Themen f\u00fcr Stadt und Raum"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Entwicklungen bei XPlanung sind weiter dynamisch: Immer mehr Kommunen und Planer arbeiten mit dem Standard, die Gesetzeslage gibt weiter Vorschub und neue Themen rund um die Stadt- und Raumplanung werden adaptiert.<\/strong><\/p>\n<p>Auch im Bereich Kataster gab es in den letzten 20 Jahren erhebliche Modernisierungssch\u00fcbe bei den amtlichen Datenstandards, doch im Vergleich ist die XPlanung weit dynamischer. Die Arbeiten rund um den Datenstandard f\u00fcr die Fl\u00e4chennutzungs- und Bauleitplanung (und die anderen mit ihm verbundenen XBau etc.) entwickeln sich schnell. Unter der Regie der im Jahr 2018 aus der Taufe gehobenen Leitstelle in Hamburg werden Erfahrungen und Kompetenzen geb\u00fcndelt und je mehr Praxisrelevanz entsteht und der Standard die gew\u00fcnschte Resonanz bei den Fachleuten erf\u00e4hrt, desto schneller entwickelt sich das zugrundeliegende Datenmodell. Zum Beispiel wird die Landschaftsplanung stark integriert, wobei hier die Vorarbeiten aus einem Projekt des Bundesamts f\u00fcr Naturschutz (BfN) kommen und ein erstes Fachschema zur Kommunalen W\u00e4rmeplanung (KWP) wurde vorgeschlagen, denn die geplante Dekarbonisierung der W\u00e4rmeversorgung wird in Zukunft erhebliche Auswirkungen auf die Stadt und Raumplanung haben. Beispiele sind hier neue Nahw\u00e4rmekonzepte, Gro\u00dfw\u00e4rmetauscher, die Integration von Geothermie auch in St\u00e4dten oder die Nutzung industrieller Abw\u00e4rme, beispielweise von neuen, stadtnahen Rechenzentren.<\/p>\n<div id=\"attachment_22825\" style=\"width: 706px\" class=\"wp-caption alignright\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-22825\" class=\" wp-image-22825\" src=\"https:\/\/www.business-geomatics.com\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/X.png\" alt=\"\" width=\"696\" height=\"706\" \/><p id=\"caption-attachment-22825\" class=\"wp-caption-text\">Der XPlanungs-Standard f\u00fcr die Bauleit- und Fl\u00e4chennutzungsplanung wird in der kommunalen Praxis immer relevanter. Quelle: AdobeStock_1429145417_Francesco Scatena<\/p><\/div>\n<p>Hinzu kommt eine \u201ewahrnehmbare Zunahme der Digitalisierungsaktivit\u00e4ten in den L\u00e4ndern und Kommunen\u201c, wie Carsten Pieper von der Leitstelle XPlanung konstatiert. Davon legen zum Beispiel Gro\u00dfprojekte von Bundesl\u00e4ndern Zeugnis ab: Die Digitalisierung von Fl\u00e4chennutzungspl\u00e4nen in Niedersachsen ist quasi abgeschlossen und Schleswig-Holstein macht sich gerade auf dem Weg, Bauleitpl\u00e4ne zu digitalisieren. Bayern f\u00fchrt DiPlanung ein, St\u00e4dte, wie Hamburg, K\u00f6ln, Augsburg oder Dortmund haben einen umfassenden und in Teilen fl\u00e4chendeckenden Bestand an xPlan-konformen Pl\u00e4nen.<br \/>\nDie Automatisierung regelhafter Prozesse ist dabei der Treiber, denn f\u00fcr den Staat stehen Handlungsf\u00e4higkeit und Wirkm\u00e4chtigkeit im Fokus. Die Stadtplanungs\u00e4mter stehen unter Druck. \u201eSie m\u00fcssen den Dreikantma\u00dfstab gegen moderne digitale Tools austauschen, sonst sinkt das Vertrauen in die Verwaltung und die Effizienz bleibt auf der Strecke\u201c, so Pieper.<br \/>\nUnd es wird bereits weitergedacht. Mit Mecklenburg-Vorpommern diskutiert die Leitstelle derzeit intensiv, wie ein digitaler Datenbestand der Bauleitplanung die Verfahren f\u00fcr die unteren Bauaufsichtsbeh\u00f6rden im Rahmen des EfA-Projekts \u201eDigitaler Bauantrag\u201c sp\u00fcrbar beschleunigen kann. \u201ePerspektivisch will M-V die Nutzung von Bauleitpl\u00e4nen im Standard XPlanung daf\u00fcr nutzen, um schnell Mehrwerte von BIM- und modellbasierten Bauantr\u00e4gen zu erschlie\u00dfen \u2013 etwa durch eine schrittweise Automatisierung der planungsrechtlichen Bewertung\u201c, so Pieper.<br \/>\nAuch von rechtlicher Seite gibt es gen\u00fcgend Unterst\u00fctzung. Vom 6. November 2023 beinhaltete den Pakt f\u00fcr Planungs-, Genehmigungs- und Umsetzungsbeschleunigung zwischen Bund und L\u00e4ndern. Demnach sind gesamtheitliche Prozessdigitalisierungen erforderlich; standardisierte, maschinenlesbare und strukturierte Daten gelten als zentraler Erfolgsfaktor. Auch die Bauministerkonferenz unterstreicht die Notwendigkeit der Digitalisierung und Vernetzung im Bereich Planen und Bauen; offene Standards sind dabei ein Schl\u00fcsselbaustein. Die Initiative f\u00fcr einen handlungsf\u00e4higen Staat sieht Standards als Voraussetzung f\u00fcr Interoperabilit\u00e4t im Tech Stack hervorgehoben. Der IT-Planungsrat beschloss die F\u00f6rderung eines offenen \u00d6kosystems (\u201eAPI-first\u201c) auf Basis offener Standards und Schnittstellen, die Novelle des OZG fordert universelle, offene Schnittstellen und auch der RMK-Raumentwicklungsausschuss betonte dieses Fr\u00fchjahr der Relevanz maschinenlesbarer Prozessstandards. Nur die im letzten Jahr erwartete BauGB-Novelle mit explizitem, fachrechtlichem Verweis auf XPlanung wurde zwar von der neuen Regierung nicht verabschiedet, \u201eein neuer Anlauf ist jedoch w\u00fcnschenswert. Die Stellungnahmen zur Integration waren gr\u00f6\u00dftenteils positiv\u201c, fasst Pieper zusammen.<\/p>\n<p><strong>Kommunale W\u00e4rmeplanung: Standards schaffen Nutzbarkeit<br \/>\n<\/strong><br \/>\nDie Energiewende wird konkret \u2013 und sie wird kommunal. Mit dem Gesetz f\u00fcr die W\u00e4rmeplanung und zur Dekarbonisierung der W\u00e4rmenetze (W\u00e4rmeplanungsgesetz (WPG)) sind St\u00e4dte und Gemeinden verpflichtet, W\u00e4rmepl\u00e4ne zu erstellen. Darin sollen sie systematisch darstellen, welche Energiequellen verf\u00fcgbar sind, wie W\u00e4rmenetze dekarbonisiert und ausgebaut werden k\u00f6nnen und welche Versorgungsl\u00f6sungen f\u00fcr Haushalte, Unternehmen und \u00f6ffentliche Einrichtungen sinnvoll erscheinen.<br \/>\nDas WPG macht die W\u00e4rmeplanung damit zu einem zentralen Baustein der Klimapolitik. Hintergrund ist, dass der Geb\u00e4udesektor f\u00fcr rund 50\u202fProzent des deutschen Endenergieverbrauchs verantwortlich ist \u2013 und ohne eine Umstellung der W\u00e4rmeversorgung die Klimaneutralit\u00e4t bis 2045 nicht erreichbar ist. Gleichzeitig stellt das Gesetz Kommunen und Planungsb\u00fcros vor die Aufgabe, gro\u00dfe Datenmengen so zu verarbeiten, dass sie nicht nur lokal, sondern auch \u00fcberregional nutzbar sind. Auch Fachgesetzgebungen, wie das BauGB, fordern derweil eine Ber\u00fccksichtigung der aufgestellten W\u00e4rmepl\u00e4ne.<\/p>\n<div class=\"infobox\">W\u00e4rmeplanung in raumbezogenen Planungsinstrumenten:<br \/>\n\u2022 Fl\u00e4chenbedarfe und -sicherung: Das WPG verlangt die Erfassung raumbezogener Potenziale zur Erzeugung erneuerbarer W\u00e4rme und zur W\u00e4rmespeicherung. In der Bauleitplanung spiegeln sich diese Anforderungen etwa in der Ausweisung von Vorrangfl\u00e4chen f\u00fcr erneuerbare Energien (BauGB \u00a7 9 Abs. 1 Satz 12; Fl\u00e4chennutzungsplan).<br \/>\n\u2022 Geb\u00e4udesanierung: Das WPG sieht die Festlegung von Gebieten mit erh\u00f6htem Energieeinsparpotenzial vor. In der Bauleitplanung finden sich Parallelen im besonderen St\u00e4dtebaurecht, z. B. bei der Ausweisung von Sanierungsgebieten nach \u00a7 142 BauGB.<br \/>\n\u2022 Neubau: Mit dem WPG werden W\u00e4rmenetzausbaugebiete definiert. Im Bebauungsplan wiederum k\u00f6nnen Vorgaben zur Energieversorgung, zu Geb\u00e4udestandards oder \u00fcber st\u00e4dtebauliche Vertr\u00e4ge konkretisiert werden.<\/div>\n<p>Diese \u00dcberschneidungen verdeutlichen den Bedarf an Interoperabilit\u00e4t zwischen W\u00e4rmeplanung und Bauleitplanung. Erst wenn die Daten in standardisierter, maschinenlesbarer Form vorliegen, k\u00f6nnen Synergien genutzt, Doppelarbeit vermieden und Mehrwerte f\u00fcr \u00d6ffentlichkeitsbeteiligung und den fachlichen Austausch erzielt werden.<\/p>\n<p><strong>Bundesweite Plattform und gesetzliche Anforderungen<br \/>\n<\/strong><br \/>\n\u00a7 34 WPG sieht vor, dass der Bund eine zentrale Internetseite einrichtet, auf der die kommunalen W\u00e4rmepl\u00e4ne zusammengef\u00fchrt werden. Ziel ist es, die W\u00e4rmepl\u00e4ne f\u00fcr regionale sowie nationale Energieentwicklungsstrategien an zentraler Stelle zur Verf\u00fcgung zu stellen.<br \/>\nIn der Praxis zeigt sich bislang ein Bruch zwischen Anspruch und Umsetzung. Kommunen lassen aufwendige Geodatenmodelle erstellen, doch die Ergebnisse landen h\u00e4ufig in statischen PDF-Dokumenten. \u201eDamit sind die Daten f\u00fcr Fortschreibungen, f\u00fcr die Einbindung in andere Fachplanungen oder f\u00fcr eine gesamtstaatliche Betrachtung praktisch verloren\u201c, kritisiert Carsten Pieper, Leiter der XLeitstelle Planen und Bauen. Zwar gibt es erste Ans\u00e4tze f\u00fcr strukturiertere Abgaben \u2013 beispielsweise in Nordrhein-Westfalen, wo konsolidierte Excel-Tabellen eingesetzt werden. Doch auch diese L\u00f6sungen sind eher \u00dcbergangsschritte und nicht langfristig tragf\u00e4hig. Die Aggregation von Daten sei so nicht ohne Medienbr\u00fcche m\u00f6glich.<\/p>\n<p><strong>XW\u00e4rmeplan als Fachschema<br \/>\n<\/strong><br \/>\nEine m\u00f6gliche L\u00f6sung liefert das Fachschema XW\u00e4rmeplan, das von der XLeitstelle Planen und Bauen vorgeschlagen wurde. Es baut auf dem etablierten Standard XPlanung auf, der in der Bauleitplanung mit dem IT-Planungsratsbeschluss 2021\/40 bereits verbindlich ist. Ziel ist es, die Ergebnisdaten der kommunalen W\u00e4rmeplanung in maschinenlesbarer und georeferenzierter Form abzubilden und so deren Austauschbarkeit und Aggregierbarkeit zu sichern.<\/p>\n<div class=\"infobox\">Vorteile von XW\u00e4rmeplan:<br \/>\n\u2022 Fortschreibbarkeit: W\u00e4rmepl\u00e4ne k\u00f6nnen unabh\u00e4ngig vom urspr\u00fcnglichen Planungsb\u00fcro aktualisiert werden.<br \/>\n\u2022 Kompatibilit\u00e4t: Andere Fachplanungen k\u00f6nnen die Daten direkt \u00fcbernehmen, etwa in der Bauleitplanung nach BauGB.<br \/>\n\u2022 Partizipation: Beteiligungstools lassen sich einfacher anbinden, R\u00fcckmeldungen k\u00f6nnen georeferenziert eingebracht werden.<br \/>\n\u2022 Interoperabilit\u00e4t: Die Daten lassen sich mit bestehenden Geodateninfrastrukturen verkn\u00fcpfen und k\u00f6nnen als Geodienst eingebunden werden. Daten von Fortschreibungen werden bei zentraler Ver\u00f6ffentlichung in allen Systemen aktualisiert.<\/div>\n<p>\u201eEs geht nicht nur darum, gesetzliche Anforderungen formal zu erf\u00fcllen, sondern darum, einen Mehrwert f\u00fcr Kommunen und f\u00fcr das gesamte Energiesystem zu schaffen\u201c, erkl\u00e4rt Toralf Gonz\u00e1lez von der XLeitstelle Planen und Bauen.<br \/>\nDie Semantik von XPlanung leitet sich bislang prim\u00e4r aus gesetzlichen Rahmenbedingungen ab: Kategorien, Objektklassen und Attribute sind so definiert, dass sie die rechtlichen Vorgaben abbilden. F\u00fcr die kommunale W\u00e4rmeplanung bedeutet dies, dass gem\u00e4\u00df \u00a7 23 WPG die Anlage 2 als Grundlage dient, da sie verbindlich festlegt, welche Inhalte ein W\u00e4rmeplan mindestens enthalten muss: Die Ergebnisse der Analyse der bestehenden W\u00e4rmeversorgung, die Potenziale erneuerbarer Energien bis hin zu Szenarien f\u00fcr Netzausbau und Entwicklungsstrategien werden somit abgebildet.<\/p>\n<p>In der Praxis zeigt sich jedoch, dass der Informationsbedarf \u00fcber diese Mindestanforderungen hinausgeht. Ein anschauliches Beispiel liefert Nordrhein-Westfalen: Das Landesamt f\u00fcr Natur, Umwelt und Klima fordert gem\u00e4\u00df \u00a7 24 WPG nicht nur Planwerksdaten ein, sondern auch quantifizierbare Daten, wie den W\u00e4rmebedarf nach Geb\u00e4udearten, die Versorgung \u00fcber Fernw\u00e4rme, Gas oder Biomasse und Potenziale erneuerbarer W\u00e4rmequellen. Solche Daten erm\u00f6glichen Kommunen, die W\u00e4rmeversorgung pr\u00e4ziser zu analysieren, Szenarien zu entwickeln und Ma\u00dfnahmen besser zu priorisieren.<\/p>\n<p>Auch solche \u2013 zumeist gemeindebezogene und aggregierte Informationen \u2013 k\u00f6nnen zu gro\u00dfen Teilen mit dem Standard XW\u00e4rmeplan abgebildet und mittels Geodatendienste nutzbar gemacht werden. Besonders im Fall bereits bestehender W\u00e4rmeplanungen besteht die M\u00f6glichkeit, die Daten \u2013 analog zur Bauleitplanung \u2013 teilvektoriell zu erfassen und verf\u00fcgbar zu machen. So lassen sich auch nicht vollst\u00e4ndig digitalisierte Pl\u00e4ne schrittweise in eine strukturierte und nachnutzbare Datenbasis \u00fcberf\u00fchren. Hinzu kommt, dass kommunale W\u00e4rmepl\u00e4ne regelm\u00e4\u00dfig fortgeschrieben werden m\u00fcssen. \u201eEs ist wahrscheinlich, dass die Vorgaben im Laufe der Zeit angepasst werden\u201c, so Gonz\u00e1lez. Gepaart mit dem Feedback der Nutzer:innen soll das Datenmodell daher kontinuierlich \u00fcberpr\u00fcft und weiterentwickelt, sodass es auch langfristig den Anforderungen der Praxis entspricht.<\/p>\n<p><strong>Stakeholderdialog: wichtige Grundlage, zu wenig Konkretes<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_22824\" style=\"width: 451px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-22824\" class=\" wp-image-22824\" src=\"https:\/\/www.business-geomatics.com\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/O.png\" alt=\"\" width=\"441\" height=\"475\" srcset=\"https:\/\/www.business-geomatics.com\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/O.png 745w, https:\/\/www.business-geomatics.com\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/O-279x300.png 279w, https:\/\/www.business-geomatics.com\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/O-372x401.png 372w, https:\/\/www.business-geomatics.com\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/O-300x323.png 300w\" sizes=\"(max-width: 441px) 100vw, 441px\" \/><p id=\"caption-attachment-22824\" class=\"wp-caption-text\">Fernw\u00e4rmerohre fertig zum Einbau. Fernw\u00e4rme wird im Zuge der Dekarboniserung der W\u00e4rmeversorgung wieder wichtiger. Kosten und technische Machbarkeit zu bewerten, ist eine der Aufgaben der Kommunalen W\u00e4rmeplanung. Quelle: AdobeStock_559071586_color_Anoo<\/p><\/div>\n<p>Um den Umsetzungsprozess zu begleiten, hat die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) im Auftrag des Bundesministeriums f\u00fcr Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen und des Bundesministeriums f\u00fcr Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) einen Stakeholderdialog zur kommunalen W\u00e4rmeplanung durchgef\u00fchrt. In mehreren Veranstaltungen diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Verwaltung, Energiewirtschaft und Kommunen \u00fcber Herausforderungen, Erwartungen und m\u00f6gliche L\u00f6sungswege.<br \/>\nDer Dialog war, so Pieper, gut strukturiert und brachte zahlreiche Perspektiven zusammen. Allerdings blieben die Ergebnisse eher allgemein. \u201eDie Diskussionen waren wertvoll, Standpunkte wurden von verschiedenen Seiten gef\u00fchrt, h\u00e4tten aber durchaus st\u00e4rker in konkrete Handlungsempfehlungen m\u00fcnden k\u00f6nnen\u201c, ordnet Pieper ein. F\u00fcr die kommunale Praxis seien konkrete Vorgaben entscheidend \u2013 etwa dazu, wie es zu einem Standard kommen kann und wie die Daten perspektivisch gepflegt werden sollen. Als hilfreich k\u00f6nnte sich hier ein Projekt zur Standardisierung und Umsetzung einer Datenplattform f\u00fcr die kommunale W\u00e4rmeplanung sein, das das Bundesministerium f\u00fcr Wirtschaft und Energie durch Partnerschaft Deutschland entwickeln l\u00e4sst. \u201eMit diesem Projekt stehen wir nat\u00fcrlich in Verbindung\u201c, so Pieper.<\/p>\n<p><strong>Abgrenzung der Standardisierung<br \/>\n<\/strong><br \/>\nXW\u00e4rmeplan forciert die Standardisierung der Ergebnisdaten in der gesetzlichen Mindestanforderung, nicht jedoch die Datengrundlagen f\u00fcr die Erstellung der Pl\u00e4ne. Diese sind bundesweit nach wie vor sehr heterogen. Unterschiedliche Datenquellen, Formate und Prozesse erschweren eine durchg\u00e4ngige Digitalisierung. \u201eUnsere Aufgabe ist es, eine Grundlage zu schaffen, mit der W\u00e4rmepl\u00e4ne und deren Informationen nicht nur lokal erstellt, sondern auch \u00fcberregional zusammengef\u00fchrt und weiterentwickelt werden k\u00f6nnen\u201c, betont Pieper. Der Vorschlag der XLeitstelle wird aktuell in Arbeitsgruppen des IT-Planungsrats diskutiert.<\/p>\n<p><strong>Von der Pflicht zur Chance<br \/>\n<\/strong><br \/>\nDas WPG verpflichtet die Kommunen, W\u00e4rmepl\u00e4ne zu erstellen. Doch ein weiterer wesentlicher Mehrwert entsteht erst dann, wenn die erhobenen Daten nachnutzbar, vergleichbar und verkn\u00fcpfbar sind. Mit dem Fachschema XW\u00e4rmeplan liegt ein praxistauglicher Vorschlag vor, der die Ergebnisse in digitale Standards \u00fcberf\u00fchrt und so Aggregation, Fortschreibung und Partizipation erm\u00f6glicht \u2013 auch wenn er noch form- und erweiterbar ist. Eine Verpflichtung diesen Vorschlag zu nutzen besteht derweil nicht. Die n\u00e4chsten Schritte liegen in der Etablierung einer bundesweiten Plattform und in der konsequenten Orientierung an Geodatenstandards. Gelingt dies, kann die kommunale W\u00e4rmeplanung weit \u00fcber die Pflichterf\u00fcllung hinauswachsen \u2013 und zu einem strategischen Steuerungsinstrument der Energiewende werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Entwicklungen bei XPlanung sind weiter dynamisch: Immer mehr Kommunen und Planer arbeiten mit dem Standard, die Gesetzeslage gibt weiter Vorschub und neue Themen rund um die Stadt- und Raumplanung werden adaptiert. 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