GIS Archive - Business Geomatics https://www.business-geomatics.com/category/gis/ Wirtschaftszeitung für Geoinformatik Tue, 02 Dec 2025 12:18:36 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9 https://www.business-geomatics.com/wp-content/uploads/2023/01/cropped-BG-Favicon-32x32.png GIS Archive - Business Geomatics https://www.business-geomatics.com/category/gis/ 32 32 VertiGIS Neo: Mehr als nur Sprachsteuerung https://www.business-geomatics.com/vertigis-neo-mehr-als-nur-sprachsteuerung/ Tue, 02 Dec 2025 12:07:07 +0000 https://www.business-geomatics.com/?p=23598 VertiGIS launcht mit VertiGIS Neo ein neues Paradigma für die Transformation von GIS hin zu einer Cloud-basierten, integrierten Unternehmensanwendung. Die Software ist bereit, sind es die Kunden auch? Solche Sätze hört man in der IT-Welt gerade in den letzten Jahren immer wieder. Die KI hat zu einer Explosion neuer Produkte, Strategien und Ansätze geführt, die […]

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VertiGIS launcht mit VertiGIS Neo ein neues Paradigma für die Transformation von GIS hin zu einer Cloud-basierten, integrierten Unternehmensanwendung.

Die Software ist bereit, sind es die Kunden auch? Solche Sätze hört man in der IT-Welt gerade in den letzten Jahren immer wieder. Die KI hat zu einer Explosion neuer Produkte, Strategien und Ansätze geführt, die nicht nur die Internetsuche revolutionieren. Große Sprachmodelle (LLMs) können offenbar denken. Sie schaffen, so viel ist heute schon klar, ein neues Wissensmanagement für das 21. Jahrhundert. Die Welt der Unternehmensanwendungen hat diese Dimensionen längst erkannt und ist bereits in der Lage, das Potenzial in praktischen Wert umzusetzen. Nur: Die Anwender müssen mitziehen. Ohne den Mut zum Neudenken wird es in der Praxis nicht erfolgreich werden.
„Wir sind bereit, unsere Kunden können jederzeit auf den Zug aufspringen”, sagt Drew Millen, CTO des weltweit tätigen GIS-Unternehmens VertiGIS. Das Unternehmen hat im Sommer seinen neuen Ansatz namens VertiGIS Neo vorgestellt. Nun sind die neuen Lösungen für den Einsatz in nahezu allen Anwendungsfeldern und Branchen fertig, in denen raumbezogene Daten eine große Rolle spielen.

„Zeige mir alle Wasserleitungen, die vor 1950 installiert wurden und sich im Umkreis von 150 Metern um Schulen befinden.“ (Beispiel eines AI-Assistenten bei einer GIS-Abfrage in VertiGIS Neo). Quelle: VertiGIS

Zeitenwende auch bei GIS
VertiGIS Neo markiert aus Sicht des Herstellers einen tiefgreifenden Wandel, wie räumliches Asset Management in der Praxis umgesetzt wird. „VertiGIS Neo basiert auf drei Säulen: Industrie-fokussierte Applikationen, Cloud und KI”, sagt Gerald Kreuwel, General Manager Utilities EMEA. Der Infrastruktursektor, einschließlich Versorgungsunternehmen und Telekommunikation, ist der weltweit wichtigste Anwendungsbereich des Unternehmens.
Neu bei VertiGIS Neo sind beispielsweise eine dynamische Attributanalyse mit Abfragen in natürlicher Sprache, Sprachsteuerungsschnittstellen für Kartenabfragen sowie eine automatische Inspektion von Anlagen und Schadensbewertung mittels Bilderkennung. Ein Beispiel für eine Sprachsteuerung im GIS ist der „Eingabebefehl“: „Zeige mir alle Wasserleitungen, die vor 1950 installiert wurden und sich im Umkreis von 150 Metern um Schulen befinden.“ Benutzer:innen können aus einfachen Textbefehlen Arbeitsabläufe generieren oder die Digitalisierung von Papierformularen automatisieren. VertiGIS bezeichnet dies als „Neo KI Assistents“, deren Einsatz bei Bedienung, Eingabe und Interaktion mit der Software im Kontext von Unternehmensanwendungen gerade erst beginnt. Sie ist eine von drei Ebenen, auf denen sich die neuen Ansätze, die im Wesentlichen aus KI- und Cloud-Technologie gewonnen wurden, in der Anwendungswelt vergegenständlichen.
Eine weitere Ebene für innovative Ansätze ist die Programmentwicklung selbst. VertiGIS Neo soll nicht nur die Daten und Applikationen selbst, sondern auch den Rollout der Anwendung, deren Implementierung, die Inbetriebnahme sowie Wartung und Services – also alle Phasen des Lebenszyklus der Software – beschleunigen. VertiGIS betont dabei die Rolle der KI für Anwendungsentwickler, wobei der Technologie-Stack von VertiGIS breit gefächert ist. Neben der Esri-Technologie als Kernsäule verfolgt VertiGIS auch einen agnostischen Ansatz bei der Integration von LLMs.

Gerald Kreuwel, General Manager Utilities EMEA bei VertiGIS: „VertiGIS Neo basiert auf drei Säulen: Industrie-fokussierten Applikationen, Cloud und KI.“ Quelle: VertiGIS

Übergreifendes Konzept
VertiGIS Neo ist keine Nachfolger eines bestehenden Produkts, sondern eine Plattform, die moderne Web- und mobile Anwendungen ermöglicht. Sie enthält die einzelnen Lösungen VertiGIS Studio, VertiGIS Networks, VertiGIS ConnectMaster und VertiGIS FM. Mit anderen Worten: VertiGIS Neo ist ein übergreifendes Framework, dessen einzelne Lösungen integrierte und benutzerfreundliche GIS-Funktionen bereitstellen.
VertiGIS spricht in diesem Zusammenhang von „industry insight” und meint damit eine kundenorientierte Sichtweise bei der Entwicklung vertikaler Lösungen. Diese haben die Aufgabe, die innovativen Möglichkeiten von KI, neuen Daten und Cloud-Infrastruktur zu nutzen. Das heißt vor allem, die KI innerhalb von Prozessen, Workflows und Anwendungen in Wert zu setzen.
Für VertiGIS ist es daher wichtig, die verschiedenen Aspekte der Prozess-Workflows zu benennen, auf die sich die neue Lösung auswirkt. „Bei VertiGIS geht es uns nicht um KI der KI willen. Unser Fokus liegt auf KI, die beispiellose Produktivitätssteigerungen in drei klaren Dimensionen liefert – jede davon adressiert reale Herausforderungen, mit denen unsere Kunden täglich konfrontiert sind“, sagt Millen.
Dazu zählen KI-gestützte Assistenten, die sowohl die Produktivität und die Barrierefreiheit bei den täglich genutzten Anwendungen als auch die Anwendungsentwickler:innen bei der Konfiguration der Anwendungen verbessern. Als dritte Ebene nennt der Hersteller die Prozessumgestaltung. „Dabei werden die gesamten Geschäftsprozesse überprüft und ineffiziente Arbeitsabläufe und manuelle Schritte durch KI ersetzt, um die Effizienz des Unternehmens drastisch zu steigern“, beschreibt Millen.
Über KI-Assistenten hinaus hat VertiGIS auch die Zukunft der agentenbasierten KI mit MCP-Architektur (Model Context Protocol) im Blick. „Dadurch könnten Kunden mit ihren bevorzugten KI-Agenten wie Gemini, Claude oder ChatGPT eine Verbindung zur VertiGIS-Software herstellen“, beschreibt Millen.
Experten gehen davon aus, dass in naher Zukunft sehr viele Routinetätigkeiten innerhalb von Geschäftsprozessen von solchen „agentischen KIs” ausgeführt werden. VertiGIS Neo zielt darauf ab, dass diese Optimierungspotenziale auch für GIS-User ausgeschöpft werden können.

Drew Millen, CTO bei VertiGIS: „Neue Datenmodelle, mobile Anwendungen und KI-gesteuerte Funktionen verwandeln digitale Zwillinge und GIS-Lösungen in leistungsstarke Systeme.“ Quelle: VertiGIS

Cloud-Technologie als integraler Bestandteil
Zur Erreichung der notwendigen betrieblichen Flexibilität ist die Cloud-Technologie entscheidend. VertiGIS Neo bietet drei Bereitstellungsmodelle für die Cloud: Mit Cloud Managed Services wird die gesamte Anwendungsinfrastruktur vollständig von VertiGIS aufgebaut und gewartet.
Das Modell Private Cloud zum Zweiten zielt auf eine schlüsselfertige Bereitstellung in Kundenumgebungen mit vorgegebenen Hardware- und Containerlösungen ab. Bei der Hybrid Cloud zum Dritten können Kunden individuell festlegen, welche Funktionen, Daten und Prozesse in der eigenen Umgebung vorgehalten werden. VertiGIS-Kunden können somit flexibel wählen. „Neue Datenmodelle, mobile Anwendungen und KI-gesteuerte Funktionen verwandeln digitale Zwillinge und GIS-Lösungen in leistungsstarke Systeme“, sagt Millen.
Dies beschreibt die dritte wichtige Ebene des durch VertiGIS Neo unterstützten transformativen Prozesses: die grundlegende Neugestaltung von Unternehmensprozessen. Damit eröffnet das Unternehmen seinen Kunden, den individuellen Weg in die Zukunft der KI-gestützten Anwendungslandschaft zu gehen.
www.vertigis.com

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Die Welt mit anderen Augen sehen https://www.business-geomatics.com/die-welt-mit-anderen-augen-sehen/ Tue, 02 Dec 2025 11:44:56 +0000 https://www.business-geomatics.com/?p=23590 Gisa etabliert modernes Geodatenmanagement als Schlüssel für Kommunen und Versorger. In einer immer stärker vernetzten Welt gelten Geodaten als Schlüssel zu intelligenten Lösungen und effizienten Prozessen. Die Anforderungen an Kommunen und Versorger sind vielfältig: Effiziente Infrastrukturplanung, nachhaltige Stadtentwicklung, Bürgerbeteiligungen, Umweltaspekte und vieles mehr stehen im Fokus. Um räumliche Daten sinnvoll zu erfassen, zu visualisieren und […]

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Gisa etabliert modernes Geodatenmanagement als Schlüssel für Kommunen und Versorger.

Geodatenmanagement ist heute mehr als ein technisches Werkzeug – es ist der Schlüssel zu intelligenten, nachhaltigen und bürgernahen Lösungen sowie zukunftsfähigen Infrastrukturen. Quelle: AdobeStock_1094407821

In einer immer stärker vernetzten Welt gelten Geodaten als Schlüssel zu intelligenten Lösungen und effizienten Prozessen. Die Anforderungen an Kommunen und Versorger sind vielfältig: Effiziente Infrastrukturplanung, nachhaltige Stadtentwicklung, Bürgerbeteiligungen, Umweltaspekte und vieles mehr stehen im Fokus. Um räumliche Daten sinnvoll zu erfassen, zu visualisieren und effizient nutzen zu können, sind innovative Tools und smarte GIS-Systeme unverzichtbar.

Das Ziel: Digitalisierung kommunaler und versorgungs­relevanter Prozesse
Innovative Ansätze wie der Digitale Zwilling – ein vernetztes, virtuelles Modell realer Infrastrukturen – ermöglichen es, Szenarien zu simulieren und Prozesse zu automatisieren. So können beispielsweise Ver- und Entsorgungsleitungen in 3D-Modellen dargestellt oder geplante Trassen visualisiert werden. Unter Experten ist unstrittig, dass die Kombination von Geodaten mit Fachdaten völlig neue Nutzungsmöglichkeiten eröffnet.
Eine auf solche Aufgaben spezialisierte Lösung ist die vielseitige Web-GIS-Lösung GISA Maps: Die auf Open-Source basierende Lösung für Karten- und Geodatenanwendungen ermöglicht die flexible und individuelle Abbildung unterschiedlichster Arbeitsprozesse – von der Standortanalyse über den digitalen Netzanschlussprozess bis hin zum Mängelmelder für Kommunen.

Effizienz durch maßgeschneiderte Ansätze
Geodatenmanagement ist heute mehr als ein technisches Werkzeug – es gilt als Schlüssel zu intelligenten, nachhaltigen und bürgernahen Lösungen sowie zukunftsfähigen Infrastrukturen. Die Anforderungen und Voraussetzungen können dabei sehr unterschiedlich sein, weshalb die Wahl des richtigen IT-Partners entscheidend ist.
GISA unterstützt Kund:innen ganzheitlich bei der Verwaltung, Präsentation und dem effektiven Einsatz von Geodaten sowie bei der Auswahl und Bereitstellung aller notwendigen Tools, um komplexe Daten verständlich und nutzbar zu machen.
www.gisa.de

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Neu: IÖR-Materialkataster für Deutschland https://www.business-geomatics.com/neu-ioer-materialkataster-fuer-deutschland/ Thu, 17 Apr 2025 13:15:17 +0000 https://www.business-geomatics.com/?p=22141 Mit dem „Materialkataster Deutschland“ liefern Forschende des Leibniz-Instituts für ökologische Raumentwicklung (IÖR) Informationen zur Zusammensetzung und zur Verteilung von Baumaterialien flächendeckend für den gesamten Gebäudebestand in Deutschland zur Verfügung. Fast 45 Prozent des weltweiten Ressourcenverbrauchs entfallen auf die Bauindustrie. Sie ist zudem einer der größten Verursacher von Treibhausgasen wie CO2. Diese entstehen nicht nur durch […]

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Mit dem „Materialkataster Deutschland“ liefern Forschende des Leibniz-Instituts für ökologische Raumentwicklung (IÖR) Informationen zur Zusammensetzung und zur Verteilung von Baumaterialien flächendeckend für den gesamten Gebäudebestand in Deutschland zur Verfügung. Fast 45 Prozent des weltweiten Ressourcenverbrauchs entfallen auf die Bauindustrie. Sie ist zudem einer der größten Verursacher von Treibhausgasen wie CO2. Diese entstehen nicht nur durch Heizen oder Kühlen der Gebäude, sondern auch bei der Herstellung von Baumaterialien, bei ihrem Transport zur Baustelle und beim Bau der Gebäude selbst. Der Anteil dieser „grauen Emissionen“ am globalen Treibhausgasausstoß steigt kontinuierlich. Er ist ein Grund dafür, dass Länder wie Deutschland die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens im Bausektor regelmäßig verfehlen. Zugleich stecken in Gebäuden enorme Mengen an Materialien, die beim Abriss als Bauabfall anfallen. In Deutschland waren das 2022 über 200 Millionen Tonnen, mehr als die Hälfte des gesamten Abfallaufkommens!

Der Datensatz des Materialkatasters stellt Materialindikatoren für den Gebäudebestand in Deutschland im Jahr 2022 bereit.
Quelle: IÖR

„Wenn es gelänge, Baustoffe länger zu nutzen und nach dem Abriss von Gebäuden zu recyceln, wenn wir also zirkulär bauen würden, dann könnte die Bauindustrie einen erheblichen Beitrag dazu leisten, den durch sie verursachten Klimawandel zu begrenzen, Ressourcen zu schonen und Umweltverschmutzung zu reduzieren“, erläutert Georg Schiller, Leiter der Forschungsgruppe „Anthropogene und Natürliche Ressourcen“ am Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung. Doch dafür fehlten bisher essenzielle Grundlagen, etwa genaue Informationen darüber, welche Materialien in Gebäuden verbaut sind, in welchen Mengen sie vorkommen und wie sie sich im Gebäudebestand verteilen.

Materialkataster Deutschland

Mit dem IÖR-Materialkataster Deutschland stellt das Institut nun erstmals diese zentrale Datenbasis bereit – flächendeckend für jede Gemeinde in Deutschland. Die Berechnungen für 2022 zeigen: In den 51,6 Millionen Gebäuden, die es in Deutschland gibt, stecken rund 20,8 Milliarden Tonnen Baustoffe. Mit einem Anteil von 46 Prozent ist Beton der dominierende Baustoff in diesem „Materiallager“, gefolgt von Kalksandstein und Ziegeln mit jeweils knapp 10 Prozent. Der Anteil nachwachsender Baumaterialien wie Holz, Schilf oder Stroh beträgt nur etwa ein Prozent der Gesamtmasse. Auch Aussagen zur Höhe der Treibhausgase, welche bei der Herstellung der Baumaterialien entstehen, lassen sich treffen. Hochgerechnet auf den gesamten Gebäudebestand von Deutschland im Jahr 2022 stecken etwa 2,86 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalent in den verbauten Materialien – so viel wie Deutschland insgesamt in vier Jahren emittiert. In Verbindung mit Informationen zum regionalen Abriss- und Neubaugeschehen in Kommunen macht das Materialkataster abschätzbar, welches Material beim Abriss von Beständen für ein Recycling zur Verfügung steht und welcher Materialbedarf für den Neubau und die Sanierung damit gedeckt werden könnte. Auch die Mengen zu erwartender Bauabfälle lassen sich mit Hilfe des Materialkatasters ermitteln.

 Vom Gebäudetyp zu Baustoffart und -men

Die Grundlage für den Aufbau des Materialkatasters bilden 3D-Gebäudemodelle des gesamten deutschen Bauwerksbestandes, wie sie das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG) zur Verfügung stellt. Diese Modelle werden mit Informationen und Daten angereichert. Unter anderem werden die Gebäude entsprechende ihrer Funktion typisiert. So lassen sich etwa Wohn- und Nichtwohngebäude sowie weitere Unterkategorien ausdifferenzieren. „Am Ende ergibt sich ein detailliertes Bild für den deutschen Gebäudebestand. Durch die Verwendung der 3D-Gebäudemodelle kennen wir das Bauwerksvolumen und können jedem Gebäude einen bestimmten Typ – Wohngebäude oder Fabrikhalle, Eigenheim oder Mehrfamilienhaus – zuordnen. Daraus ergibt sich wiederum, welche Materialien in einem Haus in welcher Menge verbaut sind“, erläutert Reinhard Schinke, der maßgeblich an der Erstellung des nationalen Materialkatasters mitgewirkt hat.

Der Datensatz umfasst 44 Baumaterialgruppen. Die jeweiligen Haustypen wurden auf Basis von Forschungsarbeiten modelliert und durchschnittliche Annahmen für den Einsatz der jeweiligen Baumaterials herangezogen. Hier am Beispiel Einfamilienhäuser, Mehrfamilienhäuer und Nichtwohngebäude.

Denn den einzelnen Gebäudetypen können Materialkennzahlen zugeordnet werden. Diese typenbezogenen Materialkennzahlen sind ein Ergebnis langjähriger Forschungsarbeiten am IÖR. „Wir haben dafür die für eine Gebäudeart, zum Beispiel ein Fabrikgebäude, typische Baukonstruktion analysiert. Vom Fundament über die Wände bis hin zu Decken und Dächern – für jedes Bauteil werden die üblicherweise eingesetzten Materialien und Materialmengen ermittelt. Dabei unterscheiden wir insgesamt 44 Baumaterialgruppen“, erläutert Georg Schiller. Je nach Gebäudetyp kommen mal mehr Beton wie bei Werkhalle oder Bürohochhaus oder mehr Ziegel und Holz wie bei Wohnhäusern zum Einsatz. Diese typische Zusammensetzung von unterschiedlichen Gebäuden spiegeln die entwickelten Materialkennzahlen wider. Sie sind über das „Informationssystem Gebaute Umwelt (ISBE)“ des IÖR abrufbar – und sie bilden eine entscheidende Basis für die Aussagekraft des nationalen Materiakatasters. Das Materialkataster selbst, das Geodaten mit Materialkennzahlen verknüpft, steht als Datensatz im Datenrepositorium „ioerDATA“ zur Verfügung.

Beispiel für die Materialzusammensetzung des Gebäudetyps Feuerwache.
Quelle: IÖR

Die Informationen liefern Richtwerte für typische Baumaterialzusammensetzungen vergleichbarer Gebäude. Das biete schon jetzt – vor allem auf strategischer Ebene – Potenziale für den Ausbau regionaler Materialkreisläufe bei der Planung zirkulärer Städte. „In Kombination mit Informationen zum Abriss- und Baugeschehen ließe sich zum Beispiel für Kommunen realitätsnah prüfen, welchen Beitrag das Recycling von Betonbruch zur Deckung des lokalen Rohstoffbedarfs leisten kann und welche Möglichkeiten der sinnvollen Ausrichtung kommunalpolitischer Steuerungsinstrumente hieraus resultieren“, beschreibt Georg Schiller eine beispielhafte Anwendung der Informationen aus dem Materialkataster. Grundsätzlich biete das „Materialkataster Deutschland“ Basisinformationen für vielfältige Planungsaufgaben rund um eine effiziente Bewirtschaftung des vorhandenen Materiallagers im Bauwerksbestand und senke damit Kosten der Datenbeschaffung. Die Konstruktionsweise einzelner Gebäude bleibt dabei notwendigerweise unscharf. „Der typenbasierte Ansatz vernachlässigt individuelle Besonderheiten. Auf der Gebäudeebene können daher keine exakten Angaben zur tatsächlichen Materialzusammensetzung eines konkreten Bauwerks gemacht werden“, erläutert Schiller.

Die Daten können von Kommunen, Architekturbüros sowie Haltern größerer Bauwerkbestände ebenso aufgegriffen werden wie von Beratungsunternmatcad2022_de_documentationEN

ehmen und Start-ups auf dem Gebiet des zirkulären Bauens. Sie können die Informationen direkt nutzen oder mit eigenen, detaillierteren Daten anreichern, um daraus Geschäftsmodelle abzuleiten, etwa die Entwicklung von Gebäudepässen oder die Erstellung nachhaltiger Rückbau- und Wiederverwendungskonzepte im Rahmen sogenannter „Pre-Demolition-Audits“. Auch für Recyclingunternehmen sind die Daten von Interesse, da sie helfen, künftig anfallendes Abbruchmaterial besser abzuschätzen und auf dieser Basis Geschäftsmodelle aufzubauen.

Datenbasis verfeinern, Methoden weiterentwickeln

„Die Forschung zu den Grundlagen für das Materialkataster Deutschland beschäftigt uns am IÖR bereits seit deutlich mehr als zehn Jahren und sie ist auch noch lange nicht abgeschlossen“, erläutert Georg Schiller. Auch weiterhin werde daran gearbeitet, die Methoden weiterzuentwickeln und Daten zu verfeinern, um das Spektrum der Anwendungen zu erweitern. „Mehr Genauigkeit würde zum Beispiel die weitere Ausdifferenzierung der Gebäude, etwa durch Berücksichtigung ihres Baualters bringen. Denn ein Mehrfamilienhaus aus der Gründerzeit besteht aus deutlich anderen Baumaterialien als eines, das nach Kriegsende in den 1950er Jahren errichtet wurde. Auch eine Einschätzung von Schadstoffrisiken könnte hieran anknüpfen“, so der Wissenschaftler. Wie bei der bisherigen Forschung arbeitet das IÖR auch weiterhin mit vielfältigen Akteuren des zirkulären Bauens in Planungsbüros, in Behörden und in der Industrie zusammen, an die sich die Daten richten.

IÖR-Materialkataster Deutschland

 

Wissenschaftlicher Kontakt im IÖR
Dr. Georg Schiller, E-Mail: G.Schiller@ioer.de

 

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Gleich aufs Ganze setzen https://www.business-geomatics.com/gleich-auf-ganze-setzen/ Wed, 05 Jun 2024 07:15:18 +0000 https://www.business-geomatics.com/?p=20971 05.06.24 – Mit GISA Maps hat das auf Versorger und öffentliche Verwaltungen spezialisierte Unternehmen GISA ein komplett neues WebGIS-Framework auf Open Source Basis entwickelt. Manchmal reicht die vorhandene Technik nicht mehr aus, um den aktuellen Anforderungen gerecht zu werden. So erging es dem IT-Dienstleister GISA aus Halle an der Saale. Der IT-Spezialist und Cloud-Service-Provider ist eines […]

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05.06.24 – Mit GISA Maps hat das auf Versorger und öffentliche Verwaltungen spezialisierte Unternehmen GISA ein komplett neues WebGIS-Framework auf Open Source Basis entwickelt.

Blick auf die Leipziger Chaussee: Mit MapComponents können auch 3D-Modelle visualisiert werden. Hier am Beispiel von LoD2-Gebäuden, bereitgestellt durch basemap.de
Quelle: GISA GmbH

Manchmal reicht die vorhandene Technik nicht mehr aus, um den aktuellen Anforderungen gerecht zu werden. So erging es dem IT-Dienstleister GISA aus Halle an der Saale. Der IT-Spezialist und Cloud-Service-Provider ist eines der wichtigsten Unternehmen für die Energiewirtschaft und den öffentlichen Sektor und verfügt daher auch über eine langjährige GIS-Expertise. Das Unternehmen kooperiert mit einer Reihe bedeutender GIS-Anbieter und verfügt zudem über umfangreiches Know-how bei Open-Source-GIS-Lösungen – ein Technologiefeld, das nach Einschätzung des Unternehmens zunehmend an Bedeutung gewinnt. Damit steigen auch die Anforderungen. Nun hat das Unternehmen mit GISA Maps eine neue GIS-Lösung auf den Markt gebracht, die von Grund auf neu entwickelt wurde. Das Besondere daran: Auch sie folgt dem Open-Source-Prinzip. Mit der geplanten Veröffentlichung wird GISA Maps also eine Art Open-Source-Framework sein, das die Basis für Entwicklungen und Anwendungen bietet. Damit kommt eine neue Technologieplattform auf den Markt, die gemäß der Open-Source-Philosophie die Mitwirkung der Community fördert, eine kontinuierliche Weiterentwicklung ermöglicht und damit auch den Gedanken der digitalen Souveränität unterstützt.

Innovativer Open-Source-Ansatz

„Digitale Souveränität wird gerade in Projekten der öffentlichen Hand zunehmend gefordert“, sagt Clemens Schenke, Consultant Technical Solutions bei dem Softwareunternehmen. Damit verbunden sei die Erwartung, die technologische Selbstbestimmung zu stärken, mehr Freiheit bei der Auswahl von Dienstleistern zu haben und eine nachhaltige Softwareentwicklung aktiv mitzugestalten.

Zudem konnten die bestehenden Frameworks unsere Anforderungen an Flexibilität und Anpassbarkeit nicht erfüllen“, so Schenke. Gisa Maps ist ein leichtgewichtiges WebGIS, das nicht die tiefgehenden Spezialfunktionen spezialisierter GIS ersetzen soll, sondern auf die einfache und effiziente Integration von GIS-Daten in Unternehmensprozesse abzielt. Mit dem WebGIS können interaktive Karten und Geodaten aller Art publiziert und verschiedenste Arbeitsprozesse mit Geodaten abgebildet werden. Es bietet Funktionen wie die Veröffentlichung von interaktiven Webkarten, die Verarbeitung von Daten mit Raumbezug (Raster- und Vektordaten), OGC-Kompatibilität, eine Dashboard-Ansicht oder GISA-gehostete OpenStreetMap (OSM)-Dienste für Hintergrundkarten und Adresssuche. Es bietet laut GISA eine einfache Integration von Fremddatenbeständen und Drittsystemen, responsives Design, die Möglichkeit eines individuellen Corporate Designs oder das Hosting im mehrfach zertifizierten Rechenzentrumsverbund.

„Neue technologische Konzepte und der Einsatz von Open Source Software und Open Data verändern die GIS-Landschaft“, so Schenke. Gefragt seien kostengünstige und flexible Lösungen sowie Standards für die Interoperabilität und den Austausch von Geodaten. Ein Beispiel dafür ist OpenStreetMap (OSM): Die Community-getriebene Plattform ist durch die Mitarbeit tausender Freiwilliger weltweit zu einer umfassenden und ständig aktualisierten Karte der Welt geworden – und damit zu einer wertvollen Ressource für verschiedenste Anwendungen.

Als Web-GIS für Karten- und Geodatenanwendungen ermöglicht GISA Maps die Veröffentlichung von interaktiven Karten und Geodaten aller Art und kann vielfältige Arbeitsprozesse mit raumbezogenen Daten abbilden.

 

Flexibilität und Erweiterbarkeit

Bei der Entwicklung wurde besonderer Wert auf Anpassbarkeit und Flexibilität gelegt. Durch die Kombination von generischen Basismodulen und der spezifischen Entwicklung von Geschäftslogik kann es individuell an die Anforderungen unterschiedlichster Anwendungsszenarien angepasst werden. „Von der Büroanwendung bis hin zum Einsatz im Feld bietet GISA Maps die Werkzeuge, um komplexe Prozesse mit Geodatenbezug effektiv umzusetzen“, so Schenke.

Ein weiterer Vorteil der Lösung ist die Geräteunabhängigkeit und Skalierbarkeit. Die browserbasierte Anwendung läuft auf allen gängigen Endgeräten und lässt sich an die Anforderungen der Kunden anpassen. Damit eignet sie sich für Unternehmen und Institutionen jeder Größe und Branche.

Durch den Open-Source-Ansatz entfallen Lizenzkosten. „Unternehmen können ihre Ressourcen vollständig in die Entwicklung, Pflege und Wartung ihrer Lösungen investieren“, so Schenke.

 

Anwendungsbeispiele

Aktuelle Anwendungsfälle sieht GISA zum Beispiel im digitalen Netzanschlussprozess für Stadtwerke und Netzbetreiber, der Mängelmeldung für Kommunen (defekte Straßenlaternen, illegal abgelagerter Müll etc.) oder der Standortsuche bzw. -analyse nach bestimmten Kriterien.

GISA Maps unterstützt beispielsweise die Suche und Bewertung eines Standortes nach bestimmten Kriterien. Im Rahmen der Visualisierung und Analyse von raumbezogenen Daten ist die Kombination verschiedener Datenebenen möglich. So können beispielsweise auch relevante Standortdaten integriert werden.

GISA agiert bei der Einführung als Implementierungs- und Beratungspartner. Gemeinsam, so Schenke, können individuelle Anforderungen ermittelt und passgenaue Anwendungen entwickelt werden. Derzeit stellt GISA Kundenanwendungen um, die zuvor auf Basis anderer Open-Source-GIS-Frameworks realisiert wurden. Insgesamt soll die Entwicklung dazu beitragen, die Digitalisierung voranzutreiben und neue Anwendungsmöglichkeiten für Geodaten zu erschließen.

www.gisa.de

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