Agrarwirtschaft Archive - Business Geomatics https://www.business-geomatics.com/category/agrarwirtschaft/ Wirtschaftszeitung für Geoinformatik Wed, 03 Jul 2024 09:55:32 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9 https://www.business-geomatics.com/wp-content/uploads/2023/01/cropped-BG-Favicon-32x32.png Agrarwirtschaft Archive - Business Geomatics https://www.business-geomatics.com/category/agrarwirtschaft/ 32 32 Satellitendatengestütztes Ertrags- und Schadensmanagement für Agrarversicherer https://www.business-geomatics.com/satellitendatengestuetztes-ertrags-und-schadensmanagement-fuer-agrarversicherer/ Wed, 03 Jul 2024 09:55:32 +0000 https://www.business-geomatics.com/?p=21048 03.07.24 – Die CORAmaps GmbH entwickelt in ihrem Innovationsprojekt SAFRIS ein datenbasiertes Instrument zur Unterstützung von Agrarversicherungen im Risiko- und Schadensmanagement an. Damit sollen Kosten verringert und attraktive Versicherungs-Policen bereitgestellt werden können. Hierfür soll auf Satellitendaten zurückgegriffen werden. Gefördert wird das Einzelprojekt SAFRIS mit einem Gesamtvolumen von rund 243.000 Euro aus dem Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM). […]

Der Beitrag Satellitendatengestütztes Ertrags- und Schadensmanagement für Agrarversicherer erschien zuerst auf Business Geomatics.

]]>

Bei der automatisierten Analyse von Satellitendaten kann der Bewuchs einzelner Felder klassifiziert werden, etwa wie hier für Winterroggen. 
Quelle: www.coramaps.com

03.07.24 – Die CORAmaps GmbH entwickelt in ihrem Innovationsprojekt SAFRIS ein datenbasiertes Instrument zur Unterstützung von Agrarversicherungen im Risiko- und Schadensmanagement an. Damit sollen Kosten verringert und attraktive Versicherungs-Policen bereitgestellt werden können. Hierfür soll auf Satellitendaten zurückgegriffen werden. Gefördert wird das Einzelprojekt SAFRIS mit einem Gesamtvolumen von rund 243.000 Euro aus dem Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM).

Die CORAmaps GmbH ist ein im Jahr 2019 gegründetes Unternehmen, dass aus Forschungsarbeiten an der TU Darmstadt hervorging. Es ist auf Entwicklung von computerbasierten Algorithmen zur vollautomatischen Verarbeitung und Interpretation von Fernerkundungsdaten spezialisiert.

Satellitendaten haben das Potenzial, ohne Ortsbegehungen Schäden individueller Felder zu quantifizieren und darüber hinaus Risiken für einen Ertragsausfall kundenspezifisch für individuelle Felder abzuschätzen. CORAmaps entwickelt im Rahmen des ZIM-Einzelprojekts SAFRIS ein Instrument zur Erfassung von Ertragsschäden durch die Versicherer und zur Abschätzung des Risikos für das Auftreten von Witterungsschäden, was zukünftig als Basis für neue Policenmodelle dienen könnte. Hierfür kommen KI-Modelle zum Einsatz, die aktuelle und historische Satellitendaten aus der Copernicus-Mission analysieren. Durch den Einsatz von White-Box-Modellen sollen die Entscheidungen der KI-Modelle hinsichtlich der Risikoabschätzung nachvollziehbar gemacht werden.

Die Idee zum Projekt „SAFRIS“ ist im Rahmen des Innovationsnetzwerks SEEDS – Smarte und effiziente Landwirtschaft durch den Einsatz digitaler Schlüsseltechnologien entstanden, das über das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) gefördert wird. Betreut wird SEEDS von der IWS GmbH, die auch das Antragsmanagement der Projekte übernimmt und die Mitglieder intensiv bei der Entwicklung neuer Technologien begleitet.

Hintergrund des Projektes sind die zunehmenden Gefahren für die landwirtschaftliche Produktion. Umweltfaktoren wie Hagel, Stürme, Hochwasser, Frost oder Dürren, aber auch regulatorische Hindernisse wie Ernteverbote z.B. bei Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) können die Ernte massiv beeinträchtigen und gehen mit hohen Verlusten für Landwirte einher. Dies geht einher mit einer steigenden Nachfrage nach einem modernen Risikomanagement, weshalb die Bedeutung von Versicherungen für landwirtschaftliche Nutzflächen und Viehbestände gegen Witterungsschäden und Naturkatastrophen stetig zunimmt.

www.seeds-zim.de

www.coramaps.com

Der Beitrag Satellitendatengestütztes Ertrags- und Schadensmanagement für Agrarversicherer erschien zuerst auf Business Geomatics.

]]>
Pestizidverbot: Konkrete Flächenberechnungen des IÖR schaffen Fakten https://www.business-geomatics.com/pestizidverbot-konkrete-flaechenberechnungen-des-ioer-schaffen-fakten/ Wed, 22 Feb 2023 09:24:05 +0000 https://www.business-geomatics.com/?p=15315 Mit einer neuen Verordnung möchte die EU-Kommission die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft neu regeln. Der Entwurf sieht unter anderem ein Pestizidverbot für Agrarflächen vor, die in Schutzgebieten liegen. Genaue Zahlen, auf wie viel Fläche dies in Deutschland zutreffen würde, fehlen bisher. Das erschwert eine sachliche Diskussion. Lisa Eichler vom Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung […]

Der Beitrag Pestizidverbot: Konkrete Flächenberechnungen des IÖR schaffen Fakten erschien zuerst auf Business Geomatics.

]]>
Mit einer neuen Verordnung möchte die EU-Kommission die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft neu regeln. Der Entwurf sieht unter anderem ein Pestizidverbot für Agrarflächen vor, die in Schutzgebieten liegen. Genaue Zahlen, auf wie viel Fläche dies in Deutschland zutreffen würde, fehlen bisher. Das erschwert eine sachliche Diskussion. Lisa Eichler vom Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) und Dr. Carsten Brühl von der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU) haben die Flächenanteile, um die es geht, für ganz Deutschland und die Bundesländer errechnet.

Landschaftsschutzgebiete können eine hohe Zahl von Ackerflächen aufweisen, wie das Beispiel LSG Rippelbaum in Nordrhein-Westfalen zeigt.
Quelle: Lisa Eichler/IÖR

Im Juni 2022 hat die Europäische Kommission den Entwurf einer Verordnung zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (Sustainable Use Regulation/SUR) veröffentlicht. Die geplante Verordnung soll dazu beitragen, die Ziele der „Farm-to-Fork“-/„Vom-Hof-auf-den-Tisch“-Strategie der EU-Kommission zu erreichen: Das europäische Ernährungssystem soll fair, gesund und umweltfreundlich gestaltet werden. Dazu gehört auch, weniger Pflanzenschutzmittel auszubringen. Die geplante Verordnung zielt daher zum einen darauf ab, den Einsatz von Pestiziden bis 2030 zu halbieren. Außerdem ist ein Verbot von Pflanzenschutzmitteln in so genannten sensiblen Gebieten vorgesehen. Zu den Schutzgebieten, für die ein Pestizidverbot vorgesehen ist, zählen Wasserschutzgebiete, Natur-, Vogel-, Flora-Fauna-Habitat- und Landschaftsschutzgebiete sowie Nationalparks, die besonders schützenswerte Lebensräume und Arten beherbergen.

 

Wie viele Flächen wären betroffen

Das Verbot von Pflanzenschutzmitteln in diesen Schutzgebieten bezieht sich auch auf Agrarflächen, die in diesen Arealen liegen. Doch auf wie viele Flächen träfe das Verbot in Deutschland überhaupt zu? Konkrete Zahlen dazu gibt es bisher nicht. Da diese aber wichtig wären, um die Diskussion zur geplanten EU-Verordnung zu versachlichen, haben Lisa Eichler vom IÖR und Dr. Carsten Brühl von der RPTU Berechnungen dazu vorgenommen und stellen die Zahlen allen Interessierten zur Verfügung.

Werden für die Berechnung alle Flächen berücksichtigt, welche die geplante Verordnung aktuell als ökologisch sensible Gebiete definiert, dann würde das Pestizidverbot in Deutschland für insgesamt 38.018 km² Ackerfläche und 696 km² Obst- und Weinbauflächen gelten. Das entspricht 31 % der Gesamtackerfläche bzw. 36 % der gesamten Obst- und Weinbauflächen von Deutschland. Der größere Teil dieser Agrarflächen liegt in Landschaftsschutzgebieten (LSG), nämlich 19 % der deutschen Ackerflächen und 25 % der Obst- und Weinbauflächen.

Auch in einigen Bundesländern mit großen Agrarflächen liegen diese überdurchschnittlich oft in Landschaftsschutzgebieten: bei den Ackerflächen 39% in Nordrhein-Westfalen, 28% in Brandenburg und 26% in Sachsen. In Rheinland-Pfalz trifft dies auf 29% der 809km² großen Obst- und Weinbaufläche zu. Vergleichsweise hohe Anteile der Agrarflächen liegen zum Teil aber auch in Trinkwasserschutzgebieten: Im Bundesdurchschnitt gilt dies für 10% der Ackerflächen. Bei den Bundesländern trifft dies vor allem auf Ackerflächen in Baden-Württemberg (32%), Hessen (28%) und Mecklenburg-Vorpommern (17%) zu.

 

Szenario: Kein Pestizidverbot in Landschaftsschutzgebieten

„In den bisherigen Diskussionen wurde häufig infrage gestellt, ob das Pestizidverbot wirklich für alle Schutzgebietskategorien gleichermaßen gelten soll. Es gab Überlegungen, zum Beispiel die Landschaftsschutzgebiete von den strengen Regelungen auszunehmen. Wir haben auch dieses Szenario berechnet“, erläutert Lisa Eichler vom IÖR. Klammert man Agrarflächen, die ausschließlich in Landschaftsschutzgebieten liegen, bei der Berechnung aus, dann beläuft sich der Anteil von Agrarflächen in ökologisch sensiblen Gebieten auf deutschlandweit rund 21.146km², davon 20.845km² Ackerfläche und 301km² Obst- und Weinbauflächen.

Damit wären in Deutschland noch 17% der Gesamtackerfläche und 16% der Obst- und Weinbauflächen von einer Pestizidbeschränkung betroffen. In einigen Bundesländern lägen auch in diesem Szenario noch überdurchschnittlich hohe Anteile von Agrarflächen in Gebieten mit Pestizidverbot: bei den Ackerflächen 45% in Hessen, 37% in Baden-Württemberg und 34% in Mecklenburg- Vorpommern, bei den Obst- und Weinbauflächen 28 % in Baden-Württemberg.

„Wir wollen mit unseren Berechnungen eine konstruktive Debatte zur geplanten EU-Verordnung anregen. Die konkreten Zahlen zeigen auf, welche Betroffenheiten tatsächlich bestehen – das ist auch von Bundesland zu Bundesland verschieden und neben Landschaftsschutzgebieten spielen auch Wasserschutzgebiete eine große Rolle“, ordnet Carsten Brühl von der RPTU in Landau die Ergebnisse ein.

Für die Ermittlung der Flächen haben Lisa Eichler und Carsten Brühl eine breite Basis an Geodaten und Informationen aus verschiedenen Datenbanken herangezogen, diese Informationen analysiert und miteinander verschnitten. Die Herausforderung war, dass sich Schutzgebietskategorien überlagern können. Eine Ackerfläche kann zum Beispiel sowohl in einem Landschafts- als auch in einem Vogelschutzgebiet liegen. Daher wurde bei der Berechnung für jede Agrarfläche bestimmt, in welchen und in wie vielen Schutzgebieten diese liegt.

Lisa Eichler und Carsten Brühl arbeiten aktuell im Projekt „DINA – Diversity of Insects in Nature protected Areas“ zusammen, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte wird. In dem Verbundprojekt forschen neun Partner noch bis 2023 zum Insektenschwund in Naturschutz-Arealen.

www.ioer.de

Der Beitrag Pestizidverbot: Konkrete Flächenberechnungen des IÖR schaffen Fakten erschien zuerst auf Business Geomatics.

]]>