3D-Laserscanning Archive - Business Geomatics https://www.business-geomatics.com/category/3d-laserscanning/ Wirtschaftszeitung für Geoinformatik Fri, 12 Dec 2025 08:03:39 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9 https://www.business-geomatics.com/wp-content/uploads/2023/01/cropped-BG-Favicon-32x32.png 3D-Laserscanning Archive - Business Geomatics https://www.business-geomatics.com/category/3d-laserscanning/ 32 32 RIEGL: Komplettpaket für forstwirtschaftliche Einsätze https://www.business-geomatics.com/riegl-komplettpaket-fuer-forstwirtschaftliche-einsaetze/ Wed, 03 Dec 2025 14:26:07 +0000 https://www.business-geomatics.com/?p=23651 In der Forstwirtschaft, wo detaillierte und zuverlässige Bestandsdaten unerlässlich sind, eröffnet RIEGL Laserscanning neue Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung bei der Datenbereitstellung und -ausarbeitung. Der terrestrische 3D Laserscanner RIEGL VZ-600i ermöglicht es beispielsweise, in 25 Minuten eine Fläche von etwa 4000 m² zu erfassen. Die aufgezeichnete Punktwolke wird anschließend mit dem LIS TreeAnalyzer-Software-Plugin in der RIEGL-Software analysiert. […]

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In der Forstwirtschaft, wo detaillierte und zuverlässige Bestandsdaten unerlässlich sind, eröffnet RIEGL Laserscanning neue Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung bei der Datenbereitstellung und -ausarbeitung.

Beispiel für eine Erfassung von Einzel-Baumdaten mit dem terrestrischen 3D-Laserscanner VZ-600i. Die Daten wurden in nur 24 Minuten aufgenommen. Quelle: RIEGL

Der terrestrische 3D Laserscanner RIEGL VZ-600i ermöglicht es beispielsweise, in 25 Minuten eine Fläche von etwa 4000 m² zu erfassen. Die aufgezeichnete Punktwolke wird anschließend mit dem LIS TreeAnalyzer-Software-Plugin in der RIEGL-Software analysiert. Anwender:innen erhalten dann sehr schnell, neben Brusthöhendurchmesser oder der Baumhöhe, jedes einzelnen Baumes auf dieser Fläche auch Daten zum Volumen des Waldes. „Die Objektivität und Präzision dieser Methode ermöglicht vollständig wiederholbare Messungen auf derselben Fläche“, sagt Riegl-Forstexperte Bernhard Groiss.

Flexible Möglichkeiten
Mit dem integrierten Plugin bietet RIEGL hier ein Komplettpaket speziell für forstwirtschaftliche Einsätze. Neben terrestrischen Systemen wie dem VZ-600i hat RIEGL aber auch LiDAR Systeme für die luftgestützte Datenerfassung im Angebot. Flugzeuge, ausgestattet mit RIEGL VQ-Serie Laserscanning-Systemen, werden für großflächige Waldinventuren eingesetzt. Sie ermöglichen die schnelle Erfassung von Daten über ausgedehnte Gebiete und liefern Messwerte für die Biomasseabschätzung, die Baumhöhen- und Oberflächenmodellierung.
Drohnen-basierte Systeme mit geringem Gewicht, wie die RIEGL VUX-Serie, eignen sich für die luftgestützte Datenerfassung mittelgroßer Gebiete und im schwer zugänglichen Gelände. NFB-Scanning (Nadir/Forward/ Backward Scanning) und eine hohe Scanrate ermöglichen die detailgenaue Erfassung vertikaler Strukturen. „Das ist ideal für die Waldinventur“, sagt Groiss.

Vorteile des Waveform-Processings für Forstanwendungen
Alle RIEGL-Sensoren zeichnen die vollständige Wellenform jedes Laserimpulses auf und analysieren sie (RIEGL Waveform-Processing). Dies ermöglicht die Extraktion mehrerer Echos und damit eine präzise Charakterisierung komplexer Waldstrukturen – von der Höhe und Dichte des Kronendachs bis hin zu Unterholzschichten und bodennahen Strukturen, die unter der Vegetation verborgen sind. Dadurch erhalten Forstfachleute ein dreidimensionales Verständnis des Ökosystems und nicht nur ein oberflächliches Modell wie bei einfacheren Aufnahme-Systemen.
Durch die Kombination von luftgestützten und terrestrischen Scanverfahren bietet RIEGL ein umfassendes Set unterschiedlicher Sensoren für die moderne Forstwirtschaft. Die daraus resultierenden multiskalaren Datensätze verbessern die Entscheidungsfindung, erhöhen die Genauigkeit der Bestandsaufnahmen und unterstützen innovative Forschung im Bereich der Walddynamik und der Widerstandsfähigkeit von Ökosystemen.
www.riegl.com

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UNESCO-Projekt mit RIEGL: Hallstatt in 3D https://www.business-geomatics.com/hallstatt-in-3d/ Tue, 02 Sep 2025 10:36:49 +0000 https://www.business-geomatics.com/?p=22563 RIEGL LiDAR ermöglicht neue Einblicke in eine Welterbe-Region und zeigt an den verschiedenen Fallbeispielen die Stärken des gesamten Produktportfolios. Was kann 3D-Laserscanning heutzutage leisten? RIEGL zeigt anhand einer besonderen LiDAR-Fallstudie wie man aussagekräftige Erkenntnisse zu kulturell geprägten Landschaften über unterschiedliche Umgebungen und Größenordnungen hinweg erzielen kann. Konkret geht es um die österreichische Region Hallstatt – […]

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RIEGL LiDAR ermöglicht neue Einblicke in eine Welterbe-Region und zeigt an den verschiedenen Fallbeispielen die Stärken des gesamten Produktportfolios.

Vermessung am Hallstatt Skywalk: Auf der Aussichtsplattform kam der VZ-4000i-25 Long-Range 3D terrestrische Laserscanner zum Einsatz. Quelle: RIEGL

Was kann 3D-Laserscanning heutzutage leisten? RIEGL zeigt anhand einer besonderen LiDAR-Fallstudie wie man aussagekräftige Erkenntnisse zu kulturell geprägten Landschaften über unterschiedliche Umgebungen und Größenordnungen hinweg erzielen kann. Konkret geht es um die österreichische Region Hallstatt – einem UNESCO-Welterbe, das von der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur aufgrund seiner herausragenden kulturellen und natürlichen Bedeutung anerkannt ist. In dem 2025 gestarteten Projekt geht es unter anderem darum, mit der 3D Laserscanning Technologie von RIEGL neue Dimensionen aufzuzeigen.

Bei dem Projekt wurde insbesondere für Architektur und Denkmäler der VZ-600i sowohl im statischen als auch im kinematischen Modus eingesetzt, so dass das Team nahtlos zwischen stativbasierten Scan- und mobilen Kartierungsabläufen wechseln konnte, um verschiedene Gelände und Umgebungen effizient zu erfassen. Quelle: RIEGL

Das Projekt zeigt, in welch breitem Anwendungsbereich die LiDAR Technologie eingesetzt werden kann. Von steilen, schwer zugänglichen Tälern und sich zurückziehenden Gletschern bis hin zu alten Salzminen, archäologischen Stätten und sich verändernder Vegetation – die Region bietet unterschiedlichste Szenarien, die für Aufnahmen herangezogen werden können. Diese höchst unterschiedlichen Bedingungen und Voraussetzungen machen Hallstatt zu einem idealen Testfeld, um die Flexibilität und Präzision des RIEGL Sensorportfolios zu demonstrieren. RIEGL ist ein weltweit führender Anbieter von Laserscannern und Scanning-Systemen für den Vermessungsbereich und liefert modernste Waveform-LiDAR Lösungen für terrestrische, industrielle, mobile, luftgestützte und UAV-basierte Anwendungen. Seit 1978 fertigt RIEGL LiDAR Sensoren und Systeme für den kommerziellen Einsatz, die auf dem Pulslaufzeitverfahren basieren und bei unterschiedlichen Laser-Wellenlängen arbeiten.

Welterbe Hallstatt

„Die Welterbestätte Hallstatt ist ein atemberaubender Ort, der für seine lange Geschichte bekannt ist“, sagt Bernhard Groiss, RIEGL Senior Technical Expert LiDAR Applications. „In den letzten 8000 Jahren haben Menschen hier Salz abgebaut, sich den täglichen Herausforderungen des Lebens in einer rauen alpinen Umgebung gestellt und die Landschaft zu dem einzigartigen Kulturerbe gemacht, das sie heute ist. Die 3D-Aufnahme dieses Ortes mit den verschiedenen von RIEGL entwickelten LiDAR-Sensoren ist nicht nur eine große Ehre, sondern auch eine großartige Gelegenheit, die Fähigkeiten und Eigenschaften des vielfältigen Portfolios von RIEGL-Sensoren und ihre effizienten Vermessungsabläufe zu präsentieren“.

Um die ehrgeizigen Ziele des Projekts zu erreichen, setzte RIEGL eine Kombination aus luftgestützten und terrestrischen LiDAR-Systemen ein. Das RIEGL VQ-840-GE Airborne Bathymetric LiDAR System wurde eingesetzt, um hochauflösende bathymetrische Daten zu erfassen. Seine spezielle Lasertechnologie ermöglichte eine präzise Kartierung des Unterwassergeländes und im Flachwasserbereich,. Es lieferte wichtige Erkenntnisse über unter Wasser liegende archäologische Details und die hydrologische Dynamik.

Eingesetzte Systeme

An Land wurden die RIEGL terrestrischen Laserscanner VZ-4000i-25 und VZ-600i eingesetzt, um die komplexe Topographie und die kulturellen Sehenswürdigkeiten der Region zu dokumentieren. Der VZ-4000i-25 mit seiner großen Reichweite und hohen Genauigkeit war ideal, um aus der Distanz Details des weitläufigen bergigen Geländes und des Gletschers zu erfassen. Der VZ-600i hingegen bietet die Möglichkeit einer schnellen Datenerfassung bei hoher Detailauflösung, wodurch er sich perfekt für die Erfassung komplexer architektonischer und archäologischer Strukturen innerhalb des historischen Ortes und seiner Umgebung eignete.

Die Systeme von RIEGL wurden sowohl im statischen als auch im kinematischen Modus, sowohl am Boden als in der Luft eingesetzt, um hochauflösende Daten in einer Vielzahl von Vermessungsszenarien zu erfassen. Dieses Projekt zeigt nicht nur die Leistungsfähigkeit jedes einzelnen Sensors, sondern unterstreicht auch die Leistungsfähigkeit von RIEGLs kombinierten Verarbeitungsstrategien. Durch den Einsatz präziser Georeferenzierung ermöglichten die Arbeitsabläufe eine reibungslose Datenfusion und lieferten multiskalare Ergebnisse, die eine detaillierte Analyse und Visualisierung ermöglichten.

Der Zugriff auf zuverlässige Daten geschieht dabei zeitnah. Die Software-Tools von RIEGL unterstützen eine rationelle und leistungsstarke Verarbeitung und Analyse, die es den Anwendern ermöglicht, auch während des Feldeinsatzes verwertbare 3D-Erkenntnisse zu gewinnen. Diese Fähigkeit verbessert die Entscheidungsfindung und stellt sicher, dass die Daten für die Interpretation und Langzeitarchivierung sofort verfügbar sind.

INTERGEO 2025: Halle 12.0, Stand 0C051

 

www.riegl.com

www.welterbe-salzkammergut.at

www.hallstatt.ooe.gv.at

RIEGL Messflugzeug mit integriertem RIEGL VQ-840-GE System mit dem auch Teile des Seegrunds vermessen wurden (Bathymetrie). Quelle: RIEGL

 

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3D-Laserscanning: Punktwolke zeigt Ausmaß des Fluchthorn-Bergsturzes https://www.business-geomatics.com/3d-laserscanning-punktwolke-zeigt-ausmass-des-fluchthorn-bergsturzes/ Thu, 27 Jul 2023 08:00:22 +0000 http://wp13853602.server-he.de/bg/?p=18652 Bereits 48 Stunden nach dem massiven Bergsturz am Fluchthorn in der Silvrettagruppe am 11. Juni 2023 war ein Forscher:innen-Team des Instituts für Geographie in Kooperation mit dem Spinoff-Unternehmen Laserdata und Heli Tirol für das Land Tirol an der Absturzstelle mit dem Hubschrauber im Einsatz. Mit hochpräziser 3D-Laserscanning-Technologie erfassten die Expert:innen 3D-Geodaten, mit denen das Volumen […]

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Bereits 48 Stunden nach dem massiven Bergsturz am Fluchthorn in der Silvrettagruppe am 11. Juni 2023 war ein Forscher:innen-Team des Instituts für Geographie in Kooperation mit dem Spinoff-Unternehmen Laserdata und Heli Tirol für das Land Tirol an der Absturzstelle mit dem Hubschrauber im Einsatz. Mit hochpräziser 3D-Laserscanning-Technologie erfassten die Expert:innen 3D-Geodaten, mit denen das Volumen des abgegangenen Felsmaterials und hochgenaue, neue Oberflächenmodelle für das Fluchthorn berechnet wurden.

In einem Video-Beitrag Beitrag des Amts der Tiroler Landesregierung wird erklärt, wie die Öffentliche Hand auf das Ereignis reagierte. Eingeschaltet wurde auch das Amt für Geoinformation. Quelle: Amt der Tiroler Landesregierung

Die an der Universität Innsbruck im Einsatz stehenden 3D-Laserscanningverfahren zur Ermittlung von Veränderungen im Hochgebirge ermöglichten rasch nach dem spektakulären Bergsturz ein präzises Lagebild. Das Volumen des Abbruchmaterials wurde durch das Team in kürzester Zeit mit 1.000.000 Kubikmeter Material beziffert, darüber hinaus entstand ein 3D-Modell des Berges, der 19 Meter an seiner Gesamthöhe verlor. „Somit konnten wir rasch wesentliche und belastbare Informationen an die entsprechenden Behörden des Landes Tirol weitergeben“, sagt Martin Rutzinger, Leiter der Arbeitsgruppe Fernerkundung und Topographisches LiDAR am Institut für Geographie. Die Planung und Durchführung der Laserscanningkampagne wurde durch Magnus Bremer geleitet, den Systemaufbau und -umbau führten Stefanie Mössler und Andreas Cziferszky vom Institut für Geographie durch.

Hundertausende Laserpulse pro Sekunde

„Hochalpine Gebiete sind zunehmend Prozessen ausgesetzt, die durch die Auswirkungen des Klimawandels verstärkt werden. Beispiele sind abschmelzender Permafrost, aber auch Starkregenereignisse, die zur Destabilisierung von Hängen und Bergflanken führen können. Daraus resultierende Veränderungen der Topographie, sowie Auswirkungen von Umweltprozessen generell, können mit 3D-Laserscanningverfahren detailliert erfasst und quantifiziert werden“, erklärt Martin Rutzinger. Dazu kommen sogenannte Laserscanner zum Einsatz, die auf bodengestützten Plattformen, auf Drohnen und Helikoptern montiert werden. Bei dem aktuellen Fall am Fluchthorn angewendeten Laserscanning vom Helikopter aus werden zwischen 200.000 und 800.000 Laserpulse pro Sekunde ausgesendet. Über die Laufzeit jedes einzelnen Laserpulses, hin zur Erdoberfläche und wieder zurück, wird die Entfernung zwischen Sensor und Oberfläche ermittelt. Die für den Menschen unsichtbaren und ungefährlichen Laserschüsse werden dabei von einem rotierenden Spiegel abgelenkt, womit ein Profil um den Scanner herum abgetastet wird. „Mit der Vorwärtsbewegung des Helikopters werden tausende dieser 3D-Profile aneinandergehängt und ein vollständiges 3-dimensionales Bild der Erdoberfläche erzeugt“, so Rutzinger.

Expertise in Innsbruck

Bei dem Bergsturz am 11. Juni 2023 am Fluchthorn, einem 3397 Meter hohen Gipfel der Silvretta-Gruppe an der Grenze zwischen Österreich und der Schweiz, brach rund eine Millionen Kubikmeter Gestein ab. Die Höhe des Berges reduzierte sich auf 3380 Meter. Abgänge von Gestein bezeichnet man ab einer Größe von einer Millionen Kubikmeter als Bergstürze, darunter als Felsstürze.
Quelle: Universität Innsbruck

Flächendeckendes Laserscanning gehört in vielen Bundesländern in Österreich zu einem Standardverfahren, um in regelmäßigen Abständen die gesamte Landesfläche hochgenau und dreidimensional zu vermessen. Treten größere Naturgefahrenereignisse auf, können diese mit Laserscanning zielgerichtet, schnell und effizient erfasst werden. Im Vergleich mit den bestehenden Daten können Veränderungen sehr genau quantifiziert und das Prozessgeschehen analysiert werden. Bereits seit fünf Jahren betreibt das Institut für Geographie eine Laserscanner-tragende Drohne. Durch die Verwendung eines Montagearms kann seit kurzem der Laserscanner als Multisensorplattform auch auf einem Hubschrauber montiert werden, um so noch größere und unzugänglichere Gebiete aufnehmen zu können. Die Planung, Durchführung und Vorprozessierung der 3D-Geodaten benötigt speziell ausgebildetes Personal. Die Arbeitsgruppe Fernerkundung und Topographisches LiDAR am Institut für Geographie befasst sich mit der automatisierten Auswertung von 3D Datensätzen und entwickelt automatisierte Verfahren zur Fusionierung mit weiteren Fernerkundungsdaten und Auswertungen von Zeitserien mit Fokus auf alpine Naturraumprozesse.

www.heli-austria.at

Laserdata.at

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3D Vermessung in der Antarktis https://www.business-geomatics.com/3d-vermessung-in-der-antarktis/ Wed, 22 Mar 2023 14:08:41 +0000 https://www.business-geomatics.com/?p=15428 Mittels eines Laserscanners von Zoller & Fröhlich wurden Stationen aus den 1940er Jahren in der Antarktis erfasst, die nun virtuell das ganze Jahr erkundet werden können. Die Dokumentation kulturellen Erbes ist ein typisches Einsatzgebiet von 3D-Laserscannern. Sie erzeugen einen Digitalen Zwilling der gebauten Vergangenheit und ermöglichen so vielfältige neue Ansätze für Darstellung, wissenschaftliche Bearbeitung und […]

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Mittels eines Laserscanners von Zoller & Fröhlich wurden Stationen aus den 1940er Jahren in der Antarktis erfasst, die nun virtuell das ganze Jahr erkundet werden können.

Die Dokumentation kulturellen Erbes ist ein typisches Einsatzgebiet von 3D-Laserscannern. Sie erzeugen einen Digitalen Zwilling der gebauten Vergangenheit und ermöglichen so vielfältige neue Ansätze für Darstellung, wissenschaftliche Bearbeitung und langfristige Dokumentation von menschlichen Leistungen, die herausragend sind. Dieses Erbe findet sich selbst in der Antarktis wieder, etwa in Form der frühen Stationen und Unterkünfte, die im Zuge der erstmaligen systematischen, wissenschaftlich geprägten Land-Erkundung in den 1940er Jahren erbaut worden waren und die heute musealen Charakter haben.
Um den Erhalt im Sinne des kulturellen Erbes kümmert sich unter anderem der United Kingdom Antarctic Heritage Trust (UKAHT). Die Wohltätigkeitsorganisation hat das British Antarctic Survey (BAS), ein Institut des Natural Environment Research Council (UKRI-NERC), beauftragt, diese Stationen in 3D zu dokumentieren. Das Mapping and Geographic Information Center (MAGIC) der BAS hat die Erfassung einer detaillierten 3D-Aufzeichnung der Standorte durchgeführt.

Gesamte Punktwolke des Wordie House. Die Haupthütte wurde nach Sir James Wordie, einem Mitglied von Shackletons Imperial Trans-Antarctic Expedition benannt. Im Mai 1954 zog der Betrieb der Station und des Wissenschaftsprogramms in ein neues Gebäude auf der benachbarten Insel Galindez. Quelle: Zoller & Fröhlich GmbH

Stützpunkte aus den 1940er Jahren
Die Gebäude oder „Hütten“, die üblicherweise als antarktisches Gebäude bezeichnet werden, können intern komplex sein, häufig mit beengten Gängen und Räumen. Eine Kombination aus terrestrischem Laserscanning und Photogrammetrie wurde verwendet, um die 3D-Modelle zu erstellen. Ziel des Projekts ist es, detaillierte Messungen, Planungen und Vorbereitungen sowie die Vorfertigung von Ersatzmaterialien für Erhaltungsarbeiten in Großbritannien zu ermöglichen. Dies soll den Zeitaufwand vor Ort verkürzen und letztendlich fundiertere Entscheidungen für die langfristige Erhaltung der Standorte ermöglichen.
Das Vermessungsteam besuchte in der Antarktis-Saison 2019/2020 drei Standorte: Port Lockroy (Basis A), Baujahr 1944, Wordie House (Basis F) 1947 und Damoy Hut 1975. Die Standorte, die im Antarktisvertrag als historische Stätten und Denkmäler (HSM) geschützt sind, wurden ursprünglich von der Falkland Islands Dependencies Survey (dem Vorläufer von BAS) in den 1940er und 50er Jahren eingerichtet und fungierten als Vorposten, von der aus Wissenschaft und Erforschung auf dem Kontinent betrieben wurden. Während ihrer Betriebszeit waren sie das ganze Jahr über von einer Gruppe von Wissenschafts- und Hilfspersonal besetzt. Das UKAHT führt ein mehrjähriges Schutzprogramm durch, um die Stützpunkte vor weiterem Zerfall zu bewahren.

Scanausrüstung in wasserdichtem Gepäck

Als Scanner wurde der Z+F IMAGER 5016 der Zoller & Fröhlich GmbH eingesetzt. Ausgewählt wurde er aufgrund der Kombination aus kurzer Mindestreichweite (0,3 m) und niedriger Mindestbetriebstemperatur (-10 ° C). Mit dem Z+F IMAGER 5016 wurden alle historischen Gebäude (innen und außen) und die unmittelbare Umgebung vollständig erfasst. Einen breiteren Kontext lieferten einige ergänzende terrestrische Photogrammetrie und Luftaufnahmen, die zu Beginn der Saison durchgeführt worden waren.

3D-Laserscanning mit dem Z+F IMAGER 5016unter schwierigsten Bedingungen in der Antarktis. Aufgenommen wurden die Hütten der ersten systematischen Explorationen aus den 1940er Jahren, die heute unter Denkmalschutz stehen. Quelle: Zoller & Fröhlich GmbH

An der Außenseite der Gebäude wurden Registrierungstargets verwendet, dies war jedoch für die Innenräume aufgrund der Sprödigkeit einiger Oberflächen nicht möglich. Stattdessen wurde das Plane-to-Plane Registrierungsmodul in Z+F LaserControl verwendet, um die Innenscans auszurichten, bevor sie mit dem breiteren externen Modell verknüpft wurden. Um diese Registrierung zu verfeinern und die begrenzte Überlappung zwischen Scans zu überwinden, die durch die engen Räume verursacht wird, wurde der Abstand zwischen den Scanpositionen verringert. Die Erstregistrierung erfolgte zum Zeitpunkt der Erfassung in Z+F Laser-Control Scout, um die Ergebnisse zu bestätigen, bevor fortgefahren wurde. Die Möglichkeit, eine Überprüfung der Ergebnisse vor Ort vorzunehmen, war von entscheidender Bedeutung, da zwischen den Besuchen der Teams an einigen entlegeneren Standorten mehrere Jahre liegen können.
Der Datenerfassungsteil des Projekts stellte das Team auch vor einige einzigartige Herausforderungen. Der Zugang zu zwei der drei Standorte war nur mit kleinen Booten möglich, wobei der Scanner täglich in einem wasserdichten Packsack transportiert wurde (zusätzlich zum Transportkoffer). Es gab auch eine Reihe von Transfers auf See zwischen kleinen Booten und Schiffen, bei denen äußerste Vorsicht geboten war. Der Z+F IMAGER 5016 erwies sich als handlich und überstand die Strapazen der Feldforschung in der Antarktis sehr gut. Das Projekt war sehr erfolgreich, da alle drei Standorte im Laufe der Saison erfasst wurden. Die verfügbare Arbeitszeit wurde aufgrund des schlechten Wetters in Port Lockroy verkürzt, trotzdem wurden während der Feldarbeit fast 350 Scans gemacht. Die signifikante Effizienzsteigerung während der Datenerfassung war für das Projekt vor dem Hintergrund der widrigen Umgebungsbedingungen und der komplexen Logistik von erheblichem Wert.

Transport von High-Tech. Da man nur wenige Passpunkte für die genaue Abbildung benötigte, konnte die Arbeit „im Feld“ zeitlich stark reduziert werden. Quelle: Zoller & Fröhlich GmbH

Punktwolken
Trotz weniger Targets war die Registrierung der Innenscans mittels Plane-to-Plane erfolgreich. Darüber hinaus überwand der Z+F IMAGER 5016 sowohl die dunklen Oberflächen der Außenverkleidung der Gebäude und konnte auch die hochglänzenden Innenflächen genau dokumentieren, was gerade bei der Photogrammetrie ein schwieriges Unterfangen darstellt. Der Z+F IMAGER 5016 kam nach Angaben von Zoller & Fröhlich nur bei stark schrägen Winkeln zu diesen Oberflächen an seine Grenzen, doch dies konnte durch die Dichte der in den Gebäuden durchgeführten Scans leicht überwunden werden.

3D-Punktwolke aus dem Wordie House. Die normale Belegung in den Anfangsjahren betrug vier bis fünf Personen. Dosen mit Kaffee und anderen Gütern, Schallplatten, Werkzeuge, Farbdosen, Teller, Töpfe, Pfannen, Bücher, Schreibmaschinen, Funkgeräte und andere Gegenständen sind noch in der Hütte zu finden, was sie zu einer faszinierenden Zeitkapsel des Lebens in einer der ersten wissenschaftlichen Stationen der Antarktis macht. Quelle: Zoller & Fröhlich GmbH

Die daraus resultierenden Modelle werden nun an das UKAHT-Erhaltungsteam übergeben, um eine effizientere Analyse und Verwaltung der Standorte aus Sicht des Kulturerbes zu ermöglichen. Sie werden auch verwendet, um der Öffentlichkeit einen besseren Zugang zu den Websites zu ermöglichen, sodass Menschen, die sonst nie die Möglichkeit haben, die Antarktis zu besuchen, diese virtuell erkunden und erleben können.
www.bas.ac.uk
www.ukaht.org
www.zofre.de

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Z+F PROFILER 9020C: Mobiler 2D-Laserscanner mit integrierter Kamera https://www.business-geomatics.com/zf-profiler-9020c-mobiler-2d-laserscanner-mit-integrierter-kamera/ Mon, 09 Jan 2023 11:04:07 +0000 https://www.business-geomatics.com/?p=14983 Das Unternehmen Zoller&Fröhlich hat mit dem Z+F PROFILER 9020C einen neuen Scanner vorgestellt, mit dem auch farbige Punktwolken ohne externe Kameras generiert werden können. Der P9020C verfügt über vier integrierte Kameras mit jeweils 5 Megapixeln, die ab einer Entfernung von 40 Zentimeter den gesamten 360° Scanbereich abdecken. Die Aufnahmen weisen nach Angaben des Unternehmens eine […]

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Das Unternehmen Zoller&Fröhlich hat mit dem Z+F PROFILER 9020C einen neuen Scanner vorgestellt, mit dem auch farbige Punktwolken ohne externe Kameras generiert werden können. Der P9020C verfügt über vier integrierte Kameras mit jeweils 5 Megapixeln, die ab einer Entfernung von 40 Zentimeter den gesamten 360° Scanbereich abdecken. Die Aufnahmen weisen nach Angaben des Unternehmens eine hohe Farbtreue und einen hohen Dynamikumfang auf. Starke Lichtunterschiede in der Umgebung werden so ausgeglichen, dass die Bearbeitung der Bilder im Nachgang nur wenig Zeit in Anspruch nimmt oder komplett entfällt. Schattige oder überbelichtete Stellen sind, so das Unternehmen, in den farbigen 3D Darstellungen kaum mehr zu sehen.

Die Aufnahmerate der Kameras wurde optimiert und die Datenmenge im Vergleich zur Z+F MapCam um fast die Hälfte reduziert. Damit verkürzen sich zum einen die Übertragungszeiten, die bei größeren Datenmengen entstehen. Zum anderen wird Speicherplatz gespart.

Punktwolke mit Farbdaten von einem Kreisverkehr und einer Straßenkreuzung mit Verkehrsschildern und Ampeln

Die integrierten Kameras des P9020C ermöglichen eine schnelle Installation. Lediglich ein USB 3 Kabel ist für die Übertragung und Steuerung der Systemkomponenten erforderlich. Weniger Kabel bedeuten auch eine geringere Fehleranfälligkeit und im Umkehrschluss mehr Sicherheit bei der Erfassung der Daten. Die Bauweise des P9020C entspricht der des P9020. Damit können die Scanner in nur wenigen Minuten ausgetauscht werden.

Im Gegensatz zu externen Kameras kann bei den fest verbauten Kameras des P9020C auf eine Kalibrierung verzichtet werden. Die Kameras und der Scanner sind, so der Hersteller, perfekt aufeinander abgestimmt und bei Lieferung direkt einsatzbereit. Auch die Synchronisation der Komponenten erfolgt bei Installation vollautomatisch. Bild und Vermessungspunkte passen so exakt zusammen.

Weitere Eigenschaften des P9020C sind die Schutzklasse IP66, ein kompaktes Design zur Vermeidung von GPS-Störungen, eine verbesserte Auslöselogik (serielle Schnittstelle nicht mehr nötig) und die die Multi-Scanning-Kompatibilität.

Punktwolke mit Farbdaten von einer Hausfassade in der Innenstadt der Stadt Wangen im Allgäu

 

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LiDAR-Scanner Chiroptera 4X: Küstenvermessung auf Sylt neu gedacht https://www.business-geomatics.com/lidar-scanner-chiroptera-4x-kuestenvermessung-auf-sylt-neu-gedacht/ Thu, 08 Jul 2021 09:17:57 +0000 https://www.business-geomatics.com/?p=11897 Der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN.SH) hat das finnische Unternehmen Arctia-Meritaito mit der Erfassung der Sylter Küstenregion beauftragt – mit einer innovativen Methode. Doch warum kamen nicht die traditionellen Vermessungsschiffe zum Einsatz? Starke Strömungen, häufige Seestürme, hohe Wellen – Bewohner und Besucher der deutschen Nordsee-Insel Sylt werden das kennen. Zur Folge haben […]

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Der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN.SH) hat das finnische Unternehmen Arctia-Meritaito mit der Erfassung der Sylter Küstenregion beauftragt – mit einer innovativen Methode. Doch warum kamen nicht die traditionellen Vermessungsschiffe zum Einsatz?

Bild: Digitales Geländemodell (DGM) der Westküste der Insel Sylt von +20 Metern bis hinunter zu -10 Metern Wassertiefe. Foto: Arctia-Meritaito

Starke Strömungen, häufige Seestürme, hohe Wellen – Bewohner und Besucher der deutschen Nordsee-Insel Sylt werden das kennen. Zur Folge haben diese Naturspektakel, dass die Insel immer wieder neu geformt wird – trotz anhaltender Versuche, die Erosion entlang der Sandstrände zu verringern. Um effektive Methoden zum Erhalt der Küsten zu finden, hat der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN.SH) mit verschiedenen Technologien experimentiert. Nach mehreren Tests wurde entschieden, den Küstenbereich nicht mit traditionellen Methoden von Vermessungsschiffen durchzuführen, sondern mit Laseraufnahmen aus Flugzeugen zu arbeiten – der sogenannten „Airborne Bathymetry”. Denn: Die Vermessung mit Schiffen ist einerseits zeitaufwendig. Andererseits stellt ein Unterwasserriff bei Sylt eine Gefahr für Schiffe und Ausrüstung dar.

Im Jahr 2020 beauftragte das LKN.SH schließlich das finnische Unternehmen Arctia-Meritaito mit der Vermessung von Sylt mit dem luftgestützten bathymetrischen LiDAR-Scanner Chiroptera 4X von Leica Geosystems. Im Ergebnis entstanden Punktwolken mit Klassifizierungen und Orthofotos. Die Höhengenauigkeit dabei musste besser als 20 Zentimeter und die Lagegenauigkeit besser als 50 Zentimeter sein.

Neue Wege

Zwar untersucht auch Arctia-Meritaito geringere Tiefen traditionell mit einem schiffsgestützten Einstrahl-Echolot, das von einem Vermessungsschiff gesteuert wird. Die daraus resultierenden Tiefenprofile in definierten Intervallabständen hatten jedoch erhebliche Datenlücken. Fächerecholote lösen dieses Problem, sind aber in flachen Gewässern nur bedingt effizient. Um diese Probleme zu überwinden, sich den veränderten Anforderungen in der Branche anzupassen und technologisch auf dem neusten Stand zu bleiben, setzt das finnische Unternehmen bei der Vermessung von Sylt auf den luftgestützten Laserscanner von Leica Geosystems. „Der Leica Chiroptera 4X lieferte die vielversprechendsten Ergebnisse“, betont Mikka Ojala, Leiter der luftgestützten LiDAR-Bathymetrie bei Arctia-Meritaito. „Mit luftgestütztem LiDAR erhalten wir eine vollständige Abdeckung in flachen Gewässern mit einer Eindringtiefe

Zur Küstenvermessung auf Sylt kam der Leica Chiroptera 4X zum Einsatz. Foto: Leica Geosystems AG

von bis zu 25 Metern – natürlich abhängig von den Bedingungen – und minimieren gleichzeitig das Risiko, Sensoren zu verlieren. Und wir können Land und Meeresboden in einer einzigen Vermessung erfassen.“

Dennoch bringt auch die luftgestützte Bathymetrie in diesem Zusammenhang einige Hürden mit sich, die übersprungen werden wollen. So ist es entscheidend, den gesamten Projektbereich so schnell wie möglich abzudecken, da sich Wetter- und Wasserbedingungen schnell ändern können. „Das Timing ist entscheidend für die Erfassung sauberer bathymetrischer Datensätze aus der Luft, die schnell verarbeitet werden können“, erklärt Ojala, der ausführt: „Das Material des Meeresbodens aus feinem Sand ist immer in Bewegung. Überlappende Daten des sich ständig veränderten Meeresbodens stimmen in der Folge nicht überein, wenn sie im Abstand von Tagen erfasst werden.“ Zudem dauere die Verarbeitung länger, je größer der zeitliche Abstand zwischen den Messungen ist.

Aus diesem Grund entschied sich Arctia-Meritaito für den Einsatz des Leica Chiroptera 4X. Der Scanner erfasst gleichzeitig bis zu 140.000 Punkte pro Sekunde im bathymetrischen Kanal und sogar bis zu 500.000 pps im topographischen Kanal. In zwei Tagen, innerhalb von insgesamt fünf Flugstunden, erfasste Arctia-Meritaito so rund 70 Quadratkilometer.

Ein Punkt, zwei Datensätze

Dabei erfasst das elliptische Scanmuster des Chiroptera 4X sowohl eine Vorwärts- als auch eine Rückwärtsansicht und liefert so zwei Datensätze desselben Punktes. Das reduziert einerseits das Rauschen aufgrund von Wellen, andererseits erhöht es die Tiefenwirkung. Unter idealen Bedingungen kann der Chiroptera 4X bis zu 30 Meter tief eindringen. Darüber hinaus erfasst die Schrägansicht des Laserstrahls Daten von vertikalen Objekten. Im Sylt-Projekt konnte Arctia-Meritaito so trotz Trübung und Wellen alle Projektanforderungen erfüllen.

Das Prozessierungs-Setup von Arctia-Meritaito für die Nachbearbeitung der aufgenommenen Daten basierte auf den Empfehlungen von Leica Geosystems: Neben der Punktwolkenverarbeitungssoftware Terrasolid und der hydrographischen Softwaresuite QPS wurde Leica LiDAR Survey Studio (LSS) verwendet, um alle Wellenform- und Positionsdaten zu verarbeiten und die Vierband-Kameradaten des Chiroptera 4X einzubeziehen. Arctia-Meritaito lieferte die Ergebnisse etwa acht Wochen nach der Datenerfassung. (jr)

www.arctia.fi

www.leica-geosystems.com

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Gesegnet sei der digitale Zwilling https://www.business-geomatics.com/gesegnet-sei-der-digitale-zwilling/ Mon, 03 Jun 2019 12:13:03 +0000 http://www.business-geomatics.com/bgx/?p=7808 STRABAG und Viscan: Höhengenauigkeit bei Drohnenvermessung auf dem Prüfstand STRABAG und Viscan haben im Zuge des STRABAG-Pilot-Bauvorhabens BIM SE in Baden-Württemberg die Höhengenauigkeit bei der Drohnenvermessung im Fahrbahnbereich untersucht. mehr lesen Berliner Schlosskeller: Konstruktionsprüfung mittels 3D-Punktwolke aus terrestrischen Laserscans Im Berliner Humboldt Forum sollen die freigelegten Mauern des Schlosskellers der Öffentlichkeit durch einen Besuchersteg zugänglich […]

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Drohne Phantom 4 über einer Autobahn. Foto: STRABAG

STRABAG und Viscan: Höhengenauigkeit bei Drohnenvermessung auf dem Prüfstand

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STRABAG und Viscan: Höhengenauigkeit bei Drohnenvermessung auf dem Prüfstand https://www.business-geomatics.com/strabag-und-viscan-hoehengenauigkeit-bei-drohnenvermessung-auf-dem-pruefstand/ Mon, 03 Jun 2019 10:56:44 +0000 http://www.business-geomatics.com/bgx/?p=7798 STRABAG und Viscan haben im Zuge des STRABAG-Pilot-Bauvorhabens BIM SE in Baden-Württemberg die Höhengenauigkeit bei der Drohnenvermessung im Fahrbahnbereich untersucht. Im Zuge der Digitalisierung im Baugewerbe wird eine realistische und detailgetreue Darstellung des Straßenzustandes zunehmend wichtiger, um für alle Projektbeteiligten aussagekräftiges Datenmaterial zur Entscheidungsfindung zur Verfügung zu stellen. Die Drohne gilt als kostengünstiges Werkzeug, um […]

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STRABAG und Viscan haben im Zuge des STRABAG-Pilot-Bauvorhabens BIM SE in Baden-Württemberg die Höhengenauigkeit bei der Drohnenvermessung im Fahrbahnbereich untersucht.
Vergleich manueller Flug mit programmiertem Nadirflug (DGM-Abweichungsanalyse). Foto: Viscan

Vergleich manueller Flug mit programmiertem Nadirflug (DGM-Abweichungsanalyse). Foto: Viscan

Im Zuge der Digitalisierung im Baugewerbe wird eine realistische und detailgetreue Darstellung des Straßenzustandes zunehmend wichtiger, um für alle Projektbeteiligten aussagekräftiges Datenmaterial zur Entscheidungsfindung zur Verfügung zu stellen. Die Drohne gilt als kostengünstiges Werkzeug, um grundlegende Daten für die Beweisdokumentation, den Planungsprozess, die CAD-Bearbeitung bis hin zur Bauabrechnung zu liefern.

Die Genauigkeitsanforderungen bei der Bestandserfassung im Fahrbahnbereich für Straßenoptimierungen liegen dabei bei rund einem Zentimeter in Lage und Höhe. Damit ist der Einsatz einer Photogrammetriedrohne oft ausgeschlossen oder der Bestand muss doppelt erfasst werden. Einerseits möchte man auf die Vorzüge eines Orthophotos und einer Punktwolke nicht verzichten, andererseits ist eine Tachymeteraufnahme unerlässlich, um die geforderte Höhengenauigkeit zu erzielen.
Untersuchungsinhalte
Im Rahmen des Pilotprojekts „BIM in der Straßenerhaltung in Baden-Württemberg“ des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg haben die Strabag GmbH, Direktion Baden-Württemberg, und der Spezialist für Drohnenvermessung Viscan Solutions GmbH untersucht, wie die Höhengenauigkeit im Fahrbahnbereich bei Vermessung via Drohne gesteigert werden kann. Auf der Landesstraße 1151 (Reichenbach nach Schlichten) in der Region Stuttgart werden für das Pilotprojekt umfangreiche Untersuchungen im Hinblick auf die Bestandserfassung bei Straßenerhaltungsmaßnahmen durchgeführt. „Um für die modellbasierte Planung im BIM-Prozess aussagekräftige und virtuelle Bestandsmodelle erzeugen zu können, benötigen wir verlässliche Punktwolken und detailreiche Orthophotos“, so Gerhard Seifert, Leiter der Stabstelle Vermessung & Bauabrechnung und bei der STRABAG GmbH in Baden-Württemberg zuständig für BIM.
Die circa sechs Meter breite Landstraße 1151 führt kurvenreich mit bis zu 130 Metern Höhenunterscheid auf zwei Kilometern durch bewaldetes Gebiet und wurde unter realen Bedingungen bei Verkehr (mit mobiler Verkehrssicherung bei der Tachyme- teraufnahme) vermessen. Um eine Grundlage für Genauigkeitsvergleiche zu schaffen, wurde ein trassennahes Festpunktfeld angelegt, durch Feinnivellement die Höhen bestimmt und damit die Basis für eine Nullmessung mittels Präzisionstachymeter gelegt. Für die Drohnenvermessung kamen zwei Modelle des Herstellers DJI zum Einsatz – die Phantom 4 RTK der Viscan Solutions GmbH und die Inspire 2 der STRABAG GmbH.
Untersucht wurden normale Vermessungsflüge mittels Flugplanung mit Überlappung 80/80 und Flughöhe 50 Meter sowie Kreuzverbandflüge. Die durch bisherige Erfahrungen durch Viscan Solutions favorisierte Methode eines manuellen Fluges mit Flughöhen von ca. 20 Metern und geneigten Kamerawinkeln von 60 bis 70 Grad wurde ebenfalls eingehend untersucht.
Laut Viscan-Geschäftsführer Nicolai Nolle werden durch diese für den Drohnenpiloten anspruchsvollen Messungen eine sehr hohe Bodenauflösung sowie bessere Schnittbedingungen bei der Berechnung der Punktwolken erzeugt, sowie vertikale Objekte wie Borde präziser abgebildet. „Durch Einsatz von RTK (Real-Time-Kinematic) wird das Bildrauschen, sowie die Anzahl der benötigten Passpunkte zudem signifikant reduziert“, so Nolle.
Ergebnisse
Abweichungen der Genauigkeit an Passpunkten zwischen dem Flug ohne RTK und einem manuellen Flug mit RTK. Grafik: STRABAG

Abweichungen der Genauigkeit an Passpunkten zwischen dem Flug ohne RTK und einem manuellen Flug mit RTK. Grafik: STRABAG

Wie von den beteiligten Unternehmen erwartet, erreichte der geplante Nadirflug ohne RTK im einfachen Gebiet Höhengenauigkeiten von ca. zwei bis vier Zentimetern, fiel aber nach Angaben von Viscan im bewaldeten und ansteigenden Gebiet durch inhomogene Flughöhen und Fokussierungsprobleme der Kamera deutlich ab und erreichte im Mittel eine Genauigkeit von nur sieben Zentimetern. Dagegen erreichte der Flug von Viscan mit drei manu- ell geflogenen Linien und RTK auch in den schwierigen Waldgebieten ein absolutes Mittel von 1,2 Zentimetern mit nur 6 anstatt 32 verwendeten Passpunkten. Im mittelschwierigen Gebiet am Bauanfang konnten, so Nolle, sogar Genauigkeiten von im Mittel acht Millimetern erreicht werden.

Diese präzisen Ergebnisse von Viscan im Fahrbahnbereich konnten unabhängig auch Tage später – bei veränderten Witterungsverhältnissen und wechselnden Drohnenpiloten – mit der Inspire 2 durch die STRABAG bei einem ähnlichen manuellen Flug mit im Mittel sechs Millimetern Abweichung erneut generiert werden. „Die benötigte Aufnahmezeit der Drohnenbefliegung konnte zudem mit circa zwei bis drei Stunden für zwei Kilometer Strecke sehr wirtschaftlich gestaltet werden“, so Nolle.
Vergleich mit dem Tachymeter
Das Projektteam diskutierte und untersuchte auch den Sinn eines Vergleiches von flächenhaften Drohnenmodellen mit präzisen Einzelpunktaufnahmen in einem vordefinierten Raster. Durch die selektive Auswahl des Vermessers wird bei einer in die Jahre gekommenen Straße nur alle zehn Meter ein genauer Punkt erfasst, der auch kontrollierbar ist, aber die Unebenheiten zwischen zwei Punkten völlig außer Betracht lässt.
Daher wurden bei dieser Untersuchung Punkte am Fahrbahnrand im Meterraster bestimmt und mit der selektiven Zehn-Meter-Messung sowie den Ergebnissen aus der Drohne verglichen. Auffallend war dabei, dass 15 Prozent aller Tachymetermessungen des 1m-Rasters mehr als ein Zentimeter vom 10m-Tachymeterraster abwichen, so Tobias Ziegler, der bei der STRABAG in Baden-Württemberg für die Drohnenauswertungen zuständige Vermessungsingenieur. „Wenig überraschend bildet die Punktwolke der Drohne den Randverlauf viel präziser als die 10m-Messung ab“, so Nolle. Die Abweichungen der Drohnen bewegten sich im gleichen Bereich von sieben Millimetern wie die vergleichende Tachymetermessung.
„Die erzielten Ergebnisse werden dazu beitragen, die Drohnenvermessung auch im Fahrbahnbereich mehr als nur konkurrenzfähig zur selektiven Einzelpunkt-Tachymeter Aufnahme zu machen“, so Seifert. Die präzise Abbildung der Straßenoberflächen und die extrem detailreichen Orthophotos bieten einen enormen Mehrwert aus einer einzigen Aufnahme und die Grundlagen für Bewertungen des Bestandes sowie das modellbasierte Planen in der Straßenerhaltung“, bestätigt Nolle abschließend. „Auf Grundlage dieser Ergebnisse werden wir in den kommenden Wochen Untersuchungen zur Lage- und Flächengenauigkeit durchführen und weiterführend wird eine automatische Ableitung von Bestandsunterlagen mit Hilfe der Viscan-KI (künstlicher Intelligenz) zur herkömmlichen Messung und Darstellung betrachtet.” (sg)

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Berliner Schlosskeller: Konstruktionsprüfung mittels 3D-Punktwolke aus terrestrischen Laserscans https://www.business-geomatics.com/berliner-schlosskeller-konstruktionspruefung-mittels-3d-punktwolke-aus-terrestrischen-laserscans/ Mon, 03 Jun 2019 10:48:31 +0000 http://www.business-geomatics.com/bgx/?p=7794 Im Berliner Humboldt Forum sollen die freigelegten Mauern des Schlosskellers der Öffentlichkeit durch einen Besuchersteg zugänglich gemacht werden. Um zu überprüfen, ob die geplante Konstruktion in das Gewölbe passt, hat ARC-GREENLAB eine hochgenaue 3D-Punktwolke aus terrestrischen Laserscans angefertigt.   Vor zehn Jahren hat das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) die ARC-GREENLAB GmbH mit der […]

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Im Berliner Humboldt Forum sollen die freigelegten Mauern des Schlosskellers der Öffentlichkeit durch einen Besuchersteg zugänglich gemacht werden. Um zu überprüfen, ob die geplante Konstruktion in das Gewölbe passt, hat ARC-GREENLAB eine hochgenaue 3D-Punktwolke aus terrestrischen Laserscans angefertigt.

 

Der historische Schlosskeller des alten Berliner Stadtschlosses: 2009 legten Archäologen den Fund in Berlins Mitte frei. Jetzt sollen Besucher das alte Gemäuer über einen Steg bestaunen können. Foto: arc-greenlab GmbH; pixelio (Rainer Sturm)


Der historische Schlosskeller des alten Berliner Stadtschlosses: 2009 legten Archäologen den Fund in Berlins Mitte frei. Jetzt sollen Besucher das alte Gemäuer über einen Steg bestaunen können. Foto: arc-greenlab GmbH; pixelio (Rainer Sturm)

Vor zehn Jahren hat das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) die ARC-GREENLAB GmbH mit der Vermessung des neuen Humboldt Forums in Berlins Mitte beauftragt. Zu diesem Zeitpunkt war der Abriss des Palasts der Republik bereits abgeschlossen – zwischen Ale- xanderplatz und Brandenburger Tor befand sich eine Wiese. Archäologen legten hier die Überreste des historischen Schlosskellers des alten Berliner Stadtschlosses frei. Mittlerweile sind die Bauarbeiten am Humboldt Forum fast beendet. Rohbau, Fassaden und Kuppel sind fertig und auch der historische Schlosskeller ist in den Bau integriert worden.

Nun soll der Fund der Öffentlichkeit durch einen Besuchersteg zugänglich gemacht werden. Dabei sollen einerseits die alten Mauern soweit möglich erhalten bleiben. Andererseits besteht die Pflicht, verschiedene Mindestmaße wie etwa die Durchfahrtsbreiten für den barrierefreien Zugang einzuhalten. Die Planung der Besucherstegkonstruktion basiert allerdings auf alten tachymetrischen Aufmaßen, die bei den ersten Vermessungen für den Neubau des Humboldt Forums erfasst wurden. Ob die daraus erstellte Ausführungsplanung tatsächlich umgesetzt werden kann, sollte noch einmal durch ein Aufmaß der aktuellen örtlichen Situation geprüft werden.

 

Punktwolke als Ausgangspunkt
„Nach mehr als sechs Jahren Bauzeit und technologischer Weiterentwicklung stehen heute andere Messverfahren zur Verfügung“, sagt Frank Seidel, Projektleiter bei ARC-GREENLAB. „Im Bereich der Bestandsaufnahme kommt 3D-Laserscanning durch die Verbesserung der Hard- und Softwaresysteme mittlerweile standardmäßig zum Einsatz.“ So auch in diesem Fall. ARC-GREENLAB erfasste den etwa 40 Meter mal 20 Meter großen Bereich des historischen Schlosskellers mit 24 Scanstandpunkten. Dabei nutzte das Unternehmen den Laserscanner Leica RTC360 zusammen mit der mobilen App Leica Cyclone FIELD 360 und einem außendiensttauglichen Panasonic-Tablet.
Die einzelnen Scans wurden dann durch cloud-to-cloud-Algorithmen in Kombination mit einem Visual Inertial System (VIS), das mit fünf integrierten Kameras und einer Inertial Measurement Unit arbeitet, verknüpft und zu einer Punktwolke zusammengeführt. „Der gesamte Erfassungsprozess wird auf dem Tablet visualisiert und gesteuert. Das Scanprojekt wird direkt im Feld registriert“, erklärt Seidel.

 

Prüfung und Dokumentation
Mit der referenzierten Punktwolke ist die geometrische Information des Raumes in Gänze verfügbar. Für den Ab- gleich der geplanten Stegkonstruktion mit den Bestandsmaßen wurden Punktwolke und 2D-Ausführungsplanung des Besucherstegs im CAD-System dargestellt. „So können wir die Bereiche identifizieren, in denen die Planung mit dem Bestand kollidiert oder Engstellen vorhanden sind“, so Seidel.
Für den Bau des Besucherstegs gilt es, mögliche Kollisionen mit den Mauern des historischen Schlosskellers vorab zu überprüfen. Foto: arc-greenlab GmbH

Für den Bau des Besucherstegs gilt es, mögliche Kollisionen mit den Mauern des historischen Schlosskellers vorab zu überprüfen. Foto: arc-greenlab GmbH

Wo eine Kollision erkannt wird, werden die Bestandsmauern dann im Detail digital erfasst und Vorsprünge, Einzelsteine oder Sockel der Ziegelsteinmauern in der weiteren Planung berücksichtigt. Die Bearbeitung wird dabei durch die Software Leica TruView unterstützt. In ihr können Panoramabilder der Punktwolken standpunktbezogen betrachtet und einfache Messungen durchgeführt werden. „Als Ergebnis wird ein Lage- und Höhenplan zusammen mit der TruView-Dokumentation an die Planer übergeben“, erklärt Seidel.

Die Verwendung von 3D-Laserscanning bietet durch die minimierten Messzeiten vor Ort, den Umfang an geometrischen Informationen und der fotorealistischen Dokumentation wesentliche Vorteile gegenüber herkömmlichen tachymetrischen Verfahren, wie sie bei den ersten Vermessungen des historischen Schlosskellers angewendet wurden, betont Seidel. „Allerdings sind die großen Datenmengen auch eine Herausforderung. Sie führen neben höheren Datenhaltungskosten auch zu Barrieren im Datenaustausch mit anderen Projektbeteiligten. Zudem muss teilweise Spezialsoftware eingesetzt werden, um die Punktwolken darstellen zu können.“ In künftigen Projekten sollen solche Probleme mittels Building Information Modeling (BIM) umgangen werden, wie Seidel erklärt.
„Die Planung der Besucherstegkonstruktion würde zum Beispiel in Zukunft in Form eines 3D-Modells als Teil eines übergeordneten BIM-Projekts vorliegen. Die Kollisionsprüfung könnte so durch Verschneiden des Modells mit der Scanpunktwolke erfolgen.“ (vb)

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Produktive Workflows von Datenerfassung bis Nutzung: Microdrones und Esri kooperieren https://www.business-geomatics.com/produktive-workflows-von-datenerfassung-bis-nutzung-microdrones-und-esri-kooperieren/ Mon, 03 Jun 2019 10:41:26 +0000 http://www.business-geomatics.com/bgx/?p=7790 In Datenworkflows sehen sowohl Microdrones als auch Esri große Potenziale. Zwischen Datenerhebung und -nutzung etablieren sich auch Methoden der Künstlichen Intelligenz. Die Theorie ist so alt wie das GIS selbst: Qualitativ hochwertige, aktuelle Luftbilder zu nutzen, war schon immer der Wunsch von Anwendern. Doch dieser blieb bis vor wenigen Jahren nur schwer zu erfüllen. Luftbild-Befliegungen […]

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In Datenworkflows sehen sowohl Microdrones als auch Esri große Potenziale. Zwischen Datenerhebung und -nutzung etablieren sich auch Methoden der Künstlichen Intelligenz.

Datenerfassung per Drohne: Von der hohen Aufnahmequalität profitieren dann u.a. die späteren GIS-Analysen. Foto: Microdrones

Datenerfassung per Drohne: Von der hohen Aufnahmequalität profitieren dann u.a. die späteren GIS-Analysen. Foto: Microdrones

Die Theorie ist so alt wie das GIS selbst: Qualitativ hochwertige, aktuelle Luftbilder zu nutzen, war schon immer der Wunsch von Anwendern. Doch dieser blieb bis vor wenigen Jahren nur schwer zu erfüllen. Luftbild-Befliegungen per Flugzeug wurden nur im Abstand einiger Jahre gemacht und die Auflösung unterhalb von 10 Zentimetern blieb zunächst selten. Ab den späten Nullerjahren kam dann mit den Drohnen eine Technologie auf, die diese Lücke zu schließen begann. Nun war es möglich, aktuelle Orthofotos kleinerer Gebiete und photogrammetrisch erzeugte 3D-Bilder von Infrastrukturobjekten zu erzeugen. Die neue Quelle für Vermessungsdaten sprudelte schnell ergiebig, doch in gleichem Maße kam die Herausforderung auf den Plan, die erfassten Daten möglichst produktiv im GIS zu nutzen.

Nun haben zwei technologisch führende Unternehmen auf diesem Gebiet eine Zusammenarbeit bekannt gegeben. Der Hersteller von Vermessungsdrohnen Microdrones und der weltweite GIS-Anbieter Esri veranstalten erstmals gemeinsam Webinare. Darin wollen beide Unternehmen die Synergien zeigen, die in der engen Integration von GIS und UAV liegen.

Vor allem geht es um produktive Workflows von der Datenerfassung bis zur Endnutzung. Weitere Zusammenarbeit bei Softwareentwicklung oder Vertrieb sind zunächst nicht geplant. Genauso wenig basiert die Zusammenarbeit auf Exklusivität, sondern auf dem Charme der inhaltlichen Zusammenarbeit auf einem Gebiet, auf dem noch immer Pionierarbeit zu leisten ist. „Wir sind von der Leistungsfähigkeit der Microdrones-Lösungen begeistert und wissen, wie sehr unsere Kunden hochgenaue Daten schätzen und fordern“, sagt Christoph Kany, Account Manager bei Esri Deutschland. Nach den ersten Webinaren am 18. Juni sowie Mitte Juli sollen weitere gemeinsame Projekte entwickelt werden. „Damit adressieren wir alle möglichen GIS-Zielgruppen. Derzeit ist das Interesse in den Bereichen Forst, Agrar, Umwelt, Innere Sicherheit, Versicherungswirtschaft und in der Bauindustrie besonders hoch“, so Kany. Drohnen seien heute schon bei vielen Kunden elementarer Bestandteil im Asset Management und deren Bedeutung werde weiter stark steigen, so der diplomierte Geograph. Aus Sicht von Microdrones geht es darum, die Datenaufarbeitung ihrer Vermessungslösungen weiter in Richtung der Endanwender hin zu optimieren.

Produktive Schnittstelle

Microdrones hat sich strategisch bereits vor einigen Jahren so aufgestellt, drohnenbasierte Vermessungsanwendungen zu entwickeln und versteht sich demnach als reiner Lösungsanbieter. Den Fokus auf GIS-Märkte verfolgt das Unternehmen weltweit. Mit der Kooperation will Microdrones nun den GIS-Anwendergruppen die Vorteile näherbringen, die in der engen Kopplung von UAV-Lösungen und dem GIS liegen.

Umgekehrt hat auch Esri als GIS-Anbieter die UAV-Entwicklungen als wichtigen Datenlieferanten seit Langem im Fokus. Mit Drone2Map hat das Unternehmen im Jahr 2016 ein Produkt in den Markt eingeführt, das speziell auf die Verarbeitung von Drohnendaten zielt. Die Anwendung ist Bestandteil der Esri Geospatial Cloud und hat die Aufgabe, die Daten in verschiedenste Anwendungen, Apps und Portale im Zuge teilautomatisierter Workflows zu integrieren. Drone2Map enthält die Bildverarbeitungs-Engine von Pix4D, mit der Bilder von Drohnen analysiert und 2D- und 3D-Karten konvertiert werden können. Der besondere Ansatz der Esri-Plattform ist es, dass Daten-Workflows multidimensional gedacht werden. Konkret geht es darum, dass die erfassten Primärdaten, im Fall von Drohnen sind dies meist Bilder oder auch Laserscandaten, für möglichst viele Endanwendungen maßgeschneidert aufgearbeitet werden.

Spezialtool

Drone2Map bietet als Expertentool verschiedenste Werkzeuge für die Bearbeitung. Das beginnt bei schnellen Analysen für die Vorabprüfung der Drohnendaten und geht über spezielle Mapping-Anwendungen für 2D-Daten, die Erstellung von 3D-Produkten bis hin zu spezialisierten Inspektionswerkzeugen, bei denen die erfassten Objekte aus den verschiedensten Perspektiven visualisiert werden können. Für alle vier Teilbereiche gibt es Templates in Drone2Map. Ebenso wird die Definition von Ground Control Points (gcp) unterstützt, mit denen Anwender Einfluss auf die Genauigkeit der Punktwolken nehmen können.

Analyse von Drohnendaten: Die 3D-Punktwolke einer Straßenbrücke ist Zentrum der Infrastrukturplanung. Eine Analyse in ArcGIS Pro untersucht, inwiefern davon Radwege (die per Webdienst eingeladen werden) betroffen sind. Foto: Esri

Analyse von Drohnendaten: Die 3D-Punktwolke einer Straßenbrücke ist Zentrum der Infrastrukturplanung. Eine Analyse in ArcGIS Pro untersucht, inwiefern davon Radwege (die per Webdienst eingeladen werden) betroffen sind. Foto: Esri

Für spezielle Analysen werden die Daten an ArcGIS Pro übergeben, dem GIS-Expertenwerkzeug von Esri. Als Beispiel für die erweiterte Analysefunktionen führt Christoph Kany den Bau einer Straßenbrücke an. Der Kunde kann beispielsweise einfach feststellen, ob davon auch umliegende, öffentliche Radwege betroffen sind. „Dazu lädt der Nutzer aus dem umfangreichen Dienste- und Datenangebot von ArcGIS Online zur Beantwortung seiner räumlichen Fragestellungen die jeweiligen Daten in seine Karte“, so Kany. Er kann dabei einfach auswählen, wie die Radwege visualisiert werden sollen und stellt dann unmittelbar fest, ob sich dies mit der Brückenkonstruktion überschneidet.

Eine weitere Analysemöglichkeit ist die Berechnung des Erdaushubs, der durch die Analyse der 3D-Punktwolken berechnet wird. Dies kann der GIS-Planer an die entsprechenden Kostenstellen weitergeben oder an das bauausführende Unternehmen. Je genauer hierbei die erfassten Daten, desto zuverlässiger die Ergebnisse und effizienter die Arbeitsprozesse. „Auch für uns als Lösungsanbieter ist es beeindruckend zu sehen, in wie vielen GIS-Anwendungsfällen sich konkrete Vorteile für die gesamte Organisation ergeben“, so Mirjam Bäumer, Marketing Manager Europe bei Microdrones.

Ausblick KI

Einer der aktuellen Bereiche bei der Entwicklung von GIS-Technologie ist für Esri die Nutzung von Künstlicher Intelligenz und Machine Learning. Auch dazu gibt es bereits zahlreiche Use Cases zur Nutzung drohnenbasierter Daten. Mit GeoAI gibt es bereits ein Schlagwort, unter dem Esri seit geraumer Zeit Nutzer und darunter zahlreiche Entwicklungen subsummiert. Für das Unternehmen geht es unter anderem darum, KI-Systeme für GIS-Analysen zu nutzen und die Ergebnisse in die Workflows zu integrieren. Zur Anwendung kommt dieses Verfahren etwa bei der Fortführung und Aktualisierung von 3D-Stadtmodellen, bei denen die Drohnendaten mit KI analysiert und Änderungen im Bestand erkannt werden. Zudem soll KI die Klassifizierung einzelner Messpunkte zu Objekten oder Gebäuden unterstützen und stärker automatisieren. Besonders wirksam ist KI bei der Mustererkennung. „So können bei Großveranstaltungen auf Basis der Drohnendaten beispielsweise die Anzahl der anwesenden Menschen automatisch geschätzt werden, Risse in der Oberfläche einer Start- und Landebahn detektiert oder einzelne Bäume im Kronendach identifiziert werden“, beschreibt Kany. (sg)

www.microdrones.de

www.esri.de

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Interview zur 3D-Bestandsdokumentation: „Die genaue Erfassung hilft Bauforschern” https://www.business-geomatics.com/interview-zur-3d-bestandsdokumentation-die-genaue-erfassung-hilft-bauforschern/ Mon, 03 Jun 2019 10:18:46 +0000 http://www.business-geomatics.com/bgx/?p=7775 Nachgefragt bei Professor Johannes Cramer, Professor für Bau- und Stadtbaugeschichte an der TU Berlin, und Lars Sörensen, Geschäftsführer von Scan3D, über Chancen und Grenzen der digitalen 3D-Bestandsdokumentation in der Denkmalpflege.   Im Umfeld des Brandes von Notre Dame wird viel von der 3D-Punktwolke des Gebäudes gesprochen, die vor einigen Jahren erfasst wurde. Welche Aussagekraft haben […]

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Nachgefragt bei Professor Johannes Cramer, Professor für Bau- und Stadtbaugeschichte an der TU Berlin, und Lars Sörensen, Geschäftsführer von Scan3D, über Chancen und Grenzen der digitalen 3D-Bestandsdokumentation in der Denkmalpflege.

 

Der freie Architekt Prof. Dr.-Ing. Johannes Cramer ist emeritierter Professor für Bau- und Stadtbaugeschichte an der TU Berlin. Mit dem Buch „Architektur im Bestand“ hat er 2007 eines der gültigen Standardwerke für das Thema verfasst. Foto: Johannes Cramer

Der freie Architekt Prof. Dr.-Ing. Johannes Cramer ist emeritierter Professor für Bau- und Stadtbaugeschichte an der TU Berlin. Mit dem Buch „Architektur im Bestand“ hat er 2007 eines der gültigen Standardwerke für das Thema verfasst. Foto: Johannes Cramer

Im Umfeld des Brandes von Notre Dame wird viel von der 3D-Punktwolke des Gebäudes gesprochen, die vor einigen Jahren erfasst wurde. Welche Aussagekraft haben die 3D-Punktwolken überhaupt für die bauhistorische Dokumentation?

Cramer: Hinreichende Genauigkeit vorausgesetzt kann die Punktwolke einen Vergleich des alten Zustands mit den gegenwärtigen Veränderungen infolge des Brandes leisten und damit zur Beurteilung von Art und Ausmaß der Schäden beitragen.
Sörensen: Vollständigkeit und geometrische Qualität hängen sehr stark vom Aufnahmekonzept, den verwendeten Sensoren und der Datenverarbeitung ab. Es ist unbedingt eine Analyse der vorliegenden Daten erforderlich.

 

Wissen Denkmaleigentümer um die Potenziale der digitalen Verfahren zur detaillierten Bestandsaufnahme?
Sörensen: Obwohl 3D-Scanning ja schon vergleichsweise lange existiert, wird die Technik von den meisten Denkmaleigentümern noch eher skeptisch beurteilt. Das liegt unter anderem am fehlenden Verständnis für die technischen Grundlagen.

 

Was können Bauforscher von der digitalen 3D-Dokumentation lernen?
Cramer: Bauforscher können schneller in die Erfassung von Befunden und Informationen einsteigen. Darüber hinaus lassen sich alle erfassten semantischen Informationen des Befunds im Kontext des Bauwerks zuordnen und miteinander vernetzen.

 

Kann man von der Digitalisierung des Bauaufmaßes gleichzeitig eine Verbesserung der Dokumentation erwarten?
Cramer: In jedem Fall, wenn die digitale Erfassung die Auseinandersetzung mit dem konkreten Bauwerk nicht vollständig ersetzt.

 

Zum Thema Wirtschaftlichkeit: Die 3D-Erfassung von Gebäuden ist aufwändig und teuer. Wie wird die Wirtschaftlichkeit bewertet?
Cramer: Jede gründliche Erfassung ist aufwändig – nicht nur der 3D-Scan. Wesentlich ist, dass alle Beteiligten nur eine einzige, gut überlegte und sorgfältig hergestellte Unterlage nutzen und nicht jeder seinen eigenen – dann meist schnell hingehudelten – Plansatz, der dann auch noch von dem der weiteren Fachleute abweicht.

 

Könnte also das hochgenaue Komplettaufmaß per Scanner andere Verfahren nicht nur ergänzen, sondern auch substituieren?
Sörensen: Aufgrund der begrenzten Aufnahmeauflösung kann das terrestrische Laserscanning die Erfassung vieler Details nicht ersetzen sondern nur ergänzen.
Cramer: Substituieren nicht, aber als verlässliche Arbeitsgrundlage ergänzen und verfeinern.
Lars Sörensen ist Zimmermann, Dipl.-Ing. Architektur und Beratender Ingenieur mit dem Schwerpunkt Bauen im Bestand. Seit 2005 ist er als Gründer und Geschäftsführer für die Scan3D GmbH tätig. Foto: Scan3D

Lars Sörensen ist Zimmermann, Dipl.-Ing. Architektur und Beratender Ingenieur mit dem Schwerpunkt Bauen im Bestand. Seit 2005 ist er als Gründer und Geschäftsführer für die Scan3D GmbH tätig. Foto: Scan3D

Wie ist die Situation generell in der Denkmalpflege: Sind Baudenkmäler genügend messtechnisch erfasst?

Cramer: Nein. In der Regel erfolgen Aufmaß und Dokumentation erst als Vorbereitung geplanter Maßnahmen. Unfälle wie bei Notre Dame sind nicht vorgesehen.

 

Entwurf, Planung und Umsetzung sind klassischerweise getrennte Phasen in der Bauwirtschaft. Wie kann die digitale Vermessung die Brücken über die verschiedenen Zyklen bilden?
Cramer: Die flächige Dokumentation sämtlicher Oberflächen mit Schnitten als Digitalisat könnte grundsätzlich von allen Verfahrensbeteiligten einheitlich verwendet werden – wird es aber bisher nicht.

 

Oder anders gefragt: Greift der BIM-Gedanke auch in der Denkmalpflege?
Cramer: Bisher nicht, sollte er aber.
Sörensen: Im Falle historischer und verformter Bausubstanz bis hin zu Monumental- und Sakralbauten bieten die etablierten BIM-Plattformen bisher keine geeigneten Werkzeuge, um auf Grundlage der Punktwolke ein ausreichend verformungsgetreues Modell zu erstellen.

 

Als Zielgruppen der Bestandsaufnahmen werden Bauforschung, Historiker oder Techniker genannt: Wie profitieren die einzelnen Gruppen von den digitalen Aufmaßen?
Cramer: Die Erfassung sämtlicher Flächen hilft Bauforschern und Restauratoren. Die Beurteilung von Verformungen gibt den Tragwerksplanern und Architekten wichtige Hinweise für die Planung von Instandsetzungs- und Ergänzungsmaßnahmen.

 

Das Thema Langzeitarchivierung des digitalen Bestands dürfte Denkmalpfleger sicher interessieren. Gibt es ein (Problem-) Bewusstsein gegenüber diesem Thema?
Cramer: Einzelne Arbeitsgruppen befassen sich mit dem Problem, ohne dass es bisher zu einer nachhaltigen Lösung mit der langfristigen Verwendbarkeit der Daten gekommen wäre.
Sörensen: Die Langzeitarchivierung ist heutzutage möglich, wird aber in der Praxis kaum umgesetzt. Die erhaltenen Baudenkmäler bleiben das sicherste „Dokument“.

 
 
 

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Bestandsvermessung historischer Bauwerke: Scan3D definiert maßstabsabhänige Anforderungen https://www.business-geomatics.com/bestandsvermessung-historischer-bauwerke-scan3d-definiert-massstabsabhaenige-anforderungen/ Mon, 03 Jun 2019 10:12:59 +0000 http://www.business-geomatics.com/bgx/?p=7771 Scan3D definiert maßstabsabhängige Anforderungen an Genauigkeit und Detaillierung von Vermessungsergebnissen beim Einsatz in der 3D-Vermessung. Seit fast 20 Jahren werden 3D-Laserscanner eingesetzt, um historische Bauwerke und Denkmäler dreidimensional zu vermessen. Zuvor wurde die Bestandsvermessung mit Handaufmaß und Tachymetern erledigt, was zwar zu sehr genauen, aber keinem vollständigen und digitalen Aufmaß führte. Seitdem hat sich eine […]

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Scan3D definiert maßstabsabhängige Anforderungen an Genauigkeit und Detaillierung von Vermessungsergebnissen beim Einsatz in der 3D-Vermessung.

Durch Schnitte durch die 3D-Modellierung werden 2D-CAD abgeleitet, die nach wie vor unverzichtbar sind. Foto: Scan3D

Durch Schnitte durch die 3D-Modellierung werden 2D-CAD abgeleitet, die nach wie vor unverzichtbar sind. Foto: Scan3D

Seit fast 20 Jahren werden 3D-Laserscanner eingesetzt, um historische Bauwerke und Denkmäler dreidimensional zu vermessen. Zuvor wurde die Bestandsvermessung mit Handaufmaß und Tachymetern erledigt, was zwar zu sehr genauen, aber keinem vollständigen und digitalen Aufmaß führte. Seitdem hat sich eine rasante Entwicklung vollzogen. In der Praxis des denkmalgerechten Bestandsaufmaßes und der Bauaufnahme sind die Verfahren des 3D-Scanning und der digitalen Photogrammetrie bekannt. Digitale Messverfahren können die Grundlage für eine qualifizierte Untersuchung des Bauwerks oder Objekts bilden. Sie ergänzen oder ersetzen die klassischen Aufmaßverfahren, kommen bei statischen Analysen historischer Tragwerke, bei Deformationsanalysen verformter Gebäude oder auch einfach bei der Visualisierung einer Maßnahme zum Einsatz.

Mit dieser Entwicklung sind aber auch neue Herausforderungen auf den Plan getreten. Neben dem Aufbau der digitalen Vermessungskompetenz ist eine erfolgreiche Adaption der innovativen Technologie gefragt. Das beginnt bei Ausschreibungen, innerhalb derer Leistungen genau spezifiziert und beschrieben werden sollten. Kosten und Leistungen sollten also quantitativ und qualitativ bewertbar sein.

Für die Bestandsvermessung gibt es verschiedene Normen und Regelungen. Die DIN 1356 beschreibt die Informationsdichten von Bestandsaufmaßen. Sie besitzt aber lediglich zwei Detaillierungsstufen für die Informationsdichte der Dokumentation. Die Empfehlungen für Baudokumentationen des Lan- desdenkmalamts Baden-Württemberg kennt zwar bereits vier Genauigkeitsstufen, allerdings stammen diese aus den 1990er Jahren und berücksichtigen keine digitalen Verfahren zum Aufmaß. Die Ingenieursvermessung repräsentiert die DIN 18710 der Baufachlichen Richtlinien Vermessung (BFR Verm), bei der es ebenfalls vier Qualitätsstufen gibt, allerdings werden hier die speziellen Anforderungen der Denkmalpflege nicht abgedeckt.

In dieser fachlichen Lücke ist Scan3D aus Berlin seit Jahren tätig. Das Unternehmen beschäftigt sich seit dem Jahr 2001 mit dem Einsatz von 3D-Laserscanning. Neben der Umsetzung von hunderten Projekten und der Forschung gehört auch die Entwicklung von Software zur Auswertung von Laserscannerdaten und photogrammetrischen Aufnahmen zu den Referenzen. Der Bereich der hochgenauen Bestandsdaten reicht bis hinein in die Submillimeter – nicht nur im Denkmalschutz, sondern auch in Branchen wie der Industrie oder dem Anlagenbau.

„Vollständigkeit und geometrische Qualität hängen sehr stark vom Aufnahmekonzept, den verwendeten Sensoren und der Datenverarbeitung ab. Es ist unbedingt eine Analyse der vorliegenden Daten erforderlich, da oft keine höhere Genauigkeit als +/- 1-2cm erreicht wird“, konstatiert Geschäftsführer Lars Sörensen. Die Vielfalt der unterschiedlichen Sensoren und Verfahren sei so groß geworden, dass die geeignete Auswahl der Sensortechnologie sehr viel schwieriger geworden ist. Einerseits gebe es die vom Scanner-Hersteller mitgelieferte Software, andererseits die spezialisierten, herstellerneutralen Programme. „Ihre jeweiligen Kombinationen besitzen Stärken und Schwächen und werden teils durch fehlende Kompatibilitäten erschwert“, erläutert Sörensen.

Das Potenzial des 3D-Laserscannings ist groß. „Es liefert eine schnelle, wirtschaftliche und vollständige Grundlage für alle weiteren Belange der Analyse und Planung“, so der Diplomingenieur. Mit einer umfassenden Dokumentation könne eine höhere Planungs- und Kostensicherheit erreicht werden, aber die Digitalisierung alleine bringe noch keine Verbesserung der Dokumentation mit sich. „In der Praxis führen die neuen Verfahren bisweilen sogar dazu, sich nicht intensiv genug mit dem Bestand zu befassen“, so Sörensen.

Textur oder Geometrie

Auch die Technik werde in der Praxis oft nicht richtig oder sogar falsch eingesetzt. Daher hat das Unternehmen eine Aufteilung von Qualitätsstufen entwickelt, das auf den gängigen Normen aufsetzt, diese aber für den speziellen Anwendungsbereich des Denkmalschutzes anwendet und neueste Technologie berücksichtigt.

Grundlegend unterscheidet Scan3D zwischen Laserscannern und Kamerasensoren zur Aufnahme der Oberflächenfarbe. „Auch wenn viele der heutigen 3D-Scanner integrierte Farbsensoren besitzen oder einige 3D-Scanner nach dem Prinzip der Stereophotogrammetrie ohne Laserlicht arbeiten und dabei automatisch Farbwerte erfassen, ist deren Aufnahmeauflösung für die Oberflächentextur von geringerer Qualität als die der Geometrie”, erklärt der Berliner Geschäftsführer. Die Auflösung von 3D-Laserscannern ist dabei geometrisch höher als jene der Farbaufnahmen der integrierten Sensoren. Je nach Anforderung gelte es für Projekte zu entscheiden, ob Farbwerte etwa mit einer speziellen kalibrierten Kamera aufgenommen werden sollten. „Für viele Anwendungen in der Restaurierung und Denkmalpflege gibt es hierfür kaum eine Alternative“, so Sörensen.

Für die geometrische Qualität ist die Qualität des 3D-Scanners, dessen Kalibrierung und die ausreichend genaue Orientierung aller Scans wichtig. Die höchstmögliche Detaillierung wird mit Streifenlichtscannern und Messarmen oder für große Objekte mit terrestrischen Laserscannern erreicht. Für eine höchstmögliche Texturqualität der farbigen Oberfläche ist ein großer Kamerasensor in Kombination mit hochwertigen Objektiven erforderlich.

Maßstab entscheidet

Detailaufnahmen an Bauschmuck oder Skulpturen erfordern höchste Genauigkeit im Bereich bis zu einem Millimeter und werden meist mit Nahbereichsscannern durchgeführt. Foto: Scan3D

Detailaufnahmen an Bauschmuck oder Skulpturen erfordern höchste Genauigkeit im Bereich bis zu einem Millimeter und werden meist mit Nahbereichsscannern durchgeführt. Foto: Scan3D

Für den Zielmaßstab M1:100 ist das Tachymeteraufmaß nach wie vor das wirtschaftlichste Verfahren. Zur Erfassung der äußeren Gebäudehülle sind hier photogrammetrische Verfahren ausreichend. Für die Farbaufnahme reichen in der Qualitätsstufe 1 die in die 3D-Scanner integrierten Farbsensoren aus. Um Objekte im Maßstab M1:50 zu modellieren, gilt das terrestrische Laserscanning inzwischen als das wirtschaftlichere Verfahren für die Bestandsaufnahme im Vergleich zur bildbasierten Analyse mittels Structure from Motion (SfM). „Egal ob per Drohne oder terrestrischer Aufnahme, mit SfM kann man oft keine zuverlässigen Genauigkeiten erreichen, zudem hängen sie stark von der Aufnahmekonfiguration ab“, so Sörensen.

Für die Aufnahme von hohen Bauwerken aus größerer Entfernung nutzt Scan3D zusätzlich Langstreckenscanner. Für einen Zielmaßstab von M1:25 sind Laserscans mit einer höheren Auflösung notwendig, also in einer Auflösung von rund drei Millimetern. Auch die weitere Verarbeitung, insbesondere die Registrierung der Scans zu einer Punktwolke, erfordert eine präzise Orientierung aller Scans mit Netzausgleichung. „Dies ist nicht in jeder Software der Scannerhersteller möglich. Geeignet seien hier etwa Spezialprogramme wie die auf Architektur und Denkmalpflege ausgerichtete Software LupoScan (Lupos3D) in Kombination mit SCANTRA.

Die Qualitätsstufe 4 mit M1:10 hat naturgemäß die höchsten Anforderungen. Hier sind, so Scan3D, zusätzliche Detailaufmaße mit Handaufmaß oder Nahbereichsscanner erforderlich. Für die Handscanner gibt es drei Arten an Systemen: die rein optischen Scanner (z.B. Creaform GoScan oder Artec), die Handlaserscanner (z.B. Creaform HandyScan) und die Streifenlichtsysteme (z.B. gom), die die höchste Genauigkeit und Detaillierung erreichen. Für Zielmaßstäbe bis M1:1 sind zur Abbildung der Geometrie spezielle Nahbereichscanner erforderlich. Hierzu zählen ein Messarm mit Scankopf oder ein Streifenlichtscansystem (Gom).

BIM in der Denkmalpflege

Auch die Architektur steht vor der Aufgabe, mit BIM-konformen CAD-Modellen zu arbeiten. Ziel ist auch hier eine Datenplattform, auf der alle am Bau- und Planungsprozess beteiligten Mitarbeiter arbeiten können. Parallel zur gebauten Realität entsteht ein Digitaler Zwilling, mit dem sich alle Prozesse des Bauens steuern und planen lassen.

Doch das BIM-Verfahren hat Grenzen. Zum einen gibt es noch kein reibungsfrei funktionierendes Datenformat zum Austausch der Modelle zwischen verschiedenen CAD-Plattformen. Vor allem sei aber die Nutzung von Freiformflächen, wie sie insbesondere den Denkmalschutz und die Dokumentation im Bestand hervorbringen, noch schwierig. „Die BIM-Modellierung ist zurzeit bei den marktgängigen Programmen noch sehr stark auf Standardformen und eine modellbasierte Neubauplanung fokussiert“, so Sörensen. Erst die aktuellste Version der IFC-Schnittstelle berücksichtige auch Freiformflächen, was sich aber noch nicht bei den Softwareprogrammen niederschlage. Die Nutzung von Polygonnetzwerken sei, so Sörensen, kein probates Mittel zur Reduktion der Datenmengen und zudem sei das Handling solcher Strukturen meist noch sehr anspruchsvoll. Daher greife der BIM-Ansatz meist nur bis zu einem Zielmaßstab M1:100. Ab einem Maßstab von M1:50 bieten sich aktuell immer noch 2D-CAD-Pläne an.

Die Zukunft geht aber auch im Denkmalschutz Richtung BIM. Aktuell baut Scan3D ein F+E-Projekt auf, bei dem es um die Integration von Freiformflächen in den BIM-Prozess geht. Bei der Dokumentation der Kaiser Wilhelm Kirche in Bad Ems geht es darum, ein verformungsgetreues und gleichermaßen BIM-konformes 3D-Modell zu erstellen. Dabei sollen nicht nur wie bisher üblich Teilbereiche oder der Bauschmuck texturiert und geometrisch genau modelliert werden, sondern das gesamte Gebäude. (sg)

Der Beitrag Bestandsvermessung historischer Bauwerke: Scan3D definiert maßstabsabhänige Anforderungen erschien zuerst auf Business Geomatics.

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