Geomarketing & Geodaten Archive - Business Geomatics https://www.business-geomatics.com/category/geomarketing-geodaten/ Wirtschaftszeitung für Geoinformatik Thu, 24 Jul 2025 10:13:35 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9 https://www.business-geomatics.com/wp-content/uploads/2023/01/cropped-BG-Favicon-32x32.png Geomarketing & Geodaten Archive - Business Geomatics https://www.business-geomatics.com/category/geomarketing-geodaten/ 32 32 Flexible Geokodierung https://www.business-geomatics.com/flexible-geokodierung/ Wed, 23 Jul 2025 13:59:01 +0000 https://www.business-geomatics.com/?p=22346 Bei der Anwendung JoinAddress von WIGeoGIS kann die Basisfunktion für die Lokalisierung von Adressen flexibel in Anwendungen eingebunden werden. Die Geokodierung, also die Zuordnung von geografischen Koordinaten zu Adressen bzw. umgekehrt, ist eine wichtige Funktion im Kontext der räumlichen Analyse von Daten, die seit Jahrzehnten verfügbar ist. Dennoch gibt es immer wieder technologische Neuerungen und […]

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Bei der Anwendung JoinAddress von WIGeoGIS kann die Basisfunktion für die Lokalisierung von Adressen flexibel in Anwendungen eingebunden werden.

Die Geokodierung, also die Zuordnung von geografischen Koordinaten zu Adressen bzw. umgekehrt, ist eine wichtige Funktion im Kontext der räumlichen Analyse von Daten, die seit Jahrzehnten verfügbar ist. Dennoch gibt es immer wieder technologische Neuerungen und Trends, die dieses Thema weit nach oben auf die Agenda von Geospezialisten bringen. Die Geokodierung ist immer häufiger Teil des Prozesses der Datenerfassung bzw. -veredlung. „Das Thema ist ein echter Dauerbrenner“, sagt Renate Dumberger, Produktmanagerin bei der WIGeoGIS GmbH. Das Unternehmen ist einer der führenden Spezialisten für Geomarketing in Europa.

Beispiel für eine Projekt-
analyse einer Geokodierung.
Foto: WIGeoGIS

Obwohl die bekannten Tools von Google oder Microsoft (Bing) weit verbreitet sind, setzen Unternehmen aus allen Branchen auf die Technologie „JoinAddress Geocoder“ des Spezialisten mit Niederlassungen in München und Wien. Das Unternehmen nutzt dabei die Datenbasis von TomTom, die laut Dumberger „in Europa eine nahezu 100-prozentige Abdeckung und eine sehr konsistente Attributierung“ bietet. OpenStreetMap als kostenfreie Alternative wird zwar immer interessanter, im professionellen Kontext wird sie aber selten genutzt.
Grundsätzlich ist ein steigendes Interesse an der GIS-Kernfunktion zu verzeichnen. Treiber dieser Entwicklung sind Themen wie Datensouveränität, tiefere Integration in Geschäftsprozesse, Individualisierung der Prozesse und Rechtssicherheit.

„Mit der Weiterentwicklung von Daten und Software steigt die Qualität der Verortung von Adressen“, sagt Renate Dumberger, Produktmanagerin bei der WIGeoGIS GmbH.

Geocoder für 70 Staaten adressgenau.
Die JoinAddress Geocoder API bietet alle Möglichkeiten, Adressdaten automatisiert zu validieren und mit Geokoordinaten anzureichern. Für 70 Länder steht eine adressgenau Referenzdatenbank zur Verfügung. Sie ist in Systeme wie CRM, ERP, BI oder GIS integrierbar. Der Geocoder nimmt Eingaben wie Postleitzahl, Ort, Straße und Hausnummer entgegen und liefert geprüfte Adressen samt Geokoordinaten zurück. „Die API ist technologieoffen, unkompliziert in der Wartung und kann individuell konfiguriert werden, beispielsweise für spezielle Länderformate, aus Gründen des Datenschutzes oder unternehmensspezifischer Regeln“, beschreibt Dumberger.
WIGeoGIS entwickelt die Technologie beständig weiter: Jüngst wurden KI-Methoden integriert, um unstrukturierte Daten schneller und besser zu verarbeiten. Daneben stehen stets Sicherheit und vor allem die Qualität der Geokodierung im Fokus. „Mit der Weiterentwicklung von Daten und Software steigt die Qualität der Verortung von Adressen“, sagt Renate Dumberger.
Grundsätzlich kann die Anwendung innerhalb der eigenen Systemlandschaft (On-Premise) oder als webbasierte Schnittstelle genutzt werden. Bei der On-Premise-Variante, die von der Mehrheit der Kunden genutzt wird, stehen die volle Datensouveränität und die nahtlose Integration in bestehende Geschäftsprozesse im Mittelpunkt. „Die Adressen und Ergebnisse verlassen zu keinem Zeitpunkt das Firmennetzwerk. Für Unternehmen mit hochsensiblen Daten ist die Geocoding-API als Inhouse-Installation alternativlos“, sagt Harald Meier, Produktmanager bei WIGeoGIS. Ebenso ist sie ideal für die mengenunabhängige Nutzung, etwa für große Datenmengen oder regelmäßige Batch-Verarbeitung.

Anwendungsbeispiele
Solche Einsatzszenarien lassen sich gut anhand des Einzelhandels oder der Versicherungswirtschaft erläutern. Der filialisierte Einzelhandel benötigt exakte Standortdaten für die Expansionsplanung, während Versicherungen genaue Geokodierungen nutzen, um die Lage von Immobilien in Bezug auf Risiken, wie zum Beispiel Überschwemmungen, zu bewerten. Einige Kunden setzen JoinAddress auch zur Adressvalidierung ein, das heißt, sie überprüfen die Adressdatensätze auf Korrektheit und Vollständigkeit.
Eine große Rückversicherung nutzt die JoinAddress Geocoder API im eigenen Haus zur präzisen Risikobewertung im Underwriting. Dabei wird die geografische Lage von Objekten, etwa Immobilien oder landwirtschaftlichen Flächen, analysiert, um die Eintrittswahrscheinlichkeit von Naturgefahren wie Erdbeben, Überschwemmungen oder Sturmschäden zu ermitteln. Auf Basis dieser Standortbewertung werden Risikoklassen gebildet und die entsprechenden Versicherungsprämien kalkuliert. Banken wiederum nutzen die JoinAddress Geocoder API, um mehrere Millionen Adressdaten ihrer Kundinnen und Kunden zu geokodieren. Dies bildet die Grundlage für Potenzial- und Marktanalysen. Solche lokalen Installationen im Unternehmen sind ideal, wenn die Verarbeitung hochsensibler Daten sowie großer Datenmengen erforderlich ist.

Innere Sicherheit

„Die Adressen und Ergebnisse verlassen zu keinem Zeitpunkt das Firmennetzwerk. Für Unternehmen mit hochsensiblen Daten ist die Geocoding-API als Inhouse-Installation alternativlos“, sagt Harald Meier, Produktmanager bei WIGeoGIS.

Die Geokodierung findet auch bei der Polizei Anwendung, beispielsweise um Unfallschwerpunkte und Verbrechen zu verorten. Diese ereignen sich nicht immer an einer genauen postalischen Adresse (Autobahn, Parkanlage, Natur) und müssen entsprechend genau verortet werden. Dafür existieren spezielle Daten (wie POIs) und Algorithmen, die eine präzise Verortung dieser Punkte ermöglichen. Es gibt vielfältige Verortungsmethoden, die auf spezifische Bedürfnisse, wie die von Polizei und Rettungsdiensten, zugeschnitten sind.
Zu den typischen Kunden für den Einsatz von JoinAddress als Webservice zählen Beratungsunternehmen, Agenturen oder die Marktforschung. Sie möchten die Adressdaten ihrer Kunden schnell, präzise und ohne Installationsaufwand in geografische Koordinaten überführen, beispielsweise in spezialisierten oder auch regionalen Projekten, bei denen das Adressvolumen überschaubar ist. Dafür ist die Nutzung von JoinAddress als webbasierte Schnittstelle ideal.

Individualisierungsmöglichkeiten
JoinAddress ist keine Black-Box-Technologie. Anhand von Qualitätsparametern ist transparent und nachvollziehbar, wie Adressen verarbeitet werden und Geokodierungsergebnisse zustande kommen. Anwender:innen können demnach auch tief in die Verarbeitungslogik eindringen und Ergebnisse nachvollziehen und verstehen. Im Gegensatz zu Cloud-Lösungen wie Google Maps oder Bing lässt sich JoinAddress daher gezielt an unternehmensspezifische Besonderheiten anpassen. Beispiele hierfür sind die Umsetzung individueller Suchlogik, spezielle Fallback-Szenarien sowie individuelle ID-Zuordnung und getrennte Datenhaltung.
Ebenso führt WIGeoGIS projektspezifische Anpassungen und Entwicklungen durch. So hat das Unternehmen beispielsweise in Kooperation mit der panadress marketing intelligence GmbH eine Variante von JoinAddress, den DataCoder, entwickelt. Dabei werden Adressen mit einer panadress-spezifischen ID (die PAN-ID) vorgehalten. Über die PAN-ID können dann Merkmale aus dem Datenpool von panadress selektiert werden. So wird sichergestellt, dass die Datentöpfe – Kundenadressen und Marktdaten – getrennt bleiben und den aktuell geltenden Datenschutzbestimmungen Rechnung getragen wird.
www.WIGeoGIS.com


WIGeoGIS greift auf eine adressgenaue Referenzdatenbank von 70 Staaten zurück.
Foto: WIGeoGIS

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Gebietsplanung in der Cloud https://www.business-geomatics.com/gebietsplanung-in-der-cloud/ Thu, 05 Dec 2024 12:00:44 +0000 https://www.business-geomatics.com/?p=21606 Mit SalesNet bietet WIGeoGIS eine Cloud-basierte Software für die Planung der Vertriebsorganisation an, bei der ein umfassender und aktueller Datenbestand im Zentrum steht. Welche Mitarbeiter sind für welche Absatzgebiete zuständig? Welcher Umsatz ist wo zu erwarten und wie sehen die Fahrzeiten einzelner Mitarbeiter aus? Wer lässt sich der Gewinn des Unternehmens maximieren, ohne etwa bei […]

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Mit SalesNet bietet WIGeoGIS eine Cloud-basierte Software für die Planung der Vertriebsorganisation an, bei der ein umfassender und aktueller Datenbestand im Zentrum steht.

Foto: WIGeoGIS

Welche Mitarbeiter sind für welche Absatzgebiete zuständig? Welcher Umsatz ist wo zu erwarten und wie sehen die Fahrzeiten einzelner Mitarbeiter aus? Wer lässt sich der Gewinn des Unternehmens maximieren, ohne etwa bei der Planung auf Postleitzahlengebiete zu achten? Fragen rund um die Vertriebsgebietsplanung sind komplex und hängen stark von verschiedensten Aspekten und Rahmenbedingungen ab. Mit SalesNet bietet die Firma WIGeoGIS eine Software an, die vor allem größeren Unternehmen mit intensiver Außendiensttätigkeit einen systematischen Überblick verschafft und umfangreiche Möglichkeiten zur Planung und Analyse des Vertriebs bietet. Basierend auf einem umfassenden Datenmanagement liefern Funktionen, Analysen und Simulationen tiefe Einblicke und belastbare Ergebnisse.

Vom Experten- zum Kollaborationstool

SalesNet markiert damit den Übergang vom Desktop in die Cloud. Für ähnliche Aufgabenstellungen bietet WIGeoGIS mit ATP seit vielen Jahren eine Desktop-Lösung, die auf dem freien QGIS basiert und primär eine Expertenanwendung innerhalb von Unternehmen darstellt. Mit SalesNet (Basis ist WIGeoWeb) kommen die Anwender:innen in die Cloud-Moderne und können von den systematischen Vorteilen der Systemarchitektur profitieren: Zentrale, keine redundante Datenhaltung sowie freier Zugriff zu jeder Zeit von jedem Ort. „Aus dem Expertentool ist ein unternehmensweit eingesetztes Werkzeug geworden, von dem nicht nur das Unternehmen, sondern auch der einzelne mobile Mitarbeiter profitiert“, sagt Marcel Kirrmann, Senior Manager bei WIGeoGIS. Aus einer Top-Down-Planung wird eine kollaborative Anwendungsumgebung, in der zeitgleich und auf aktueller Datenbasis gearbeitet werden kann – je nach Systemrechten mit unterschiedlichen Zugriffs-, Planungs- und Verwaltungsmöglichkeiten.

Vertriebsgebiete werden geplant, um eine optimale Vertriebsorganisation zu schaffen. Szenarien- und Simulationsfunktionen in SalesNet schaffen dabei für die Planer:innen die Möglichkeit, neue Ideen und Möglichkeiten bereits durchrechnen zu lassen. Damit ergänzt es SAP oder andere ERP/CRM-Systeme und schafft Systematik und Transparenz für den Vertrieb. Unternehmen können mit SalesNet ihre Vertriebsorganisation, Vertriebskanäle und Vertriebsgebiete umfassend online planen. Veränderungen in der Organisation, beim Personal oder bei den Kunden werden beispielsweise schnell im System hinterlegt und sofort tief integriert. In der IT-Sprache spricht man bei dieser Art der Datenhaltung von einem Single Point of Truth. Auch Simulationen, die verschiedene Varianten der Gebietsaufteilung planen und miteinander vergleichen können, greifen so immer auf den maximalen und aktuellen Dateninput zurück.

Die neue Objektivität

Verkaufsorganisation via Karte: Infomationen werden nicht nur intuitiver dargestellt, auch die Analyse schafft tiefe Erkenntnisse. Foto: WIGeoGIS

Warum ist eine kartenbasierte Geomarketing-Software sinnvoll? „Eine Karte sagt mehr als 1.000 Datensätze“, bringt es Marcel Kirrmann auf den Punkt. Das menschliche Gehirn verarbeitet Informationen besser, schneller und intuitiver in Form von Karten als in Tabellen. Statt unübersichtlicher Tabellen haben wir es mit übersichtlichen Karten zu tun, die uns räumliche Zusammenhänge sofort erkennen lassen. Man erkennt die toten Winkel in den Vertriebsgebieten und sieht sofort, wo Handlungsbedarf besteht.

Marcel Kirrmann weiß aus Erfahrung, dass eine Vertriebsplanung bessere Ergebnisse bringt, wenn sie software- und datengestützt durchgeführt wird. „Vertriebsgebiete sind oft historisch gewachsen und entsprechen längst nicht mehr den aktuellen Kriterien“, sagt Kirrmann. SalesNet bringe daher Objektivität. „Der Algorithmus ist neutral“, sagt Kirrmann. Die Software berechnet erfolgskritische Faktoren wie Umsatzpotenzial, Verkaufsgebiete, topografische Erreichbarkeit, Kundendichte, Neukundenpotenzial etc. exakt und kann sie fein austarieren.

Vernetzung im Unternehmen

Wie immer gilt: Je besser die Datenqualität, desto besser die Ergebnisse. WIGeoGIS selbst sorgt für die Aktualisierung der externen Markt- und Geodaten. In der Anwendung werden aber in der Regel viele Datenbestände homogenisiert und zusammengeführt, vor allem aus den eigenen Beständen der Kunden. „Ein wichtiger Schritt für die Erstimplementierung der Lösung ist daher die Datenkonsolidierung, die von den Anwender:innen meist als Herausforderung angesehen wird und für die wir daher eine umfassende Dienstleistung anbieten“, so Kirrmann.

SalesNet ist daher tief in die Unternehmensanwendungen integriert. Für die Nutzung der Unternehmensdaten in der Lösung hat WIGeoGIS umfangreiche Services, Dienstleistungen und Know-how entwickelt. So können beispielsweise Vertriebskanäle aus SAP in SalesNet weiterverarbeitet werden, etwa über API oder SAP Process Integration (SAP PI). „Das geschieht automatisiert, bidirektional und sicher“, erklärt Kirrmann. Auch zugehörige Metadaten wie Hierarchien, historische Daten oder Priorisierungen können importiert und wieder exportiert werden.

So lassen sich auch ERP-Tabellen kartografisch darstellen. Die Software WIGeoGIS sorgt dabei für die notwendige Geokodierung der entsprechenden Adresspunkte. „Diese Schnittstelle ist kundenspezifisch, da jedes Unternehmen andere Anforderungen und Datenstrukturen hat“, so Kirrmann. Eine Besonderheit ist, dass die geografische Struktur beliebig verändert werden kann. Denn Vertriebsorganisationen planen ihre Gebiete meist unabhängig von administrativen Grenzen wie Postleitzahlengebieten und ändern sie je nach Bedarf.

Durch die Vernetzung der Daten überträgt die Cloud-Anwendung die Änderungen automatisiert auf die verschiedenen Ebenen der Vertriebsorganisation. So werden z.B. Kundenzuordnungen und regionale Marktpotenziale entsprechend der geografischen Marktaufteilung neu geordnet, auch wenn Vertriebsstrukturen kurzfristig neu geplant werden.

www.wigeogis.com

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Neue Gebührenrichtlinie: Amtliche Geobasisdaten einfach nutzen https://www.business-geomatics.com/neue-gebuehrenrichtlinie-amtliche-geobasisdaten-einfach-nutzen/ Thu, 27 Jun 2024 09:06:33 +0000 https://www.business-geomatics.com/?p=21039 27.06.24 – Bundesweite Hauskoordinaten, 3D-Gebäudemodelle, Flurstücksinformationen, digitale Orthophotos, SAPOS-Echtzeit-Positionierungen und viele andere amtliche Geobasisdaten sind ab sofort zu deutlich günstigeren Konditionen erhältlich. Basis dafür ist die neue AdV-Gebührenrichtlinie 4.0, die bereits seit dem 9. Juni 2024 in Kraft ist. Für die zentrale Bereitstellung der bundesweiten Datensätze werden die amtlichen Geobasisdaten der 16 Länder der Bundesrepublik […]

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Ein Bezugspunkt für amtliche Geodaten ist das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG).
Quelle: www.bkg.bund.de

27.06.24 – Bundesweite Hauskoordinaten, 3D-Gebäudemodelle, Flurstücksinformationen, digitale Orthophotos, SAPOS-Echtzeit-Positionierungen und viele andere amtliche Geobasisdaten sind ab sofort zu deutlich günstigeren Konditionen erhältlich. Basis dafür ist die neue AdV-Gebührenrichtlinie 4.0, die bereits seit dem 9. Juni 2024 in Kraft ist. Für die zentrale Bereitstellung der bundesweiten Datensätze werden die amtlichen Geobasisdaten der 16 Länder der Bundesrepublik Deutschland von deren Zentralen Stellen unter dem Dach des Lenkungsausschusses Geobasis zusammengeführt, harmonisiert und qualitätsgesichert. Diese zusätzliche Serviceleistung spiegelt sich in den reduzierten Gebührensätzen wider, die sich nach den hierbei entstehenden Aufwänden bemisst. Für ihr jeweiliges Gebiet sind die originären Daten in den Ländern erhältlich. Dabei handelt es sich überwiegend um hochwertige Datensätze, die entgeltfrei genutzt werden dürfen.

Aufgaben und Produkte der drei Zentralen Stellen für a) Hauskoordinaten und Hausumringe, b) Geotopographie und c) SAPOS lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  1. a) Aufgabe der beim Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung (LDBV) angesiedelten Zentralen Stelle Hauskoordinaten und Hausumringe (ZSHH) ist es, ausgewählte Folgeprodukte des Liegenschaftskatasters der Länder in Form von deutschlandweiten Datenbeständen einer breiten Nutzung zuzuführen.

Die ZSHH hat derzeit die folgenden Produkte im Angebot:

  • Amtliche Hauskoordinaten Deutschland (HK-DE) – exakte Lagekoordinaten für rund 22 Mio. adressierte Gebäude
  • Amtliche Hausumringe Deutschland (HU-DE) – georeferenzierte Umringpolygone von rund 56 Mio. Gebäudegrundrissen
  • Amtliche 3D-Gebäudemodelle in der Ausprägung Level of Detail 2 (LoD2-DE) – rund 56 Mio. 3D-Gebäudemodelle inklusive standardisierter Dachformen
  • Amtliche Flurstücksinformationen Deutschland (FS-DE) – rund 65 Mio. Umringpolygone aller Flurstücke des Liegenschaftskatasters

 

  1. b) Die Zentrale Stelle Geotopographie (ZSGT) stellt im Auftrag der Länder der Bundesrepublik Deutschland der Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung sowie allen Bürgern digitale länderübergreifende Geobasisdaten von Deutschland zentral zur Verfügung. Betrieben wird die ZSGT im Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG).

Nutzer profitieren von einem umfassenden Spektrum an Internetdiensten, die komfortabel in eigene Anwendungen eingebunden werden können und kontinuierlich auf die aktuellsten Geodaten zugreifen. Darüber hinaus ist die klassische Bereitstellung der Daten möglich.

Die ZSGT stellt derzeit folgende Produkte gegen geringe Gebühren zur Verfügung:

  • Digitales Basis-Landschaftsmodell (Basis-DLM)
  • Digitales Geländemodell, Gitterweite 1m (DGM1)
  • Digitales Oberflächenmodell (DOM)
  • Digitale Orthophotos, Bodenauflösung 20 cm (DOP20)
  • Digitale Topographische Karte 1:25 000 (DTK25)
  • Digitale Topographische Karte 1:50 000 (DTK50)
  • Geokodierungsdienst der AdV
  • Ortssuchdienst der AdV

 

Darüber hinaus stellt die ZSGT bereits folgende Produkte als Open Data zur Verfügung:

  • Digitale Topographische Karte 1:100 000 (DTK100)
  • de Web Raster (Rasterkarten-Dienst)
  • de Web Vektor (Vektorkarten-Dienst)
  • de Web Raster Schummerung (Schummerungskarten-Dienst)
  • Voraussichtlich zum Jahreswechsel wird die bundesweite Landbedeckung in das Angebot aufgenommen.

 

  1. c) Nicht zuletzt wird durch die Zentrale Stelle SAPOS (ZSS) der amtliche, geodätische Raumbezug in Form eines deutschlandweiten Netzes von GNSS Referenzstationen bereitgestellt.

Die Grundlage des SAPOS-Dienstes ist ein Netz von rund 270 in den Bundesländern permanent betriebenen GNSS Referenzstationen sowie weiteren Referenzstationen in den Nachbarstaaten der Bundesrepublik. Damit wird gewährleistet, dass für die gesamte Landesfläche hochgenaue und einheitliche Korrekturdatendienste im amtlichen dreidimensionalen Bezugssystem (ETRS89/DREF91) bereitgestellt werden.

Die ZSS stellt derzeit folgende Services bereit:

Hochpräziser Echtzeit Positionierungs-Service (SAPOS HEPS)

Geodätischer Postprocessing Positionierungs-Service (SAPOS GPPS)

 

Die Einsatzgebiete des SAPOS HEPS reichen von der klassischen Katastervermessung, über Ingenieur- und Bauvermessung, GIS-Datenerfassung, hydrographischen Anwendungen und Schifffahrt bis hin zur automatisierten Steuerung von Land- und Baumaschinen. (Genauigkeit – Lage: 0,01 – 0,02 m; Genauigkeit – Höhe: 0,02 – 0,03 m)

Der Service SAPOS GPPS kommt da zum Einsatz, wo höchste Genauigkeiten gefordert werden. Sei es bei der Postprocessing-Auswertung von Befliegungen oder Scandaten, mobile Mapping Anwendungen sowie im Rahmen geodynamischer Untersuchungen und Überwachungsaufgaben. (Genauigkeit – Lage: < 0,01 m; Genauigkeit – Höhe: 0,01 – 0,02 m)

www.geodaten.bayern.de

www.geodatenzentrum.de

www.zentrale-stelle-sapos.de

www.adv-online.de/AdV-Produkte/Bezugsbedingungen

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Ab 9. Juni: Alle Geobasisdaten stehen Open Source zur Verfügung https://www.business-geomatics.com/ab-9-juni-alle-geobasisdaten-stehen-open-source-zur-verfuegung/ Fri, 07 Jun 2024 11:26:05 +0000 https://www.business-geomatics.com/?p=20998 07.06.24 – Grundsatzentscheidung für die Geoinformationswirtschaft: Geobasisdaten stehen ab dem 09. Juni alle als Open-Source-Datensatz zur Verfügung. Die Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder der Bundesrepublik Deutschland (AdV) bewertet dies „als wichtigen Meilenstein in der Geschichte der digitalen Transformation und der offenen Datenkultur in Deutschland“. In der Branche wurde dieser Schritt bereits seit längerem erwartet und […]

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07.06.24 – Grundsatzentscheidung für die Geoinformationswirtschaft: Geobasisdaten stehen ab dem 09. Juni alle als Open-Source-Datensatz zur Verfügung. Die Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder der Bundesrepublik Deutschland (AdV) bewertet dies „als wichtigen Meilenstein in der Geschichte der digitalen Transformation und der offenen Datenkultur in Deutschland“. In der Branche wurde dieser Schritt bereits seit längerem erwartet und kommt für die meisten Akteure nicht überraschend. Allerdings wurde über die Freigabe der Geodaten als Open-Source-Datensätze auch heftig diskutiert, so dass die Umsetzung auf sich warten ließ.

AdV-Vorsitzende Karin Schultze begrüßt den Schritt, sämtliche nicht zugangsbeschränkten Geobasisdaten bundesweit einheitlich in den Ländern als Open Data zugänglich zu machen. Foto: Privat

Hochwertige Datensätze der öffentlichen Hand werden nun entgeltfrei, in maschinenlesbaren Formaten über Anwendungsprogrammierschnittstellen (APIs) und häufig auch als Massen-Download als Open Data von den Vermessungsverwaltungen der Länder zur Verfügung gestellt. Bisher wurden zum Teil hohe Beträge für diese Datensätze gefordert, so dass parallel ein großes Angebot seitens der Privatwirtschaft entstanden war. Diese Marktsystematik wird sich durch diese Grundsatzentscheidung maßgeblich ändern. Für die Privatwirtschaft gilt es nun, Produkte und Dienstleistungen zu überarbeiten. Die Öffentliche Hand muss im in gleichem Maße auf direkte Einnahmequellen verzichten.

Konkret werden die Daten über die Zentrale Stelle Geotopographie, die Zentrale Stelle Hauskoordinaten, Hausumringe sowie über die Zentrale Stelle SAPOS aus den Ländern zusammengeführt, harmonisiert und auf Wunsch maßgeschneidert als Serviceleistung angeboten.

Die Daten dürfen dabei für jeden kommerziellen oder nichtkommerziellen Zweck unter den Bedingungen der Lizenz „Creative Commons BY 4.0“ bzw. der gleichwertigen „Datenlizenz Deutschland – Zero/Namensnennung – Version 2.0“ weitergenutzt werden.

Die Europäische Union hatte eine konkrete Auswahl an Geobasisdaten zu den sogenannten hochwertigen Datensätzen definiert und die rechtlichen Rahmenbedingungen im Anhang zu der Durchführungsverordnung der EU (2023/138) vom 21. Dezember 2022 konkret beschrieben. Die DVO-HVD gilt 16 Monate nach dem Inkrafttreten (ab dem 9. Juni 2024). Grundsätzlich sind das DNG, die DVO-HVD und gegebenenfalls weitere spezialgesetzliche (Landes-)Regelungen von den Ländern und den Kommunen sowie von öffentlichen Stellen wie Unternehmen der Daseinsvorsorge zu beachten.

Die Freigabe der hochwertigen Datensätze geht auf die Open-Data- und PSI-Richtlinie zurück. Diese wurde am 20. Juni 2019 beschlossen. In Deutschland wird sie über das Datennutzungsgesetz (DNG) vom 16. Juli 2021 umgesetzt. Öffentliche Stellen sollen nach der DNG nur in sehr begrenzten Fällen mehr als die Grenzkosten für die Weiterverwendung ihrer Daten in Rechnung stellen.

„Open Data bietet immense Chancen für Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft, indem Transparenz gefördert, Innovationen ermöglicht und die Bürgerbeteiligung gestärkt werden“, sagt die AdV-Vorsitzende Karin Schultze und ergänzt: „Dieser Schritt zeigt, dass die Länder bereit sind, die Potenziale der digitalen Welt voll auszuschöpfen, um neue innovative Wege für die öffentliche Verwaltung mit Open Data beschreiten zu können, beispielsweise für den Aufbau Digitaler Zwillinge! Der Schutz der personenbezogenen Daten wird natürlich weiterhin gewährleistet.“

www.adv-online.de

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Acxiom: Neue Geodaten für Marketing und Vertrieb https://www.business-geomatics.com/acxiom-neue-geodaten-fuer-marketing-und-vertrieb/ Tue, 28 May 2024 08:58:40 +0000 https://www.business-geomatics.com/?p=20933 28.05.24 – Von freistehenden Einfamilienhäusern über Mehrfamilienhäuser mit Schrägdach oder Industriegebäude mit Flachdach bis hin zu Brachflächen, in Deutschland gibt es eine Fülle von Liegenschaften und Gebäudearten. Für die Energiewende als auch fürs E-Mobility- und Gebäudemanagement sind umfassende Gebäudedaten notwendig. Sie geben Einblick, in welchem Umfang Gemeinden Potenzialflächen für Photovoltaikanlagen zur Verfügung stehen. Sie zeigen, […]

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Kartenausschnitt aus dem InfoBase Real Estate. Die linke Karte zeigt die Dachformen, die rechte Karte das Potenzial für Photovoltaikanlagen in dieser Gegend.
Quelle: Acxiom Deutschland GmbH

28.05.24 – Von freistehenden Einfamilienhäusern über Mehrfamilienhäuser mit Schrägdach oder Industriegebäude mit Flachdach bis hin zu Brachflächen, in Deutschland gibt es eine Fülle von Liegenschaften und Gebäudearten. Für die Energiewende als auch fürs E-Mobility- und Gebäudemanagement sind umfassende Gebäudedaten notwendig. Sie geben Einblick, in welchem Umfang Gemeinden Potenzialflächen für Photovoltaikanlagen zur Verfügung stehen. Sie zeigen, welche Gebäude für Dach- und Fassadenbegrünung in Frage kommen und welche Liegenschaften für eine Wärmepumpe geeignet sind. Auf die steigende Nachfrage reagiert das Customer Intelligence Unternehmen Acxiom und bietet nun ein entsprechendes Datenpaket an, das gebäudebezogene Themen und Fragestellungen in den Fokus nimmt.
Umfassend und deutschlandweit gibt das InfoBase DE Real Estate Datenpaket einen Überblick über aktuelle Gebäudedaten und liefert Informationen rund um Liegenschaften. Basierend auf Daten aus dem Liegenschaftskataster werden auf Gebäudeebene sowie auf verschiedenen Geo-Ebenen Informationen zu Gebäuden, Flurstücken, Dächern, Nebengebäuden und Garagen bereitgestellt. Zudem können Einblicke zu Gasverfügbarkeit, Bebauungsdichte, zur Topographie und dem lokalen Umfeld geboten werden.
Ob Flachdach, Satteldach, Walmdach oder verschiedene Mischformen, Deutschland verfügt über ein vielfältiges Spektrum an Dachformen. Allein in Berlin gibt es ca. 1,5 Millionen verschiedene Dachsegmente. Die Fläche dieser Dachsegmente entspricht ca. 1/8 der Gesamtfläche von Berlin. So wird das vielversprechende Potenzial für Solar- oder Photovoltaikanlagen, Dachbegrünungen sowie für viele weitere Möglichkeiten im Bereich regenerativer Energien, der Isoliertechnik oder im Gebäudeausbau sichtbar.
Doch nicht alle Dachflächen sind gleichermaßen für den Betrieb einer Photovoltaikanlage geeignet. Hier kommen vorrangig Dachflächen mit einer Ausrichtung nach Süden und Schrägdachflächen in Frage. Doch auch Flachdächer bieten Potenzial für z. B. das wachsende Segment von Kleinanlagen und alternative technische Installationsformen.
Mit Hilfe des Datenpakets können Potenziale für Photovoltaik- und Solaranlagen oder Wallboxen besser erfasst werden. Informationen zu Immobilien, insbesondere dreidimensionale Daten, sind von entscheidender Bedeutung für das Facility Management, die Planung von Renovierungs- oder Modernisierungsprojekten oder baulichen Erweiterungen.
„In unserem neuen Datenpaket liefern wir wichtige Insights zu Gebäuden und Freiflächen für Unternehmen verschiedenster Branchen. Diese Informationen ermöglichen es, Marketing- und Vertriebsstrategien gezielter an die Bedürfnisse und Potenziale von Zielgruppen anzupassen und Kundenbeziehungen auf ein neues Niveau zu heben. Durch die Nutzung unserer Daten können Unternehmen effizientere Entscheidungen treffen, Ressourcen optimal nutzen und Geschäftsstrategien anpassen“, so Christian Reuß, Vice President Customer Success EMEA bei Acxiom.
www.acxiom.de

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Eine kurze Geschichte von Geo https://www.business-geomatics.com/eine-kurze-geschichte-von-geo/ Thu, 01 Dec 2022 12:35:35 +0000 https://www.business-geomatics.com/?p=14916 Die Verwendung von geographiebasierten Methoden in der Markt-, Sozial- und Wahlforschung ist untrennbar mit dem Unternehmen infas aus Bonn verbunden. Das gilt auch für die Geschichte des Geomarketings. Das Unternehmen infas360 GmbH feierte im September in Bonn das Jubiläum zu 40 Jahre Geomarketing. Im Jahre 1982 hatte das Schwesterunternehmen infas LT, damals noch unter der […]

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Die Verwendung von geographiebasierten Methoden in der Markt-, Sozial- und Wahlforschung ist untrennbar mit dem Unternehmen infas aus Bonn verbunden. Das gilt auch für die Geschichte des Geomarketings.

Die „Computernacht“ im WDR zur Bundestagswahl 1965. Erstmals liefert ein Computer die Wahlprognose noch am Wahlabend – mit Hilfe von „Geoanalyse“. Foto: saravuth / shutterstock.com; WDR

Das Unternehmen infas360 GmbH feierte im September in Bonn das Jubiläum zu 40 Jahre Geomarketing. Im Jahre 1982 hatte das Schwesterunternehmen infas LT, damals noch unter der Firmierung Lutum + Tappert DV-Beratung GbR, seinen ersten Eintrag im Handelsregister. Damals, in der Frühzeit der Digitalisierung, wurden erstmals digitale Karten für wirtschaftliche und unternehmerische Fragestellungen eingesetzt. Ein berechtigtes Jubiläum also, vor allem, weil das Unternehmen unter Führung von Werner Tappert und Joachim Lutum in den vier Dekaden den Markt mitprägte. Bei genauerem Hinsehen kann man aber die inhaltlichen Wurzeln des Geomarketings noch tiefer verfolgen und dabei kommt man an dem Namen infas in Deutschland nicht vorbei. Genau genommen ist die Gründung des infas Instituts im Jahre 1959 ein entscheidender Meilenstein, das heute noch Form der infas Holding AG und ihren 100-prozentigen Tochterunternehmen besteht, vor allem dem infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft. Aus der bewegten infas-Geschichte heraus, soviel vorweggenommen, gründeten Joachim Lutum und Werner Tappert als ehemalige Mitarbeiter auch ihr Unternehmen.

Bereits in den frühen 1960ern führte infas das Thema Geographie gewissermaßen in die deutsche Sozial-, Politik- und Regionalforschung ein, lange bevor der Begriff Geomarketing erfunden wurde und man die Geographie in Form digitaler Karten als Teilbereich der Information (sprich Geoinformatik) ansehen konnte. Das lag vor allem an den Gründern Wolfgang Hartenstein, Klaus Liepelt und Günter Schubert, die damals modernstes Methodenwissen aus den USA nach Deutschland brachten. Ab 1965 hatte das Institut den Auftrag der ARD, Analysen und Hochrechnungen zu Bundestags-, Landtags-, und Kommunalwahlen in der Bundesrepublik Deutschland durchzuführen. Diese Wahlforschung führte erstmals regionale Bezirke als Ergebnisraster ein. Auch die Umfragen am Wahltag wurden wahlkreisspezifisch ausgewertet. Der neue Ansatz hatte Erfolg und revolutionierte die Bekanntgabe von Wahlergebnissen in den Medien. Bis 1996 wurde infas von der ARD mit dieser Aufgabe betreut.

Geographie und Wahlforschung

Auf die Ursprünge der Wahlforschung lohnt ein genauerer Blick. Wie so häufig gehen die Ursprünge der regional geprägten Wahl- und Sozialforschung auf die USA zurück. Bei der Präsidentschaftswahl 1952, bei der sich der Republikaner Dwight D. Eisenhower und der Demokrat Adlai Stevenson gegenüberstanden, wurden erstmals – initiiert von dem Fernsehsender CBS – Rechner für die Wahlprognose eingesetzt. In Deutschland begannen ARD und ZDF im Jahr 1996 mit diesem Ansatz. Zuvor lagen in Deutschland die Wahlergebnisse erst am Tag nach der Auszählung der Stimmzettel vor.

Die ARD konnte 1965 das ZDF mit seinen Prognosen spektakulär ausstechen. Erste Hochrechnungen am Wahlabend gegen 22 Uhr brachten nicht nur erstmals noch am gleichen Tag computergestützte Hochrechnungen, sie lagen auch sehr nahe am realen Ergebnis und waren weit genauer als die des ZDF, das einen methodisch älteren Ansatz wählte. Ein IBM-Rechner von infas wurde damals mit Daten aus 12 von 248 Wahlkreisen gefüttert und schätzte auf dieser Stichprobe, die gezielt von infas bestimmt worden war (heute würde man non probability sample sprechen), das landesweite Ergebnis.

In den darauffolgenden Jahren kamen Analysen zur Wählerwanderung dazu, wozu infas eine Software nutzte, mit der in den USA Verkehrsströme analysiert wurden. Die „Geographie“ drang immer stärker in die Wahlprognose ein. Im Jahr 1980 nutzte infas die britische Software icon, um damit die statistischen Zahlentabellen grafisch zu visualisieren. Wenig später, genau im Jahr 1982, gab es dann die erste Darstellung von Wahlergebnissen in Form von farblich kodierten Landkarten im deutschen Fernsehen. 1987 kamen dann erstmals anstatt zentralen Großrechnern vernetzte PCs zum Einsatz.

Im Zuge unternehmerischer Verwerfungen kam es bei infas dann aber auch zu wirtschaftlichen Herausforderungen. Der Versuch, die modernen Methoden in die Sozial- und Wahlforschung auch auf die damals aufkommende Marktforschung zu übertragen, war nur zum Teil erfolgreich. Damalige Mitarbeiter wie Werner Tappert und Joachim Lutum machten sich aufgrund damaliger Insolvenzgeschehen selbständig, vor allem, weil sie an das Potenzial des Geomarketings glaubten. Übrigens ging aus dem infas-Nukleus auch das Unternehmen infas Geodaten GmbH hervor, das nach zwischenzeitlichem Verkauf später in die heutige Nexiga GmbH umbenannt wurde.

Die infas Sozialforschung GmbH blieb allerdings erfolgreich und firmierte ab 1998 wieder unter dem ursprünglichen Namen „infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH“. Neben der Sozialforschung kamen mit der Mobilitäts- und Verkehrsforschung ein wichtiger Umsatzträger dazu.

Im März 2014 kamen dann die Geo-Kompetenzen wieder zurück ins Haus. Innerhalb der infas Holding AG wird die infas360 GmbH mit Sitz in Bonn gegründet. Das neue Unternehmen mit Michael Herter an der Spitze bietet disziplinübergreifende Marketing Intelligence auf Basis einer neuen Kombination aus Geomarketing, Marktforschung und Customer Analytics. Das Unternehmen integriert moderne Small Area Methoden in sein Produktportfolio und migriert stetig zum neuen Themengebiet Data Sciences. Ende 2018 steht dann auch für Werner Tappert und Joachim Lutum die „Rückkehr“ an. Ihr Unternehmen Lutum+Tappert DV-Beratungs GmbH, an deren Spitze sie immer noch stehen, wird von der infas Holding übernommen und 2022 dann in infas LT GmbH umbenannt, wobei „LT“ für Location Technologies steht. (sg)

www.infas.de

infas-CEO Menno Smid im BUSINESS GEOMATICS-Interview über das moderne Geomarketing und welche Rolle geobasierte Methoden dabei spielen.

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Smarte Entscheidungshilfe https://www.business-geomatics.com/smarte-entscheidungshilfe/ Thu, 01 Dec 2022 12:32:18 +0000 https://www.business-geomatics.com/?p=14912 Die WIGeoGIS GmbH aus München hat mit dem WIGeo Standortatlas ein neues Produkt vorgestellt, mit dem Standortplaner, Stadtentwickler, Wirtschaftsförderer und Gutachter faktenbasierte Standortentscheidungen auf Basis von OpenStreetMap und Künstlicher Intelligenz treffen können. Es ist ein alltägliches Szenario in der Wirtschaft: eine Fachmarktkette mit bereits zahlreichen Filialen in verschiedenen deutschen Städten will expandieren und erstmals einen […]

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Die WIGeoGIS GmbH aus München hat mit dem WIGeo Standortatlas ein neues Produkt vorgestellt, mit dem Standortplaner, Stadtentwickler, Wirtschaftsförderer und Gutachter faktenbasierte Standortentscheidungen auf Basis von OpenStreetMap und Künstlicher Intelligenz treffen können.

Wie hoch ist die Verkaufsflächendichte in und um Bonn? Wo sind Standorte von Lebensmitteldiscountern? Der WIGeo Standortatlas liefert Antworten auf einen Blick. Bild: WIGeoGIS Gesellschaft für digitale Wirtschaftsgeographie mbH

Es ist ein alltägliches Szenario in der Wirtschaft: eine Fachmarktkette mit bereits zahlreichen Filialen in verschiedenen deutschen Städten will expandieren und erstmals einen Standort außerhalb Deutschlands eröffnen. Das Unternehmen kennt seine Zielgruppe, ihre Bedürfnisse und Anforderungen und weiß, welche Standortfaktoren es beachten muss, um Erfolg zu haben. Wie kann der zuständige Planer auf dieser Basis nun eine faktenbasierte Entscheidung bezüglich eines möglichen neuen Filialstandortes treffen – auch ohne Ortskenntnisse vorweisen zu können? Antworten darauf liefert WIGeoGIS aus München mit einer neuen Lösung.

„Unser neues Produkt, der WIGeo Standortatlas, zeigt Anwendern und Anwenderinnen sozusagen auf Knopfdruck jene Gebiete in der D-A-CH-Region an, auf welche die von den Planern und Planerinnen definierten Standortfaktoren zutreffen – und ermöglicht auf dieser Basis eine schnelle und belastbare Standortentscheidung“, berichtet Marc Urner, Senior Manager bei WIGeoGIS. „Unser Ziel ist es, dass unsere Kund:innen auf einen Blick verstehen können, wie eine Stadt oder Gemeinde tickt, wo das Hauptzentrum liegt, wo die Nebenzentren sind, wodurch sich die unterschiedlichen Einkaufslagen auszeichnen und welche Art von Angeboten es dort gibt.“

Darüber hinaus können Städte, Gemeinden und Regionen den Standortatlas nutzen, um Fragestellungen der Stadt- und Raumplanung zu beantworten – zum Beispiel um herauszufinden, welche Viertel und Quartiere welche Angebote benötigen. „Stadtentwickler, Regionalplaner, Wirtschaftsförderer und Gutachter können sich mit dem WIGeo Standortatlas einen Überblick über zentrale Versorgungsbereiche, die bestehende Angebotsvielfalt in Stadtteilzentren, die Qualität der Nahversorgung oder die Risiken bei der Ansiedlung großflächiger Handelsbetriebe außerhalb gewachsener Strukturen verschaffen. Das sorgt für Transparenz und Planungssicherheit“, betont Urner.

Drei Jahre Entwicklungszeit

Insgesamt drei Jahre hat das Münchener Geomarketing-Unternehmen in die Entwicklung des Produkts investiert. Unter anderem hat WIGeoGIS dafür Machine Learning-Modelle aufgebaut, die mit Millionen von Marktdaten trainiert wurden. Herausgekommen ist eine webbasierte Lösung, die auf Basis der Faktoren, die Anwender und Anwenderinnen für ihre Standortwahl angegeben haben, den passenden Standort sucht. „Das Ergebnis wird dann kartenbasiert mittels farbigen Heatmaps angezeigt – so wie sie auch bei der Wettervorhersage verwendet werden“, so Senior Manager Urner.

WIGeo Standortatlas beruht auf öffentlich zugänglichen Informationen aus der digitalen Weltkarte OpenStreetMap (OSM). „Dabei handelt es sich um eine frei nutzbare Geodatensammlung, in der auch sogenannte Points of Interest (POI) gesammelt und eingetragen sind“, führt Urner aus und fügt hinzu: „OSM ist ein Datenschatz!“ Aus den mehr als 3 Millionen in OSM für die D-A-CH-Region enthaltenen, relevanten POI wurden rund 1,4 Millionen handelsrelevante Datensätze aus den Kernbranchen Handel, handelsnahe Dienstleistungen und Gastgewerbe vorselektiert und zum Datenprodukt WIGeo Standortatlas veredelt.

Nachvollziehbare Kategorisierung als Basis

Für den Standortatlas besonders wichtig ist eine nachvollziehbare Kategorisierung der einzelnen POI, um die Eignung der einzelnen Einkaufslagen für bestimmte Betriebsformate treffsicher ermitteln zu können. „Insgesamt haben wir für die POI rund 300 Kategorien definiert. So ordnet der Standortatlas die Einzelbetriebe den Branchen Einzelhandel, Großhandel, Kfz-Handel, einzelhandelsnahe Dienstleistungen, Gastronomie und Beherbergung zu und unterscheidet außerdem je nach Art der verkauften Waren nach 40 Sortimenten, rund 100 Sortimentsgruppen und 230 Untergruppen“, berichtet Urner.

Angebote der Nahversorgung (in Grün), des Innenstadtbedarfs (in Blau) und des sonstigen Bedarfs (in Rot). Bild: WIGeoGIS Gesellschaft für digitale Wirtschaftsgeographie mbH

Dabei dient der Standortatlas gewissermaßen als eine Referenzdatenbank zu standortrelevanten Kategorien. Zudem hat WIGeoGIS eine Künstliche Intelligenz entwickelt, die anhand von semantischen Mustern weitgehend automatisiert und in Echtzeit erkennt, welche POI welchen Kategorien zugeordnet werden sollen. „Natürlich hat es eine gewisse Trainingszeit gebraucht, bis die KI treffsicher wurde“, berichtet der Standortexperte. „Schließlich ist es mithilfe der KI aber gelungen, aus den POI-Rohdaten sehr präzise die branchenspezifischen Standortfaktoren abzuleiten.“ Wichtig in diesem Zusammenhang sei aber vor allem die vorangehende Qualifizierung der POI durch das menschliche Auge gewesen, so Urner: „Der ‚Human in the Loop‘ überprüft die Daten und die von der KI vorgenommen Zuordnungen und greift dann gegebenenfalls korrigierend ein. Denn einerseits sind die OSM-Rohdaten nicht immer zu 100 Prozent korrekt und andererseits kann auch die KI Fehler machen.“ Durch diesen „Human in the Loop“ kann die KI mitlernen und wird selbst immer besser und fehlerresistenter.

Die Standortfaktoren im Detail

Im Ergebnis entstehen interaktive Landkarten, die anzeigen, inwieweit die jeweiligen Standortanforderungen (Verkaufsflächendichte, Filialisierungsgrad, vorherrschende Betriebsformen nach Angebots- und Bedarfskategorien, Angebotsniveau und Trendlagen) in einem Zielgebiet erfüllt werden. Die Verkaufsflächendichte ist einer der relevantesten Standortfaktoren. So zeigt die dazugehörige Versorgungsdichte-Heatmap im Standortatlas an, wo sich Verkaufsflächen von Handelsunternehmen und handelsnahen Dienstleistern im Zielgebiet ballen. Die Daten beantworten somit, wo in einer Stadt die Einkaufsstraßen, wo die Fachmarkt- und Einkaufszentren und wo attraktive und stark frequentierte Lagen sind.

Der Standortfaktor Filialisierung hingegen zeigt in zwei unterschiedlichen Farbskalierungen die Verteilung und Konzentration von inhabergeführten Betrieben gegenüber Filialbetrieben an. „So wird rasch sichtbar, wo in einer Stadt oder Gemeinde die Haupt- und wo die Nebenlagen sind“, so Urner. Der Standortfaktor Angebots- und Bedarfskategorien unterscheidet Warengruppen nach Kauffrequenz und Zentrenrelevanz. So werden Nahversorgungszentren für den täglichen und kurzfristigen Bedarf (mit Supermärkten, Drogerien und Bäckereien) auf einen Blick unterscheidbar von Einkaufslagen mit vornehmlich Anbietern von Artikeln des mittel- bis langfristigen Bedarfs (beispielsweise Schuhe und Bekleidung) sowie Betriebsformen des sonstigen Bedarfs (etwa Baumärkte, Möbelhäuser oder Gartencenter).

Das Angebotsniveau wiederum unterscheidet das Handels-, Dienstleistungs- und Gastronomie-Angebot nach preisorientierten Lagen, Konsum-Lagen, Niveau-Lagen und Luxus-Lagen. „Kurz gesagt kaufen in Luxuslagen mit Gucci-, Prada- und Hermès-Boutiquen andere Zielgruppen ein als in einfachen Lagen mit Spielhallen, Wettbüros und Ein-Euro-Shops“, erklärt Standortexperte Urner.

Die Heatmap Trendlagen zeigt schließlich Häufungen von Geschäften mit extravaganten Sortimenten aus den Bereichen Bekleidung, Schuh- und Lederwaren sowie Wohn- und Modeaccessoires sowie Mono Label-Stores. Das Angebot hier richtet sich damit nicht an die breite Masse, sondern an Lifestyle- und trendorientierte Zielgruppen. Meist wird das Handelsangebot in Trendlagen außerdem ergänzt durch „hippe“ Gastronomie und entsprechende Dienstleistungen.

Fazit

„Es war nicht leicht, dieses Puzzle aus OSM-Daten, den typischen Betriebsformen und Kategorien zusammenzusetzen und eine Daten-Struktur zu entwickeln, die einerseits den Fragestellungen im Geomarketing und andererseits der gängigen Logik im Handel gerecht wird“, resümiert Urner. „Am Ende geht es darum, mit den gewonnenen Informationen die typischen Fragestellungen von Handel und Stadtentwicklung zuverlässig zu beantworten – und das ist uns mit dem WIGeo Standortatlas gelungen.“ (jr)

www.wigeogis.com/de/standortfaktoren_daten

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Für die Post-Cookie-Ära https://www.business-geomatics.com/fuer-die-post-cookie-aera/ Thu, 01 Dec 2022 12:30:42 +0000 https://www.business-geomatics.com/?p=14908 Acxiom bietet mit MDP eine neue, digitale Marketinglösung gemeinsam mit Partnern an, die auf Nutzung von unternehmensinternen Daten aufbaut. Acxiom führt ein neues Datenprodukt ein, die Media Data Plattform (MDP). Sie entstand in Partnerschaft mit den Unternehmen Kinesso und Treasure Data. Kund:innen sollen durch den mit MDP realisierbaren Ansatz des datengetriebenen Marketings in die Lage […]

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Acxiom bietet mit MDP eine neue, digitale Marketinglösung gemeinsam mit Partnern an, die auf Nutzung von unternehmensinternen Daten aufbaut.

Der Online-Handel ändert sich rapide. Unternehmen müssen im Zuge der Cookie-Umstellung und der Datenzwangsdiät der Online-Plattformen ihre Strategien umstellen. Foto: Achira22/ shutterstock.com

Acxiom führt ein neues Datenprodukt ein, die Media Data Plattform (MDP). Sie entstand in Partnerschaft mit den Unternehmen Kinesso und Treasure Data. Kund:innen sollen durch den mit MDP realisierbaren Ansatz des datengetriebenen Marketings in die Lage versetzt werden, ohne externe Marktdaten (Cookies) ihre Geschäftsziele zu erreichen. Im Fokus steht dabei die komplette Customer Journey.

Hintergrund ist der Wendepunkt, den nach Ansicht von Acxiom Marketingexperten und Werbetreibende aktuell erleben.  Die Ursache liegt in der Abschaffung der Third-Party-Cookies, der Meinung zum Datenschutz und den strengeren Marktregulierungen. Dies werde die Art und Weise bestimmen, wie Unternehmen zukünftig mit Menschen in Verbindung treten und interagieren, ändern.

Unternehmen sollten, so Acxiom, daher zu einer Strategie wechseln, die auf Verwendung unternehmenseigener Daten (First-Party) beruht, um neue Kund:innen zu gewinnen. Ergänzt werden diese durch bestehende Lösungen von Drittanbietern. Dies erfordert, so das Unternehmen, jedoch eine vollständige Überarbeitung der Verwendung von Daten für die Kundenakquise im Marketing.

Die Datenplattform MDP ermöglicht es B2C-Marketingexperten, potenzielle Kund:innen in relevanten Kanälen zu erreichen. Die MDP nutzt die First-Party-Daten von Unternehmen, so der Hersteller, „sicher und zuverlässig“.

Werbetreibende sollen so die Möglichkeit erhalten, Zielgruppen durch sogenannte Match-Rates zu erzeugen. Die MDP-Lösung kombiniert drei Ebenen. Zum Ersten Acxioms InfoBase, mit der unternehmenseigene First-Party-Kundendaten und Acxioms Services angereichert werden. Zum Zweiten werden Treasure Datas Customer Data Plattform (CDP) genutzt. Diese Technologie ermöglicht es Unternehmen, unterschiedliche Daten zu analysieren und zu interpretieren, um Insights und Personalisierung zu erzeugen. So sollen Unternehmen eine „vernetzte Customer Experience“ schaffen können, bei der Kommunikation und Interaktion mit Kund:innen jederzeit transparent sind und intelligent gesteuert werden können. Zum Dritten gewinnen Acxiom-Kund:innen Zugang zu dem digitalen Medien-Ökosystem von Kinessos.

Agieren jenseits der Plattformen

Die Media Data Plattform kann flexibel verwendet werden. Acxiom spricht von innerhalb und außerhalb von sogenannten „Walled Gardens“. Mit dem englischen Marketing-Fachbegriff werden Plattformen bezeichnet, die ihre Targetingdaten gegenüber den Werbetreibenden nicht transparent machen, also vor allem die von Google, Amazon, Meta und Apple betriebenen, digitalen Kommunikations- und Verkaufsplattformen. Ebenso kann die MDP mit oder ohne Customer Data Plattformen (CDPs) verwendet werden. Als CDP wird eine Datenbanksoftware bezeichnet, mit der First-Party-Data verwaltet werden können.

Damit sollen sich Unternehmen von der Abhängigkeit von Third-Party-Cookies und „Walled Gardens“ befreien können. Die MDP bietet technische Konnektoren, damit Unternehmen die Zusammenarbeit frei mit jenen aussuchen können, die am besten zu den Anforderungen passen. Kund:innen sollen so „in Eigenregie Daten-Assets und Brand Experiences unter Berücksichtigung des Datenschutzes erstellen“, meldet Acxiom.

Konkrete Aufgaben von MDP

Konkret ermöglicht MDP Unternehmen, Kundendaten zu verbinden und zu integrieren, um ein präzises Zielgruppensystem aufzubauen. Zudem stellt es Daten aus First-, Second- und Third-Party-Datenquellen zusammen (online und offline), filtert Überschneidungen heraus und erstellt Zielgruppen-Stacks, die nach Verhaltens- und geodemografischen Merkmalen für bestimmte Kampagnen und Aufgaben aufgeteilt sind.

Die MDP baut auf den erstellten Zielgruppen auf und sorgt für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Genauigkeit und Reichweite. Dabei werden sowohl kleine, homogene Zielgruppenstrukturen (Seed Audiences) als auch weitere Merkmale genutzt, um die Ausführung und den ausgewählten Medienmix zu optimieren.

„Effektives Marketing ist heutzutage ohne relevante Kundendaten nicht mehr möglich“, so Mike Menzer, Head of International bei Acxiom. „Unsere MDP-Lösung vereint die besten Fähigkeiten dreier marktführender Experten und verschafft Unternehmen so den Vorteil, den sie benötigen, um die Abhängigkeit von Third-Party-Daten und -Cookies für Akquisitionsstrategien zu verringern und stattdessen auf First-Party-Daten und -Lösungen zurückgreifen zu können.”

„Die MDP wird Unternehmen dabei helfen, die Risiken auf dem Weg zur Abschaffung von Third-Party-Cookies zu überwinden, indem sie ihnen ermöglicht, First-Party-Daten auf eine leistungsfähigere und effektivere, aber dennoch sichere Weise zu nutzen”, so Jonathan von Abo, Head of Strategic Alliances bei Treasure Data.

Geoff Copps, Managing Partner Audience und Identity EMEA bei Kinesso, ergänzt: „Um unseren Kunden innovative Marketinglösungen anbieten zu können, ist es wichtig, mit vielen marktführenden Partnern zu kooperieren. Da wir an der Schwelle zur Post-Cookie-Ära stehen, baut diese neue Partnerschaft unsere gemeinsame Fähigkeit aus, den vollen Wert der First-Party-Daten unserer Kunden zu erschließen. Von den strategischen Insights bis hin zur Medienaktivierung werden die First-Party-Daten der Werbetreibenden ihr volles Potenzial entfalten.”

Acxiom ist seit mehr als 55 Jahren in den Bereichen Customer Data Management and Identity tätig. Das Unternehmen gehört seit 2018 zur US-amerikanischen Holding Interpublic Group of Companies (IPG), die mehr als 7,8 Milliarden Euro Umsatz generiert.

Kinesso ist ebenfalls Teil von IPG. Kinesso Marketing Systeme unterstützen Unternehmen im Rahmen von proprietären Anwendungen, die sich nahtlos in jeweilige Marketingsysteme integrieren lassen, etwa im Bereich der Mediaplanung.

Treasure Data ist Anbieter einer CDP-Lösung. Das US-amerikanische Unternehmen ist Teil des britischen Microchip-Herstellers Arm, der wiederum dem japanischen Telekommunikations-Unternehmen Softbank (Umsatz 2019 rund 80 Milliarden Euro) gehört. (sg)

www.acxiom.de

www.kinesso.com

www.treasuredata.com

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Mit dem Geo-Schlüssel zum Marketingerfolg https://www.business-geomatics.com/mit-dem-geo-schluessel-zum-marketingerfolg/ Thu, 01 Dec 2022 12:28:32 +0000 https://www.business-geomatics.com/?p=14901 infas360 sieht die Potenziale des Geokodierens im Rahmen des Data Science. Vertrieb und Marketing haben viele Fragen zu beantworten. Dabei gibt es vielfältige moderne, digitale Methoden und Werkzeuge, die Antworten und die Verbesserung des Geschäftserfolgs versprechen. Aber wie werden die richtigen Fragen gestellt und welche Methoden und Werkzeuge sind wirklich erfolgversprechend? Einen modernen Ansatz liefert […]

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infas360 sieht die Potenziale des Geokodierens im Rahmen des Data Science.

Adresse Fehlanzeige. Dagegen stellen Geokoordinaten ein universell anwendbares „Werkzeug“ für die Datenanalyse. Foto: calin-stan / unsplash

Vertrieb und Marketing haben viele Fragen zu beantworten. Dabei gibt es vielfältige moderne, digitale Methoden und Werkzeuge, die Antworten und die Verbesserung des Geschäftserfolgs versprechen. Aber wie werden die richtigen Fragen gestellt und welche Methoden und Werkzeuge sind wirklich erfolgversprechend? Einen modernen Ansatz liefert die infas360 GmbH aus Bonn. Der Clou dabei: etablierte Methoden wie die Geokodierung werden mit modernen Ansätzen des Data Science verknüpft. Anwender:innen steht so eine ganze Reihe von Möglichkeit offen, aus Daten Wissen zu generieren.

Unter Geokodierung versteht man einen Prozess, bei dem einem Datensatz eine Position auf der Erdoberfläche zugewiesen wird. Diesen Prozess gibt es seit mehr als 40 Jahren und er stellt einen Meilenstein zur Gründung der Geoinformatik dar. Mit dem infas LT Geocoder bietet das Unternehmen einen Geokoder, der als Serversoftware postalische Adressen validiert, verbessert und mit Geoschlüsseln und (geographischen) Koordinaten anreichert. Er kann weltweit Adressen verarbeiten und bietet alle Funktionen, die heute State-of-the-Art sind. „Die

cloudbasierte Lösung lässt sich dabei einfach in den Unternehmensworkflow einbinden“, so Tobias Gödderz, Head of Geomarketing Consulting bei infas360. „Entweder als Portal für Einzelgeocodierung und die Verarbeitung von Listen oder in Form von APIs und Plugins zur Integration in IT-Systeme.“

Teil von Data Science

Die eigentliche Innovation liegt in dem Ansatz, Geokodierung als Teil des Data Science zu verstehen. Technisch gesehen schlägt sich dies vor allem in einer offenen Schnittstelle (API) nieder. „Damit wird die Geokodierung zu einem Werkzeug für die Big-Data-Analyse“, sagt Gödderz.

Das älteste und bekannteste Anwendungsbeispiel für Geocoding ist die Zuweisung einer Geokoordinate zu einer Adresse (und umgekehrt). So können Adressen beispielsweise auch positionsbasierte Kontextinformationen zugewiesen werden. Grafik: infas 360 GmbH

Einstieg in das Geododing

Bei dem infas LT Geocoder bietet der Hersteller auch offene und kostenfreie Nutzungsmöglichkeiten für Start-ups oder den Einsatz in der Wissenschaft ebenso wie lizenz- und datenschutzkonforme Business-Lösungen mit katastergenauen Gebäudekoordinaten. Sie bietet Basis-Funktionen wie Adressvalidierung, Adresskorrektur, Lokalisierung, Räumliche Ordnung (Geoschlüssel), Adressanreicherung (Sachdaten). Zudem gibt es einen kostenfreien Zugang innerhalb eines Rasters von 100 Metern für die DACH-Region. Ebenfalls gibt es ein kostenfreies QGIS-Plugin. (sg)

Die Geokodierung umfasst für infas360 drei Aspekte: zunächst geht es um die Bewertung des Datenbestandes, also die Verifizierung/Adresskorrektur. Darauf folgt die geografische Lokalisierung von Datenbeständen und damit die Zuordnung eines Datensatzes zu einer Koordinate. Anschließend folgt der für infas360 heutzutage eigentlich spannende Teil: die Nutzung von Schlüsseln, mit denen Geo- und Fachdaten verknüpft werden können. Besondere Betonung dabei liegt auf dem „Geo“, denn der Raumbezug fungiert als gemeinsame Bezugsgröße aller Datensätze. „Der Raumbezug ist quasi der Ankerpunkt“, beschreibt Philipp Borgschulte, Geschäftsleitung bei infas LT. Dafür fungiert in der Regel die PAGS-Schlüsselsystematik.

Die API ist damit das Werkzeug, um Daten räumlich in Beziehung zueinander zu setzen, vergleichbar zu machen und typische Geschäftsaufgaben zu lösen. Sie unterstützt neben rein geographisch arbeitenden Fachkräften vor allem Planer:innen, Entscheider:innen und Datenspezialist:innen. Spannend dabei: „In dieser Zielgruppe ist Geokodierung häufig ein unterschätzter Prozess“, so Gödderz. Umso tragischer, schließlich definiert die Geokodierung auch die Gesamtqualität, da Vollständigkeit und räumliche oder zeitliche Genauigkeit der Referenzdatenbank voll auf das Endergebnis durchschlagen.

Über die API kann der Geocodierungsdienst außerdem aus anderen Programmen angesteuert werden. So können Kund:innen den Prozess nicht nur in eigene Unternehmensanwendungen integrieren, sondern auch eigenständig Datenprodukte erstellen, sprich eine Art angewandte Data Science betreiben.

Portal

Die API liefert zudem den komfortablen Zugang zu den vielfältigen Kontextinformationen (Sachdaten) aus dem infas 360-Datenuniversum. Der Zugang ist auch über das neue Datenportal von infas360 möglich. Es erlaubt den Zugriff auf alle Daten des Unternehmens via Internet auf Basis der Datenschnittstelle auf dem Open Data Protocol (OData). Unternehmen können Daten dabei beliebig verschneiden, wobei im Hintergrund ebenfalls die API arbeitet. „Kund:innen können so klassische Fragenstellungen wie etwa statistische Werte zum Energieverbrauch einer bestimmten Adresse oder Vertriebspotenziale von kleinräumigen Gebieten analysieren lassen“, so Gödderz. Zur Funktionsweise der Schnittstelle stellt infas360 auch ein Whitepaper zur Verfügung.

Beispiel Telekommunikation

Schematische Darstellung des Postalisch-Amtlichen Gliederungssystems (PAGS) von infas360. Grundlage ist der Amtliche Gemeindeschlüssel (AGS). Grafik: infas 360 GmbH

infas360 hat einen breiten Kundenstamm im Bereich Telekommunikation. „Kunden setzen unsere Daten insbesondere bei der Neuerschließung von Breitbandgebieten ein“, weiß Gödderz. Dabei liegen den Unternehmen oft keine internen Daten von den Plangebieten vor, weshalb diese zusammengestellt werden müssen. „Dass heterogene Daten dabei über das Hilfsmittel der Geokodierung überhaupt erst konsistent zusammengeführt und dann ausgewertet werden können, ist den Kund:innen oft gar nicht bewusst“, beschreibt Tobias Gödderz.

Genau dies ist die eigentliche Leistung der Geokodierung. Im Sinne von Data Science schafft sie aus Sicht von infas360 die Möglichkeit, die Daten in einen konsistenten Zusammenhang zu überführen und Datensätze gegeneinander vergleichbar zu machen, sie also für den Erkenntnisgewinn zu matchen. „Über diese Schlüsselfaktoren beantworten wir strategische Fragen zu der Erschließung von neuen Gebieten, was Kunden zuvor niemals vermutet hätten“, schließt Gödderz. (sg)

www.infas-lt.de

www.infas360.de

 

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NFL-Sportwetten: Geodaten zeigen Football-Boom https://www.business-geomatics.com/nfl-sportwetten-geodaten-zeigen-football-boom/ Thu, 15 Sep 2022 07:29:18 +0000 https://www.business-geomatics.com/?p=14437 Der Start der American Football-Saison in den USA hat Anfang September für neue Rekorde bei Sportwettenanbietern gesorgt. Darauf deuten Geomarketingdaten hin, denen zufolge sich die Standortabfragen für Nutzer von Online-Sportwetten im Vergleich zum Vorjahr um insgesamt 70 Prozent erhöht haben. So seien dem Geodaten-Dienstleister GeoComply zufolge seit Start der NFL-Saison am 09. September 2022 über […]

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Der Start der American Football-Saison in den USA hat Anfang September für neue Rekorde bei Sportwettenanbietern gesorgt. Darauf deuten Geomarketingdaten hin, denen zufolge sich die Standortabfragen für Nutzer von Online-Sportwetten im Vergleich zum Vorjahr um insgesamt 70 Prozent erhöht haben. So seien dem Geodaten-Dienstleister GeoComply zufolge seit Start der NFL-Saison am 09. September 2022 über 103,1 Millionen Abfragen gestartet worden, um die Position von Sportwetten-Fans zu ermitteln. 2021 habe diese Zahl bei lediglich gut 60 Millionen gelegen.

Die NFL-Saison in den USA ist am 09. September gestartet. Geodatenauswertungen zeigen das große Interesse am Sport. Foto: Pixabay / WikiImages

Die Abfrage von Geodaten ist im Geomarketing ein direkter Gradmesser für die Aktivität der Nutzer. Aufgrund der je nach US-Bundesstaat unterschiedlichen Glückspiel-Gesetzgebung werden die Geodaten erhoben, um den genauen Standort eines Wettenden zu ermitteln. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass nur in den Regionen gespielt wird, in denen das Sportwetten-Geschäft legal ausgeübt werden darf.

Am höchsten sei die Zahl der Abfragen GeoComply zufolge im Nordosten der USA gewesen. Allein im Bundesstaat New York seien 15,7 Millionen Prüfungen durchgeführt worden, gefolgt vom benachbarten Pennsylvania mit 15,3 Millionen Abfragen.

Die hohe Zahl der ermittelten Geodaten sei zugleich ein gutes Zeichen für die erfolgreiche Kanalisierung der Spieler ins legale Sportwetten-Geschäft. In diesem Zusammenhang erklärte GeoComply-CEO Anna Sainsbury: „Die Zunahme der legalen Wetten deutet darauf hin, dass die Amerikaner die Offshore-Sportwetten-Anbieter zugunsten regulierter Angebote in ihren Heimatstaaten aufgeben.“ Damit hätten Regulierer und Anbieter das Ziel, den illegalen Markt zurückzudrängen, erreicht. Zugleich deute das hohe Abfragevolumen darauf hin, dass auch der Staat dank wachsender Steuereinnahmen durch die Buchmacher vom Boom profitieren werde. (jr)

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Pandemie unter der Geomarketing-Lupe https://www.business-geomatics.com/pandemie-unter-der-geomarketing-lupe/ Wed, 17 Nov 2021 14:25:42 +0000 https://www.business-geomatics.com/?p=13018 Das Marktforschungsinstitut infas 360 analysierte gemeinsam mit dem Uniklinikum Bonn das Infektionsgeschehen in der Bundesstadt Bonn im Detail. Zwar erlangten die Forscher dabei auch neue Erkenntnisse, insgesamt zeigte sich jedoch, dass die Datenlage oft ungenügend ist. Man kann das Jahr 1854 auch als Geburtsjahr des Geomarketings verstehen. Der britische Mediziner John Snow erlangte zu diesem […]

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Das Marktforschungsinstitut infas 360 analysierte gemeinsam mit dem Uniklinikum Bonn das Infektionsgeschehen in der Bundesstadt Bonn im Detail. Zwar erlangten die Forscher dabei auch neue Erkenntnisse, insgesamt zeigte sich jedoch, dass die Datenlage oft ungenügend ist.

Die tiefgehende Analyse der Coronalage in Bonn von infas 360 zeigt: das Infektionsgeschehen findet fast ausschließlich innerhalb einer sozialen Gruppe sowie innerhalb eines räumlichen Milieus statt. Grafik: infas 360 GmbH

Man kann das Jahr 1854 auch als Geburtsjahr des Geomarketings verstehen. Der britische Mediziner John Snow erlangte zu diesem Zeitpunkt bahnbrechende Erkenntnisse zur Cholera-Epidemie in London. Durch eine geografische Analyse anhand einzelner Infektionsfälle konnte er erstmals nachweisen, dass sich Cholera nicht wie allgemein angenommen durch Dünste in der Luft, sondern durch verunreinigtes Trinkwasser entwickelt und verbreitet. Die Analyse zeigte nämlich, dass sich die meisten Todesfälle im Bereich einer Wasserpumpe im Stadtteil Soho konzentrierten. Snow hatte die damaligen „Geodaten“ zu Cholerafällen und den damaligen Wasserversorgungsleitungen und konnte so die fehlenden Erkenntnisse zur damaligen epidemischen Lage liefern.

Einen Fall ähnlicher Tragweite gibt es aktuell im Zusammenhang mit der Covid19-Pandemie. In einer aktuellen Untersuchung, die der Geomarketing-Spezialist infas 360 zusammen mit der Stadt Bonn und dem Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit am Universitätsklinikum Bonn (UKB) durchgeführt hat, wurde die Ausbreitung des Coronavirus seit Februar 2020 erstmals genau (auf Ebene anonymisierter Einzelfälle) und mithilfe ausgefeilter Geomarketing-Methoden analysiert. Als Datengrundlage dienten rund 14.500 anonymisierte Datensätze aus dem Zeitraum Ende Februar 2020 bis Anfang Juli 2021, die die Bundesstadt Bonn den Projektpartnern zur Verfügung stellte. Diese fallbezogenen Daten wurden mit weiteren soziodemografischen und mikrogeografischen Daten angereichert und analysiert sowie in Zusammenhang mit den ersten drei Infektionswellen (Welle 1: 28.02.2020 – 30.04.2020; Welle 2: 01.10.2020 – 28.02.2021; Welle 3: 01.03.2021 – 31.05.2021) gesetzt.

Erkenntnisgewinne

Auf diese Weise konnten die Partner erstmals evidenzbasierte Erkenntnisse über die inhaltliche sowie räumlich-zeitliche Clusterung von Infektionen und deren Zusammenhänge gewinnen. Ziel war es, die Ausbreitung von Corona regional vertiefter nachzuvollziehen und Erkenntnisse für künftige Maßnahmen abzuleiten. Dr. Barbara Wawrzyniak, Leiterin des Geschäftsbereichs Daten und Analysen bei infas 360, und Prof. Nico T. Mutters, Direktor des Hygiene-Instituts am UKB, berichten: „Erstmals konnte auf Basis anonymisierter Indexfälle das gesamte Infektionsgeschehen mit zusätzlichen Daten tiefenanalysiert werden. Dabei wurden Cluster und Muster in bestimmten Bevölkerungsgruppen erkannt, die dazu dienen, gezielte Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung abzuleiten und weiterzuentwickeln.“

Die zentralen Ergebnisse der Analyse lassen sich in verschiedenen Kernaussagen zusammenfassen. So wurde klar, dass das Virus mit jeder Welle anders reagiert, insgesamt durch die fortschreitenden Impfungen sowie die verbesserte Datengrundlage jedoch vorhersagbarer wird. „Zu Beginn der Pandemie hat sich das Corona-Virus über die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter (bis 65 Jahre) verteilt. In der zweiten Infektionswelle traten die Infektionen verstärkt in der ältesten Bevölkerungsgruppe auf. Mit der dritten Welle verlagerte sich das Infektionsgeschehen auf die Jüngeren, insbesondere Kinder und Jugendliche“, berichtet Michael Herter, Geschäftsführer des Bonner Marktforschungsunternehmens infas 360 GmbH.

Die Grafik zeigt, wie sich die Corona-Infektionen unter verschiedenen Bevölkerungsgruppen verteilt (blauer Balken): Spitzenreiter sind die Sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und Selbstständigen mit etwa 55 Prozent, Schlusslicht die Kinder (unter 6 Jahren) mit lediglich rund 3 Prozent. Der graue Balken stellt zudem den prozentualen Anteil einer Bevölkerungsgruppe an der Gesamtbevölkerung Bonns dar. Grafik: infas 360 GmbH

Außerdem konnten die Projektpartner auch objektiv nachweisen, dass Menschen, die in Pflegeeinrichtungen wie beispielsweise Altenheimen wohnen, deutlich stärker gefährdet sind. Herter: „Während sich im untersuchten Zeitraum etwa vier Prozent der Bonner Gesamtbevölkerung mit Corona infizierten, zeigte sich, dass in Pflege- und Altenheimen etwa jeder fünfte Bewohner von dem Virus betroffen war.“ Dieses Missverhältnis wird durch den Vergleich der Mortalität unterstrichen: die Sterberate in Alten- und Pflegeheimen liegt bei bis zu 20 Prozent, bei der normalen Stadtbevölkerung hingegen bei etwa 1,7 Prozent.

Auch zeigte die Analyse auf, dass das Infektionsgeschehen fast ausschließlich innerhalb einer sozialen Gruppe erfolgt. „Der Vergleich der Wohnadressen und die Verknüpfung mit kleinräumigen Sozialdaten ergab, dass Infektionen zum größten Teil innerhalb jeweils einer sozialen Schicht verbreitet werden, da hier auch die meisten sozialen Kontakte stattfinden. Superspreader-Events, die viele Angehörige verschiedener Schichten in einer Infektionskette verbinden, sind selten“, berichtet Herter. „Konkret bedeutet das: Wer an der Prävention von Infektionen teilnimmt, der schützt in erster Linie sich selbst und sein direktes, eigenes soziales Umfeld.“

Darüber hinaus geht aus der Tiefenanalyse hervor, dass sich das Infektionsgeschehen meist zwischen gleichaltrigen Menschen abspielt. Ebenfalls gefährdet sind benachbarte Generationen – also Eltern bzw. Großeltern. „Eine Weitergabe zwischen Enkeln und Großeltern ist aber sehr selten“, so Herter. Insgesamt zeige sich, dass Infektionen häufig auf die gleiche Adresse beschränkt sind, sodass innerfamiliäre Infektionen zwischen Eltern und Kindern angenommen werden müssen. „Allerdings fehlen hier die Informationen zum gemeinsamen Haushalt, der über die Adresse allein nicht zu ermitteln ist“, schränkt der infas 360-Geschäftsführer ein.

Zu den neuen Erkenntnissen der Studie gehört allerdings auch jene, dass noch viele Potenziale zur Corona-Bekämpfung brachliegen. „Die Gründe dafür liegen unter anderem in der unzureichenden Digitalisierung, dem Fehlen aussagekräftiger Daten“, so Herter. Vor allem werde die Datenschutzverordnung (DSGVO) in deutschen Ämtern völlig falsch interpretiert, wodurch rechtssichere Geomarketing-Methoden erst gar nicht zum Einsatz kommen. Weiteres Problemfeld sei die Verfügbarkeit und das Management statistischer Daten: Trotz Vollerhebung weisen die Gesundheitsdaten gravierende Lücken auf, die durch Datenanreicherung und systematische Aufbereitung nur teilweise geschlossen werden können. „Kaum vorhanden sind beispielsweise die für die Untersuchung von Arbeitsstätten und den Wegen zwischen Wohnen und Arbeiten benötigten Adressen der Arbeitsorte”, so Herter, der fordert: „Um umfassende und valide Erkenntnisse über das Infektionsgeschehen zu erlangen und solche bahnbrechenden Erkenntnisse wie seinerzeit John Snow zu erlangen, ist eine generelle Verbesserung der Datenlage unabdingbar.” (jr)

www.infas360.de

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Datengesteuerte Zielgruppenansprache im Wachstumsmarkt DooH https://www.business-geomatics.com/datengesteuerte-zielgruppenansprache-im-wachstumsmarkt-dooh/ Thu, 04 Nov 2021 14:52:01 +0000 https://www.business-geomatics.com/?p=12907 Die Acxiom Deutschland GmbH steuert Werbemaßnahmen über digitale Infoscreens. Mit einer speziellen Zielgruppenanalyse kann der Anbieter für People-Based Marketing genau steuern, welche Konsumenten sie mit welcher Botschaft ansprechen wollen. Als der US-Konzern Mozilla Anfang September 2019 bekanntgegeben hatte, dass ab sofort sogenannte Thrid-Party-Cookies blockiert werden würden, sorgte das für viel Wirbel in der Branche: Einerseits […]

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Die Acxiom Deutschland GmbH steuert Werbemaßnahmen über digitale Infoscreens. Mit einer speziellen Zielgruppenanalyse kann der Anbieter für People-Based Marketing genau steuern, welche Konsumenten sie mit welcher Botschaft ansprechen wollen.

Welche Bereiche im Kölner Stadtgebiet eignen sich besonders für Angebote aus dem E-Mobilitätssektor? Antworten liefert die Acxiom-Zielgruppenanalyse für digitale Außenwerbemaßnahmen. Foto: Acxiom Deutschland GmbH

Als der US-Konzern Mozilla Anfang September 2019 bekanntgegeben hatte, dass ab sofort sogenannte Thrid-Party-Cookies blockiert werden würden, sorgte das für viel Wirbel in der Branche: Einerseits klang das nach einer sinnvollen Datenschutzstrategie, da auf diese Weise Nutzer nicht mehr durch Drittanbieter getrackt werden konnten. Andererseits befürchteten viele Onlinemarketer, dass sie individuelle Zielgruppen nicht mehr ausreichend ansprechen könnten. In der Tat zeigte sich seitdem, dass zielgerichtetes Werben durch das Blockieren der Third-Party-Cookies aufwändiger und teurer wurde. Alternativen mussten her.

Eine davon sehen Experten in sogenannten Digital-out-of-Home (DooH)-Angeboten, also digitalen Außenwerbemaßnahmen. Dass sich die digitalen Infoscreens in Deutschland großer Beliebtheit erfreuen, zeigt ein Blick auf die Nettoausgaben: allein in Deutschland liegen diese laut Statista im Jahr 2020 bei rund 213 Millionen Euro. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PWC) sagt bis zum Jahr 2025 sogar ein Wachstum auf 507 Millionen Euro voraus – und damit eine Steigerung von 238 Prozent. Damit ist die digitale Außenwerbung der am schnellsten wachsende Kanal im kompletten Channel-Mix.

„Dieser Aufschwung hat zwei entscheidende Gründe“, prognostiziert Christian Färber, Director Product Management EMEA beim Zielgruppen-Spezialisten Acxiom. Zum einen sei das die zunehmende Adressierbarkeit der Angebote. „Für Agenturen und Werbetreibe ist es sehr einfach geworden, über Demand-Side-Plattformen die Belegung eines digitalen Infoscreens programmatisch in Echtzeit zu buchen“, so Färber. Dadurch finden die DooH-Angebote immer mehr Zugang in die Mediaplanung der Kunden. Zum anderen stellen die immer ausgefeilteren Mediapläne sicher, dass die Werbetreibenden nahtlose Botschaften über alle Kanäle an die Konsumenten richten können. Ein zentraler Baustein in der Kundenansprache aber fehlt, wie Christian Färber berichtet: Sind die Konsumenten erst in den Innenstädten oder den Shopping-Malls, besteht oftmals keine Möglichkeit mehr, den Konsumenten auf dem letzten Schritt der Customer Journey zu begleiten. „Hier bietet sich die digitale Außenwerbung als Verbindungsglied zu den bestehenden Kampagnen auf anderen Kanälen an, um die Konsumenten an den Infostelen vor dem Point-Sale zum Kauf im Ladengeschäft zu konvertieren“, führt der Werbeexperte aus.

Die Herausforderungen der datengetriebenen Zielgruppenansprache

Obwohl die Werbeplätze für digitale Außenwerbung über digitale Plattformen buchbar sind, fehlen hierzu oftmals die passenden Zielgruppen. Kanalübergreifende Zielgruppen, die es Marketing-Managern ermöglichen, ein und dieselbe Zielgruppe im People-Based Marketing-Ansatz über alle Kanäle hinweg zu erreichen, fehlen gänzlich. Auch eine valide Aussage, wie viele Konsumenten in einer spezifischen Zielgruppe pro Standort und Platzierung erreicht werden, liegt nicht flächendeckend vor.

Hoffnung machen die Geokoordinaten: Über diese Informationen lassen sich mobile Devices einer Home-Location zuordnen. Über den Wohnort werden wiederum valide Offline-Zielgruppen wie beispielweise Kaufkraft, Affinität für Automarken oder High-Speed-DSL-Verfügbarkeit angereichert. Erstellt man zu den DooH-Locations passende Geo-Fences für den Sichtbereich der Screens, können so – erneut unter Verwendung der Geokoordinaten – Zielgruppen mit Sichtkontakt zur digitalen Außenwerbung bestimmt werden. „Bei Acxiom nutzen wir diese Möglichkeiten, um unseren Kunden das beste Ergebnis ihrer Außenwerbemaßnahme zu ermöglichen“, berichtet Färber.

Auf diese Weise lässt sich analysieren, welche Zielgruppen sich zu entsprechenden Tageszeiten in einer Stundentaktung an einer digitalen Werbestele aufhalten. Überträgt man stichpunktartige Echtdaten zur Passanten-Frequenz an DooH-Standorten, kann man sogar Aussagen darüber treffen, wie viele Konsumenten einer Zielgruppe eine bestimmte Werbeplatzierung sehen. Generell können die eben beschriebenen Offline-Zielgruppen über verschiedene Ansätze in alle weiteren adressierbaren Kanäle wie Social, Display, Mobile, Programmatic und TV integriert werden. Mit dieser Kombination können Marketing-Manager erstmals eine Zielgruppe wie „Eigenheimbesitzer“ über DooH und weitere Kanäle verzahnt ansprechen. „Über diesen Ansatz lassen sich ebenfalls spezifische Zielgruppen aus einem Panel oder gar einer kundenspezifischen Umfrage operationalisieren. Als Ergebnis stehen in Zukunft individuelle Zielgruppen für die Optimierung von Kampagnen in der digitalen Außenwerbung – auch in Kombination mit anderen Kanälen – zur Verfügung“, führt Werbeexperte Färber aus.

Praxisbeispiele

Welchen Nutzen eine solche Kampagne haben kann, zeigt ein Praxisbeispiel von Acxiom selbst. „Ein großer Einzelhändler hatte uns mit der Erstellung einer kundenspezifischen Zielgruppe und der Aussteuerung über die DooH-Locations beauftragt“, so Färber. Im Anschluss an die Kampagne hatte Acxiom gemessen, wie viele Konsumenten Sichtkontakt zu einem Werbeplakat hatten und anschließend deutschlandweit in den Länden des Einzelhändlers einkaufen waren. „An den DooH-Locations mit einer sehr hohen Anzahl an Konsumenten aus der kundenspezifischen Zielgruppe des Einzelhändlers konnte ein Uplift von 10,63 Prozent an Besuchen in den Läden nachgewiesen werden. Dies unterstreicht einerseits die Bedeutung der digitalen Außenwerbung in der Customer Journey sowie andererseits die Notwendigkeit einer datengesteuerten Strategie für diesen immer relevanter werdenden Kanal“, resümiert Färber. (jr)

www.acxiom.de

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